
54 Follower
Drei Kilometer trennen die Freunde Anna, Hans und Misch von der Grenze zum ehemaligen Jugoslawien, der Kilometer quer durch die hoch stehenden Maisfelder hinüber Richtung Freiheit... "Drei Kilometer waren nicht weit, und wir hatten nicht darauf geachtet, wie lang Hans weg war. Durchs Maisfeld flohen viele aber kaum einer war so dumm und lief betrunken in die Dunkelheit. Er würde es nicht schaffen, das wusste ich. Ohne es wirklich zu wollen, schaffte man es nicht." Sommer 1989 im Banat in Rumänien, unweit der Grenze zum ehemaligen Jugoslawien: Anna, Hans und Misch sind gemeinsam in einem banater schwäbischen Dorf während der kommunistischen Diktatur Ceausescus aufgewachsen. Zwischen dem Dorfleben und ihrer Arbeit in der Stadt träumen sie von der Flucht aus dem Regime und einem Leben in Freiheit in Westeuropa. Eine Flucht scheint nur durch die Maisfelder, die entlang der Grenze in der Nähe ihres Heimatdorfes stehen, möglich zu sein. Während Misch bereits einen konkreten Plan zu haben scheint und den passenden Zeitpunkt abwartet, scheint Hans es nicht erwarten zu können und drängt auf eine schnelle Flucht mit seinen beiden Freunden. Anna hingegen ist zwiegespalten zwischen dem Wunsch, den beiden zu folgen und ihrer Familie beizustehen und in der Heimat zu bleiben. Insbesondere ihre Großmutter, die mit ihren Elter und ihr im Haus lebt, kann sie nicht dort zurück lassen. Die Zeit drängt, da die Flucht mit der Ernte der Maisfelder, dem Kukruzbrechen, nicht mehr möglich ist, und als vermutet wird, dass Hans ein Spitzel sein könnte, muss Anna sich schnell entscheiden: Wird sie Misch folgen oder bleiben? Drei Kilometer, der Debütroman von Nadine Schneider hat mich aufgrund seiner Thematik gleich in den Bann gezogen. Da ich bereits einige Bücher über Rumänien gelesen habe, insbesondere über Siebenbürgen, war ich nun ganz gespannt, eines über meine Geburtsregion, dem Banat, zu lesen. Insbesondere die Thematik der Flucht, die Beschreibungen der Zeit kurz vor der Revolution 1989, die auch in diesem Buch zur Geltung kommt, hat ich sehr gepackt. Die Darstellung der damaligen Zustände, des Misstrauens und der Angst vor Repressalien, hat mich sehr beschäftigt. Insbesondere der Gedanke der Flucht und das Zurücklassen der eigenen Familie und was diese durch die Securitate aushalten muss, hat mir den Atem stocken lassen. Daneben war es für mich auch ein bisschen wie nach Hause kommen, da ich viele Begriffe der Banater Schwaben auch selbst noch kenne. Das Buch war für mich ein wahres Highlight, mit dem ich so nicht gerechnet habe und ich empfehle es sehr gerne weiter. Es wird bestimmt nicht das letzte Buch von Nadine Schneider gewesen sein, das ich lesen werde.
14. Juni 2026
Drei Kilometer trennen die Freunde Anna, Hans und Misch von der Grenze zum ehemaligen Jugoslawien, der Kilometer quer durch die hoch stehenden Maisfelder hinüber Richtung Freiheit... "Drei Kilometer waren nicht weit, und wir hatten nicht darauf geachtet, wie lang Hans weg war. Durchs Maisfeld flohen viele aber kaum einer war so dumm und lief betrunken in die Dunkelheit. Er würde es nicht schaffen, das wusste ich. Ohne es wirklich zu wollen, schaffte man es nicht." Sommer 1989 im Banat in Rumänien, unweit der Grenze zum ehemaligen Jugoslawien: Anna, Hans und Misch sind gemeinsam in einem banater schwäbischen Dorf während der kommunistischen Diktatur Ceausescus aufgewachsen. Zwischen dem Dorfleben und ihrer Arbeit in der Stadt träumen sie von der Flucht aus dem Regime und einem Leben in Freiheit in Westeuropa. Eine Flucht scheint nur durch die Maisfelder, die entlang der Grenze in der Nähe ihres Heimatdorfes stehen, möglich zu sein. Während Misch bereits einen konkreten Plan zu haben scheint und den passenden Zeitpunkt abwartet, scheint Hans es nicht erwarten zu können und drängt auf eine schnelle Flucht mit seinen beiden Freunden. Anna hingegen ist zwiegespalten zwischen dem Wunsch, den beiden zu folgen und ihrer Familie beizustehen und in der Heimat zu bleiben. Insbesondere ihre Großmutter, die mit ihren Elter und ihr im Haus lebt, kann sie nicht dort zurück lassen. Die Zeit drängt, da die Flucht mit der Ernte der Maisfelder, dem Kukruzbrechen, nicht mehr möglich ist, und als vermutet wird, dass Hans ein Spitzel sein könnte, muss Anna sich schnell entscheiden: Wird sie Misch folgen oder bleiben? Drei Kilometer, der Debütroman von Nadine Schneider hat mich aufgrund seiner Thematik gleich in den Bann gezogen. Da ich bereits einige Bücher über Rumänien gelesen habe, insbesondere über Siebenbürgen, war ich nun ganz gespannt, eines über meine Geburtsregion, dem Banat, zu lesen. Insbesondere die Thematik der Flucht, die Beschreibungen der Zeit kurz vor der Revolution 1989, die auch in diesem Buch zur Geltung kommt, hat ich sehr gepackt. Die Darstellung der damaligen Zustände, des Misstrauens und der Angst vor Repressalien, hat mich sehr beschäftigt. Insbesondere der Gedanke der Flucht und das Zurücklassen der eigenen Familie und was diese durch die Securitate aushalten muss, hat mir den Atem stocken lassen. Daneben war es für mich auch ein bisschen wie nach Hause kommen, da ich viele Begriffe der Banater Schwaben auch selbst noch kenne. Das Buch war für mich ein wahres Highlight, mit dem ich so nicht gerechnet habe und ich empfehle es sehr gerne weiter. Es wird bestimmt nicht das letzte Buch von Nadine Schneider gewesen sein, das ich lesen werde.
14. Juni 2026






