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Versuch einer Kritik aller Offenbarung

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Über das Buch

Der Versuch einer Kritik aller Offenbarung (1792) ist Fichtes früheste bedeutende Schrift und ein Schlüsseltext der nachkantischen Religionsphilosophie. In strenger, systematischer Prosa untersucht Fichte nicht den historischen Inhalt bestimmter Offenbarungen, sondern die Bedingungen, unter denen Offenbarung überhaupt vernünftig denkbar ist. Ausgehend von Kants kritischer Philosophie bindet er Religion an das moralische Gesetz: Eine angeblich göttliche Mitteilung kann nur gelten, sofern sie die praktische Vernunft fördert und ihr nicht widerspricht. Johann Gottlieb Fichte, 1762 geboren, trat mit diesem anonym erschienenen Werk schlagartig in die philosophische Öffentlichkeit; zeitweilig wurde es sogar Kant selbst zugeschrieben. Seine persönliche Lage, geprägt von theologischer Ausbildung, pädagogischer Tätigkeit und intensiver Kant-Lektüre, erklärt die Dringlichkeit des Unternehmens. Fichte sucht hier bereits jenen Übergang von Transzendentalphilosophie zu ethischer Selbstbestimmung, der später in der Wissenschaftslehre seine klassische Gestalt finden sollte. Dieses Buch empfiehlt sich allen Leserinnen und Lesern, die den Ursprung des deutschen Idealismus verstehen wollen. Es bietet keine fromme Apologie, sondern eine anspruchsvolle Prüfung religiöser Geltungsansprüche. Wer Kant, Religionskritik und die philosophische Frage nach Autonomie zusammendenken möchte, findet hier einen knappen, dichten und historisch einflussreichen Text.

Editionen (12)

ISBN9788028354749
VerlagSharp Ink
Erscheinungsdatum05.12.23
Seitenzahl120

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