Blick ins Buch
Über das Buch
Der Fall Vukobrankovics entfaltet sich als konzentrierte Fallgeschichte, in der juristische Ermittlung, psychologische Analyse und moralische Diagnose unauflöslich ineinandergreifen. Ernst Weiß behandelt den titelgebenden Fall nicht als bloßes Kriminalrätsel, sondern als Symptom einer beschädigten europäischen Ordnung nach Krieg, Nationalismus und sozialer Verunsicherung. Sein Stil ist präzise, kühl beobachtend und zugleich von nervöser Intensität; die Prosa erinnert an klinische Protokolle, moderne Gerichtsakten und die existenziellen Verdichtungen der Zwischenkriegsliteratur. Ernst Weiß, 1882 in Brünn geboren und als Arzt ausgebildet, brachte in seine Dichtung eine seltene Verbindung von medizinischem Blick, ethischer Unruhe und literarischer Formstrenge ein. Die Nähe zu Franz Kafka, die Erfahrung der Habsburger Vielvölkerwelt und das Bewusstsein politischer Zerfallsprozesse prägen sein Werk. Gerade sein ärztliches Wissen schärfte sein Interesse an Schuld, Zwang, Krankheit und der Fragwürdigkeit menschlicher Urteile. Dieses Buch empfiehlt sich Lesern, die psychologische Prosa mit historischem Tiefenraum schätzen. Es ist ein anspruchsvolles, beunruhigendes Werk über Wahrheitssuche und Verantwortung, dessen nüchterne Form die Abgründe seiner Figuren umso eindringlicher sichtbar macht.
Editionen (5)
ISBN9788028345716
VerlagSharp Ink
Erscheinungsdatum01.12.23
Seitenzahl72
Haupt-GenreRomane
Sub-GenreWeitere Themen
FormatTaschenbuch
SpracheDeutsch
Preis8.60 €
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