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Über das Buch

Valerie präsentiert sich als autobiographisch gerahmter Roman, der die Lebensgeschichte einer jungen Französin vor dem Hintergrund gesellschaftlicher Unruhe, familiärer Abhängigkeiten und moralischer Selbstbehauptung entfaltet. Marryat verbindet die episodische Beweglichkeit des Abenteuerromans mit der Innenschau eines weiblichen Bildungsromans; sein Stil ist klar, dialogisch und beobachtungsgenau. Im literarischen Kontext des frühen viktorianischen Romans steht das Werk zwischen realistischer Sittenstudie, sentimentaler Erzähltradition und dem zeitgenössischen Interesse an kontinentaler Geschichte. Frederick Marryat, einst Offizier der Royal Navy und berühmt durch seine Seeromane, brachte in Valerie eine andere, spätere Erfahrungsschicht zur Geltung. Seine Jahre im napoleonischen Zeitalter schärften seinen Blick für nationale Gegensätze, soziale Rangordnungen und die Zerbrechlichkeit bürgerlicher Sicherheit. Auch seine routinierte Kenntnis von Gefahr, Mobilität und menschlicher Bewährung erklärt, warum er eine weibliche Lebensgeschichte nicht bloß häuslich, sondern als Prüfung durch wechselnde historische Kräfte gestaltet. Empfohlen sei Valerie Lesern, die Marryat jenseits der bekannten nautischen Erzählungen entdecken möchten. Das Buch bietet keine bloße Kuriosität des ¿uvres, sondern eine reflektierte Studie von Charakter, Herkunft und Anpassung. Wer viktorianische Erzählkunst, französische Stoffe und frühe Formen weiblicher Selbstnarration schätzt, findet hier ein bemerkenswertes Werk.
ISBN9788028372255
VerlagSharp Ink
Erscheinungsdatum15.05.24
Seitenzahl180

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