Blick ins Buch

E.E.

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Über das Buch

Editionen (2)

ISBN9788308037959
VerlagWydawnictwo literackie
Erscheinungsdatum31.12.06
Seitenzahl266

Rezensionen & Bewertungen

15 Bewertungen

5 Rezensionen

3,9

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  • puni
    puni

    165 Follower

    4,0

    Interessant

    Breslau, 1908. Erzählt wird die Geschichte von Erna Eltzner, E.E., die im Alter von 15 Jahren erstmals Stimmen hört und Geister sieht. Olka Tokarczuk schafft es die Personen lebendig erscheinen zu lassen und gibt einen spannenden Einblick in die damalige Zeit.

    6. Jan. 2026

  • 4,5

    Psychoanalyse vs. Okkultismus 👌

    Fast 30 Jahre hat es gedauert bis E.E. ins Deutsche übersetzt wurde - schade, denn es ist ebenso lesenswert wie Tokarczuks andere (bisher von mir gelesenen) Bücher. Doch worum geht’s? Ein Ohnmachtsanfall einer 15-Jährigen ändert plötzlich alles - Erna erscheint ein Geist und sie hört Stimmen, was den Startpunkt markiert, um von ihrem Umfeld als psychisch Erkrankte wahrgenommen zu werden. Sie schicken nach einem Exorzisten - der Okkultist Walter Frommer nimmt sich ihrer an. Es werden Séancen abgehalten und ein modern denkender Experte für psychische Krankheiten zu Rate gezogen. Doch ist Erna nun eine Verrückte oder hat sie einfach die Gabe mit Geistern in Kontakt zu treten?! Multiperspektivisch jagt die Literaturnobelpreisträgerin Olga Tokarczuk der Frage nach, ob die Wissenschaft fähig ist, Okkultes zu erfassen. Doch wie kommt es, dass sie über solch eine spannende Thematik schreibt? Tokarczuk arbeitete - bevor sie sich für ihren Werdegang als Schriftstellerin entschied - als Psychotherapeutin. „E.E.“ ist eines ihrer frühen Bücher, in denen sie noch als solche tätig war und sich thematisch mit Fragestellungen in ihren Büchern auseinandersetzte, die sie in ihrem Alltag mit psychisch Erkrankten beschäftigten. Was ich mich mit als erstes fragte war: Wie kam es zu dem Buchtitel „E.E.“ und wofür steht er?! Tokarczuk wurde enorm von dem Schweizer Begründer der analytischen Psychologie und Freud-Schüler C.G. Jung beeinflusst. Dieser nahm an Séancen für seine Dissertation teil und protokollierte diese. Tokarczuk lies sich davon inspirieren und erschuf ihre Romanfigur E.E, was für Erna Eltzner steht und verfrachtet sie ins Jahr 1908 in Breslau - wohingegen C.G. Jung in Zürich zugange war. Für mich als Medizinerin war „E.E.“ eine absolut spannende Lektüre, denn Tokarczuk verwebt die Psychoanalyse des frühen 20. Jahrhunderts mit Okkultismus. In feministischer Manier macht sie (fast nebenbei) auf toxische Männlichkeit aufmerksam und lässt Ambivalenzen aufleben: Tradition vs. Moderne, Wissenschaft vs. Aberglaube. Nicht nur thematisch ein Schmankerl, auch durch ihre gewohnt poetische Sprache serviert uns Tokarczuk diesen Roman wie auf einem literarischen Silbertablett. Ein absolut lesenswertes Frühwerk auf üblichem Niveau von einer meiner Lieblingsschriftstellerinnen!

    29. Dez. 2024

  • at.gilgamesch
    at.gilgamesch

    25 Follower

    4,0

    Ein psychologischer Roman, der zu Anfang des 20 Jh. spielt und ein Zeitgeistportrait zeichnet, in dem die aufstrebenden Wissenschaften mit dem Salon-Okkultismus der Bourgeoisie ringen. Illustriert die nervöse Überspanntheit der Vorkriegsjahre sehr eindrücklich. Die Charakterzeichnungen der Autorin sind gestochen scharf. Die Erzählung mäandert etwas zu ausgiebig zwischen akribischen Charakterportraits und Plot.

    28. Jan. 2025

3 von 5 Rezensionen

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