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Romane

Oberst Hannes

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Über das Buch

Daniel Defoes "Oberst Hannes" (englisch "Colonel Jack", 1722) erzählt in pseudoautobiographischer Form den Weg eines ausgesetzten Londoner Jungen vom Straßenkind und Dieb zum Soldaten, Plantagenbesitzer und moralisch geläuterten Mann. Der Roman verbindet Schelmenroman, Kriminalbiographie und protestantische Bekehrungserzählung; seine nüchterne, dokumentarisch wirkende Prosa lässt soziale Räume - Gassen, Gefängnisse, Kolonien - als Erfahrungsfelder ökonomischer und sittlicher Bewährung hervortreten. Im Kontext des frühen englischen Romans untersucht Defoe Armut, Identität, Mobilität und die ambivalente Verheißung kolonialer Ordnung. Defoe, Kaufmann, politischer Publizist und Dissenter, kannte die Unsicherheit einer von Handel, Kredit und Strafjustiz geprägten Gesellschaft aus eigener Erfahrung: Bankrott, Haft und staatliche Verfolgung schärften seinen Blick für Randexistenzen. Seine Faszination für Lebensberichte, Verbrechen und moralische Selbstprüfung prägt auch "Oberst Hannes", dessen Held weniger romantisiert als in den Zwängen einer modernen Marktgesellschaft lesbar wird. Empfohlen sei das Buch Leserinnen und Lesern, die die Entstehung des Romans als sozialanalytische Form verstehen möchten. Es bietet nicht nur spannende Abenteuer, sondern eine präzise Studie über Schuld, Anpassung und Selbstentwurf im frühen 18. Jahrhundert.

Editionen (8)

ISBN9788028348274
VerlagSharp Ink
Erscheinungsdatum02.12.23
Seitenzahl108

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