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Romane

Stopfkuchen

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Über das Buch

Wilhelm Raabes "Stopfkuchen" (1891) entfaltet als späte realistische Erzählung eine kunstvoll verschachtelte Rückkehrgeschichte: Der aus Übersee heimkehrende Eduard berichtet vom Wiedersehen mit Heinrich Schaumann, genannt Stopfkuchen, dessen scheinbar behäbige Existenz auf der Roten Schanze ein verdrängtes Dorfgeheimnis freilegt. In dialogischer, ironisch gebrochener Prosa verbindet Raabe Kriminalmotiv, Erinnerungsarbeit und Gesellschaftsanalyse; hinter der Idylle des ländlichen Raums erscheinen Gewalt, Vorurteil und die Macht kollektiver Erzählungen. Raabe, 1831 in Eschershausen geboren und lange in Braunschweig tätig, gehörte zu den eigenwilligsten Vertretern des poetischen Realismus. Seine Erfahrungen mit bürgerlicher Enge, historischem Wandel und nationaler Selbstgewissheit prägten ein Werk, das Fortschrittsrhetorik misstraut und Außenseiterfiguren besondere Erkenntniskraft zuspricht. "Stopfkuchen" bündelt diese Interessen in der Gestalt Schaumanns: Der Verachtete erweist sich als genauer Leser menschlicher Motive und sozialer Verdrängung. Dieses Buch empfiehlt sich Leserinnen und Lesern, die den Realismus nicht als bloße Milieuschilderung, sondern als intellektuell anspruchsvolle Form der Wahrheitsprüfung entdecken möchten. Raabes Erzählung belohnt genaue Lektüre: Sie ist komisch, düster, moralisch hellsichtig und in ihrer Erzähltechnik erstaunlich modern.

Editionen (29)

ISBN9788028344047
VerlagSharp Ink
Erscheinungsdatum01.12.23
Seitenzahl100

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