Blick ins Buch

Humor

Frau Hempels Tochter

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Über das Buch

In "Frau Hempels Tochter" entfaltet Alice Berend ein feinsinnig beobachtetes Sittenbild des bürgerlichen Alltags, in dessen Mittelpunkt eine junge Frau steht, deren Lebensweg von familiären Erwartungen, gesellschaftlicher Konvention und dem Wunsch nach Eigenständigkeit bestimmt wird. Der Roman verbindet psychologische Genauigkeit mit leichter Ironie; Berends Prosa ist klar, dialogisch lebendig und von jener urbanen Beobachtungsgabe geprägt, die die deutschsprachige Unterhaltungsliteratur der frühen Moderne oft mit sozialkritischer Schärfe verbindet. Alice Berend (1875-1938), eine in Berlin geborene Schriftstellerin, war für ihre humorvollen Gesellschaftsromane und ihre genaue Kenntnis weiblicher Lebenswelten bekannt. Ihre Herkunft aus dem großstädtischen jüdisch-bürgerlichen Milieu, ihre Erfahrungen als publizierende Frau in einer männlich dominierten Literaturlandschaft und ihr wacher Blick für Ehe, Familie und soziale Rollen dürften die Gestaltung dieses Romans wesentlich geprägt haben. Empfohlen sei "Frau Hempels Tochter" Leserinnen und Lesern, die an vergessenen Stimmen der Moderne, an weiblicher Autorschaft und an literarischen Darstellungen des Bürgertums interessiert sind. Das Buch überzeugt durch Eleganz, Menschenkenntnis und eine stille, nachhaltige Kritik an den Zwängen seiner Zeit.

Editionen (23)

ISBN9788028394141
VerlagCopycat
Erscheinungsdatum24.06.25
Seitenzahl92

Rezensionen & Bewertungen

15 Bewertungen

5 Rezensionen

4,3

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  • jag_o_me
    jag_o_me

    73 Follower

    4,0

    Familie Hempel ist die Portiersfamilie in einem Mehrparteienhaus unterschiedlichster Gesellschaftsschichten. Frau Hempel erledigt alle anfallenden Arbeiten, Herr Hempel, der immer nur Hempel von seiner Frau genannt wird, ist Schuster und hat gut zu tun. Tochter Laura hat die Wirtschaftsschule beendet und arbeitet zunächst als Kindermädchen und später als Dienstmädchen in herrschaftlichen Kreisen und schwärmt für einen jungen, aber verarmten Grafen. Mutter Hempel wünscht sich für ihr einziges Kind jedoch ein besseres Leben als das eines Dienstmädchens und so arbeitet sie hart und spart jede Silbermünze. Doch auch sie selbst träumt von einem ruhigeren und besseren Leben außerhalb der Stadt. Dieser Roman erschien bereits im Jahr 1913 und ist eine herzliche und humorvolle Studie der damaligen Gesellschaft. Mutter Hempel hat mir als Charakter richtig gut gefallen; trotz der dunklen Kellerwohnung, des Lärms der Stadt und der nie endenden Arbeit ist sie immer mit Humor unterwegs und hält alles zusammen. Egal ob arm oder reich, alle haben ihre kleinen und großen Sorgen. Die Sprache ist herrlich zeitgemäß und macht einen besonderen Reiz des Buches aus. Besonders schön fand ich die vielen kleinen eingestreuten Aphorismen, die mir oft ein Schmunzeln ins Gesicht zauberten. “Der beste Rat ist der, der uns am besten gefällt.” “Der Mensch tastet in Lärm und Ungewissheit vorwärts, aber still und sicher geht die Zeit ihren Weg.” “Man plant viel, aber was man tut, hat man niemals gewollt.” Mir hat dieser Klassiker aus der Reclam-Reihe sehr gut gefallen und ich kann ihn euch für unterhaltsame Lesestunden wirklich sehr empfehlen.

    1. Mai 2026

  • buddenbooks
    buddenbooks

    85 Follower

    4,0

    Ein kleines Stück deutsche Literaturgeschichte und ich liebe es sehr! Für Fans von F. Scott Fitzgerald uvm.

    24. Apr. 2026

  • danu
    danu

    51 Follower

    4,5

    Das Buch wurde 1913 geschrieben. Die Tochter der Frau Hempel, Laura war da 15 Jahre alt. Meine Uroma war damals 14 Jahre alt. Als meine Uroma starb war ich 14 Jahre alt. Ich konnte beim Lesen wunderbar über "uns" nachdenken. Das Buch hat mir auch wegen der bewundernswerten Frau Hempel gefallen.

    23. Feb. 2026

3 von 5 Rezensionen

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