Blick ins Buch

Michael Kohlhaas

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Über das Buch

On altinci yüzyilin ortalarinda, Havel Nehri kiyilarinda zamaninin en namuslu ve ayni zamanda en korkunc adamlarindan biri olan Michael Kohlhaas adinda bir at tüccari yasiyordu. Bir köy ögretmeninin oglu olan bu müstesna adam, hayatini otuz yasina kadar örnek bir vatandas olarak gecirmisti. Halen kendi adini tasiyan köyündeki ciftliginde isiyle huzurlu bir sekilde gecinip gidiyordu. Esinin ona bahsettigi cocuklarini Allah korkusu ile caliskan ve sadik bireyler olarak yetistirmisti. Komsulari arasinda, onun yardimseverliginden veya dürüstlügünden nasibini almamis tek bir kisi dahi yoktu. Kisacasi, bir erdemi ugrunda yoldan cikmis olmasaydi, dünya onu hayir dualariyla anardi. Ancak adalet duygusu, onu bir haydut ve katile dönüstürdü.

HeinrichvonKleist, bir soylu tarafindan iki atina haksiz yere el konulmasiyla baslayan ve kendisi icin adaleti yasal yollarla saglayamayinca, intikam duygulariyla agir bir meydan okuma sürecine giren Michael Kohlaasin hikayesinde, hak ve haksizlik, iyi ve kötü kavramlarini sürekli karsi karsiya getirir. Her acidan örnek bir vatandasken, Kohlhaasi bir sucluya, korkunc bir kisiye dönüstüren aslinda özünde yatan adalet tutkusu ve haksizliga tahammül edemeyen kisiligidir. Egemen sinifin yolsuzluklari ve keyfiligi karsisinda bireylerin yasadigi caresizligi carpici bir sekilde gözler önüne seren bu ölümsüz eser hala güncelligini korumakta...

Editionen (3)

ISBN9786053143635
VerlagAyrinti Yayinlari
Erscheinungsdatum01.02.19
Seitenzahl128

Rezensionen & Bewertungen

69 Bewertungen

10 Rezensionen

3,1

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  • fraumarsupilami
    fraumarsupilami

    187 Follower

    3,5

    „Das Rechtgefühl machte ihn zum Räuber und Mörder“ — Wenn Gerechtigkeit zur Obsession wird 🗯️🔥👨‍⚖️

    Michael Kohlhaas ist so einer, der eigentlich nichts weiter will, als in Ruhe seine Pferde verkaufen. Stattdessen verliert er im Lauf der Geschichte nicht nur seine Pferde, sondern auch seine Frau, seine Würde und am Ende sein Leben – und das alles, weil er nicht loslassen kann. Kleists Novelle erzählt die Geschichte eines Mannes, der aus einem berechtigten Anliegen heraus Stück für Stück jeden moralischen Kompass verliert und sich dabei selbst zur zerstörerischen Kraft macht. Und ja: Das ist so anstrengend wie faszinierend. Der Einstieg? Sprachlich eine Herausforderung – lange, verschachtelte Sätze, altertümliches Vokabular, jede dritte Zeile eine Fußnote wert. Aber wenn man einmal drin ist, entfaltet „Michael Kohlhaas“ eine wuchtige Sogkraft. Der Text liest sich wie ein Moralfall im Ausnahmezustand: Was passiert, wenn ein Mensch sich zu 100 % im Recht fühlt – und alle staatlichen, moralischen und sozialen Schranken ignoriert, weil „das Gesetz“ versagt hat? Und genau da liegt der Reiz: Kohlhaas ist nicht einfach ein Wahnsinniger. Er ist kein brutaler Aufwiegler. Er ist ein Idealist, der das System beim Wort nimmt – und daran zerbricht. Dass er sich dabei mehr und mehr ins Extrem radikalisiert, wird nicht geschönt. Kleist zeigt, wie schmal der Grat zwischen Gerechtigkeit und Selbstgerechtigkeit ist, wie leicht aus Rechtsempfinden Gewalt werden kann. Das ist erschreckend aktuell – ob man will oder nicht. Trotzdem: Der Text ist auch überfrachtet. Der Plot eskaliert mitunter ins Absurde. Dass ausgerechnet ein Pferdehändler plötzlich halb Sachsen niederbrennt und sich mit Martin Luther über Gott und Gerechtigkeit unterhält, wirkt eher wie ein Fiebertraum als ein realitätsnaher Erzählstrang. Aber genau dieser Bruch – zwischen überhöhtem Pathos und messerscharfer Kritik – macht die Novelle eben auch spannend. Und sperrig. Und ein bisschen größenwahnsinnig. Fazit: „Michael Kohlhaas“ ist kein gemütlicher Klassiker zum Weglesen, sondern ein moralischer Stresstest in erzählerischer Höchstform. Wer sich darauf einlässt, wird belohnt mit einem Text, der tief bohrt und unbequeme Fragen stellt. Wie viel Gerechtigkeit darf man fordern? Wann kippt Haltung in Hybris? Und wie sehr darf man ausrasten, bevor man selbst zum Täter wird? Kleist gibt keine Antworten – aber er zwingt dich, deine eigenen zu finden. ⭐️⭐️⭐️

    „Das Rechtgefühl machte ihn zum Räuber und Mörder“ — Wenn Gerechtigkeit zur Obsession wird 🗯️🔥👨‍⚖️

    14. Juni 2025

  • maddin809
    maddin809

    20 Follower

    4,0

    Kurz & Knackig, historisch mit ein paar Ungenauigkeiten

    Heinrich von Kleist schrieb dieses kleine Büchlein ungefähr 1809/10. er bediente sich dabei einer Chronik aus seiner Zeit über die fast 300 Jahre alten Ereignisse. Den trotzigen Pferdehändler Kohlhaas hat es also wirklich gegeben. Der Stoff ist auch beliebt und es gibt einige Verfilmungen. Zuletzt habe ich die Version mit Mads Mikkelsen als Kohlhaas in Schweizer Bergen gesehen, die nicht wirklich funktioniert. Der Film lässt (vermutlich wegen knappem Budget) fast die Hälfte der Handlung weg. Insbesondere die politischen Ränkespiele im 2. Teil des Buches sind interessant, tauchen aber im Film gar nicht auf. Jedenfalls finde ich es erstaunlich, dass sich in den Konflikt sogar Martin Luther einmischt, der sich womöglich an die Bauernaufstände Jahre zuvor erinnert fühlt. Das Buch wirft auch heute noch aktuelle Fragen von Anpassung, Widerstand und (übertriebenem?) Sinn für Gerechtigkeit auf. Es ist sehr flott erzählt und die knapp 100 Seiten lesen sich sehr schnell weg.

    16. März 2025

  • arthurzturm
    arthurzturm

    171 Follower

    4,0

    Die altertümliche Schrift ist zu Beginn schwierig und zum Ende hin ein wenig mühselig. Dennoch wird das Leben dieses Mannes sehr gut beschrieben. Nüchtern wird das Unrecht betrachtet, welches in Selbstjustiz endet und diesen der unbedingten Gerechtigkeit liebenden Mann auf seinem Weg begleitet. Durch das Leben von Michael Kohlhaas konnte seine Geschichte nur gut werden.

    21. Nov. 2024

3 von 10 Rezensionen

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