Blick ins Buch

Historische Romane

Queen Macbeth

3,5(43)
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Über das Buch

Vor tausend Jahren flüchtet eine Frau durch eine urzeitliche schottische Landschaft. Die Männer, die sie jagen, wollen sie töten – denn sie ist die Einzige, die zwischen ihnen und ihren blutigen Zielen steht. Diese Frau ist keine Lady: Sie ist die erste Königin von Schottland, in Liebe verbunden mit König Macbeth.

Während ihre Jäger sie einkreisen, erfahren wir ihre Geschichte, die geprägt ist von Leidenschaft und allen Härten eines Lebens im mittelalterlichen Schottland. Im Mittelpunkt steht eine starke, charismatische Frau, die alles gibt, um das Richtige zu tun. Die Verluste erträgt und sich jeder Gefahr stellt, um die Intrigen rücksichtsloser und machthungriger Männer zu überstehen. Ihr Kampf hat ihr ein Land eingebracht. Aber nun könnte er sie das Leben kosten.

Editionen (2)

ISBN9788727273952
VerlagSaga Egmont
Erscheinungsdatum31.10.25

Rezensionen & Bewertungen

43 Bewertungen

6 Rezensionen

3,5

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  • queen_m
    queen_m

    8 Follower

    3,5

    Was Shakespeare verschwieg...

    Lady Macbeth. Kaum eine Figur ist so eindeutig abgestempelt worden. Machtgierig, skrupellos, kalt. So hat sie William Shakespeare gezeichnet – und dieses Bild hat sich festgesetzt. Frauen mit Ehrgeiz? Verdächtig. Frauen mit Einfluss? Gefährlich. Val McDermid macht in Queen Macbeth genau das, was längst überfällig war: Sie schaut noch einmal hin. Und plötzlich steht da keine Hexe mehr, sondern eine kluge, strategisch denkende Frau, die in einer rauen, männlich dominierten Welt versucht, zu überleben. Die Geschichte wird in zwei Ebenen erzählt. Zum einen begleitet man die Flucht – angespannt, unsicher, immer mit dem Gefühl, dass die nächste Entscheidung alles kippen kann. Dazwischen blenden Rückblicke zurück zum Anfang der Beziehung zwischen Gruoch und ihrem Macbeth. Diese Szenen haben mir besonders gefallen, weil sie zeigen, dass zwischen den beiden mehr war als Machtstreben. Da ist Nähe, Leidenschaft, echtes Vertrauen. Gerade dadurch wird die Figur greifbar. Sie handelt nicht aus reiner Bosheit, sondern aus Überzeugung, aus Loyalität, aus politischem Instinkt. Man muss ihre Entscheidungen nicht gutheißen – aber man versteht sie. Und das ist ein großer Unterschied. Was ich stark fand: McDermid schreibt Lady Macbeth nicht als moderne Heldin mit erhobenem Zeigefinger. Sie bleibt eine Figur ihrer Zeit. Hart. Klug. Manchmal kompromisslos. Aber nachvollziehbar. Das wirkt ehrlich. Einziger Kritikpunkt: Mir war das Buch stellenweise zu knapp. Manche Szenen hätten mehr Raum vertragen. Die politischen Spannungen, die inneren Konflikte – da hätte ich gern noch tiefer eingetaucht. Die Geschichte hat Substanz, sie hätte auch auf mehr Seiten getragen. Trotzdem bleibt ein positives Gesamtgefühl. Queen Macbeth ist keine wütende Abrechnung mit Shakespeare, sondern eine neue Perspektive auf eine alte Geschichte. Und genau das macht es spannend. Literatur lebt davon, dass man sie neu erzählt. Und manchmal merkt man erst beim zweiten Blick, wie einseitig der erste war.

    15. Feb. 2026

  • tines_buecher
    tines_buecher

    191 Follower

    3,0

    📬 Reziexemplar=Werbung 📭 Ganz vorweg muss ich gleich mal gestehen, dass ich Shakespeares Macbeth nicht gelesen habe. Bisher kannte ich es nur vom Namen her. Somit kann ich natürlich keinen Vergleich zwischen seiner Version und der von Val McDermid ziehen. Als ich aber gesehen habe, dass sie, eine Meisterin des atmosphärischen Erzählens, sich der Geschichte angenommen hat, war ich neugierig. Was schon vor dem Lesen klar wurde, ist, dass die beiden Geschichten sich inhaltlich unterscheiden. Die Autorin ist nämlich mit Shakespeares Version alles andere als einverstanden. Dies macht sie in ihren vorangestellten Anmerkungen mehr als deutlich. Sie bemängelt, dass Shakespeare aus Macbeth und seiner Frau machthungrige, blutgierige Tyrannen gemacht habe und die beiden in Wahrheit sogar anders hießen. Macbeth hieße eigentlich Macbethad und Lady Macbeth eigentlich Grouch. Auch die geografischen Gegebenheiten seien falsch. Das las sich irgendwie ein bisschen aggro und ließ mich doch ein wenig schmunzeln. Als hätte die schottische Schriftstellerin mit dem englischen Barden ein zeitversetztes Hühnchen zu rupfen. In ihrer Version hat sie sich für zwei Zeitstränge entschieden, die abwechselnd erzählen. Ich habe anfangs Mühe gehabt, zu kapieren, wo wir jetzt gerade unterwegs waren, aber mit der Zeit war das kein Problem. Der Handlung konnte ich irgendwann mühelos folgen. Eine größere Herausforderung stellte für mich dagegen die Sprache dar. Sie schreibt zwar nicht altenglisch, wie zu Zeiten Macbeths, und auch nicht frühneuenglisch wie Shakespeare, sondern ganz „normal“, also so wie wir heute. Aber es liegt halt in der Natur der Sache, dass viele alte Namen und Begriffe verwendet werden und man es daher nicht so ruckizucki weglesen kann. Die ausführlichen Beschreibungen in Kräuter- und Pflanzenkunde waren für mich beispielsweise immer wieder eine kleine Bremse. Alles in allem war das ein etwas anderes, aber sehr interessantes Leseerlebnis. Und wem es besonders gut gefällt, der wird sich freuen, dass „Queen Macbeth“ Teil der britischen Reihe „Darkland Tales“ ist, in der bekannte Autor*innen schottische Geschichte neu erzählen. Vielen lieben Dank @droemerknaur ❤️

    8. Nov. 2025

  • 4,0

    Queen Macbeth ist ein sehr kurzweiliger Roman. Am Anfang haben mich die vielen Namen verwirrt, doch wenn man einmal durchgestiegen ist, ist die Geschichte kurz und gut erzählt. Auch die zwei Erzählstränge fand ich anfangs unerwartet, doch wenn man sich daran gewöhnt hat, macht auch das Sinn und ist gut umgesetzt. Dieses Buch ist kurz, aber gut.

    1. Okt. 2025

3 von 6 Rezensionen

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