Blick ins Buch

Fantasy

Wintersturm

4,3(12)
Sprache
Deutsch
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Über das Buch

Mercy Thompson Hauptman ist vieles gewohnt: Werwölfe, Vampire, Feenmagie – und Ärger zur denkbar ungünstigsten Zeit. Doch als sie nach Montana reist, um ihrem Bruder zu helfen, ahnt sie nicht, dass sie mitten in einen Sturm gerät, wie ihn die Welt seit Anbeginn der Zeit nicht gesehen hat. Gemeinsam mit ihrem Mann Adam sitzt Mercy in einer abgelegenen Lodge fest, umgeben von Fremden und eingeschlossen von Schnee, Wind und Dunkelheit. Bald wird klar: Die Probleme ihres Bruders sind nur der Anfang. Uralte, unberechenbare Mächte sind erwacht – und ein falscher Schritt könnte das Ende der Welt bedeuten.

Editionen (1)

ISBN9783989061507
VerlagSecond Chances Verlag
Erscheinungsdatum18.06.26
Seitenzahl400

Merkmale

1 Bewertungen

LangsamEinfachAnschaulichSympathischVielschichtigGlaubwürdig

Rezensionen & Bewertungen

12 Bewertungen

1 Rezensionen

4,3

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  • bstbsalat
    bstbsalat

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    3,0

    Lustig: Nach der Beschreibung im Klappentext bin ich davon ausgegangen, dass mit Mercys Bruder entweder Sam oder Charles gemeint ist und war gespannt, wobei sie in Montana helfen sollte. An Gary hatte ich gar nicht gedacht, muss ich gestehen. Aber sobald ich das erkannte, war mir klar, dass Kojote irgendwie seine Pfoten im Spiel haben musste. Es ist eine Weile her, dass ich den vorherigen Band "Seelendieb" gelesen hatte, weshalb ich diesmal tatsächlich froh war über die kleinen Hinweise, die mir den direkten Anschluss ermöglichten. Sonst stören sie mich oft ein bisschen, weil ich vor dem Lesen eines neuen Bandes oft die ganze Reihe oder zumindest die letzten 2-3 Bände noch einmal als Hörbuch höre oder auch noch einmal lese, aber diesmal hatte ich keine Zeit dafür und war dankbar für die kurzen Wiederholungen von wichtigen Details. "Wintersturm" fühlt sich anders an als viele der bisherigen Bände um Mercy: Das ist per se weder gut noch schlecht, nur erst einmal anders - aber ich persönlich bin kein Fan von dieser Veränderung. Ich bin mir nicht absolut sicher, woran das liegt, aber einige Dinge sind mir aufgefallen. Erstens springen wir zwischen vielen verschiedenen Perspektiven, nicht nur zwischen Mercy und manchmal Adam - was ja auch schon unüblich für diese Reihe ist. Es wird erst nach und nach klar, welche Rolle diese kleinen Zwischenspiele und deren Perspektivgeber*innen für Mercys Aufgabe in "Wintersturm" spielen werden, doch allein durch die Entscheidung, diese kurzen Einschübe überhaupt zu verwenden, verdeutlicht die Autorin Patricia Briggs uns Lesenden schon früh, dass es viele verschiedene Akteure gibt. Mehr, als man auf den ersten Blick erkennt. Auch die kurzen "meanwhile"-Momente für einige Rudelmitglieder sind unüblich und meiner Meinung nach an dieser Stelle nicht notwendig. Es ist zwar schön zu lesen, ob und wie das Rudel ohne seinen Anführer und dessen Frau funktioniert, aber es hat nicht wirklich etwas zur Handlung beigetragen - es sei denn, damit wird der Grundstein für den nächsten Band oder ein neues Spin-Off gelegt, was man aber jetzt noch nicht erkennen kann. In früheren Bänden wurden solche Bezüge durch "ich muss dir erzählen, was bei uns los war" oder "Mercy spürte durch die Rudelverbindungen ..." hergestellt. Für maximal 2 Seiten Zusatzinfo, die gar nicht so relevant für die Handlung ist, diverse Zwischenkapitel einzufügen ist einfach überflüssig. Zweitens befinden wir uns - abgesehen von besagten kurzen Momenten, in denen wir Darryl, Warren oder Sherwood über die Schulter schauen - außerhalb der Tri-Cities. Spontan fallen mir nur wenige Bände dieser Reihe ein, die so konstant an einem anderen Schauplatz stattfinden, und dabei nicht einmal das Rudel oder Mercys erweiterte Familie dabei haben. Nicht nur, dass wir uns damit auf ungewohntem Terrain befinden, sondern es sind auch kaum bekannte Charaktere eingebunden. Dadurch entstand für mich der Eindruck von einem One-Off-Abenteuer. Ein bisschen wie eine Monster-of-the-Week-Episode von TV-Serien wie Buffy, Doctor Who oder Supernatural, die nicht so wichtig für das große Ganze der Staffel oder sogar der Serie sein würde. Ja, gegen Ende gibt es ein wichtiges Ereignis, das später garantiert noch einmal aufgegriffen wird, weil es großen Einfluss auf Mercy hat, aber insgesamt glaube ich nicht, dass irgendetwas aus "Wintersturm" wirklich langfristig relevant ist. Und das unterscheidet sich doch stark von den restlichen Bänden der Reihe, in denen immer ein neues Puzzlestück für Mercy und ihre Verstrickungen in das Machtgefüge zwischen den einzelnen magischen Völkern ans Licht kam. Dieser Eindruck verstärkt sich durch die Art des neuen Abenteuers, die bei mir Assoziationen mit klassischen Kleinstadt-Krimis weckte: ein begrenzter Raum, ein zu lösendes Mysterium, ein überschaubarer Pool an Verdächtigen. Dazu eine ordentliche Prise Magie und Monster, aber einen Großteil der Handlung hat die Ermittlung eines Täters ausgemacht, während nebenbei ein paar Mercy-typische Dinge quasi einfach so passiert sind. Der Schreibstil war insgesamt wieder großartig, wie gewohnt vollgestopft mit Briggs dezentem, aber omnipräsenten Humor. Ich bin nur so durch die Seiten geflogen und hatte das Buch an zwei Abenden durchgelesen. Auch die Elemente nordischer Mythologie fand ich interessant. Und doch tue ich mich etwas schwer mit dieser Rezension, weil ich die Reihe um Mercy und Adam und auch die Spin-Off-Reihe "Alpha & Omega" um Charles und Anna so sehr liebe und sie mich schon so lange begleitet - aber "Wintersturm" holt mich einfach nicht so sehr ab, wie es die anderen Bände taten. Habe ich das Buch sehr schnell gelesen? Ja! Aber ich hing nicht gierig an jeder neuen kleinen Enthüllung und Wendung, wie es sonst der Fall war. Mochte ich den humorvollen Schreibstil und die frechen Sprüche von Mercy? Ja! Aber einige Stellen sind holprig übersetzt und viel zu nah an englischen Formulierungen, die im deutschen deshalb merkwürdig wirken - zum Beispiel "Audiobuch" statt "Hörbuch" oder "ob oder ob nicht Adam XY getan hatte" statt "ob Adam XY getan hatte oder nicht" -, was ich von Vanessa Lamatschs eigentlich sehr sorgfältigen Übersetzungen nicht gewohnt bin und weshalb sich mir angesichts aktueller Entwicklungen die vorsichtige Sorge aufdrängt, ob hier zum Teil auf KI zurückgegriffen wurde. Ich hoffe sehr, dass das nicht der Fall ist! Ich weiß, es sind Kleinigkeiten, aber diese Details machen für mich gute Übersetzungen aus. Ich halte sehr viel von Lamatsch - vor einigen Jahren habe ich im Nachhinein herausgefunden, dass sie viele der Bücher und Reihen übersetzt hat, die mir echt gut gefallen haben und deren gemeinsamer Nenner schlicht die Übersetzerin war. Dass "Wintersturm" nun gleich an mehreren Stellen ungeschickte Formulierungen hat, ist hoffentlich eine Ausnahme. Hat mir das Abenteuer in "Wintersturm" gefallen? Das ist wohl der wichtigste Punkt, und ausgerechnet diesen muss ich so beantworten: Jein ... Die Verbindung aus nordischer und indigener nordamerikanischer Mythologie war interessant und eine nette Ergänzung zum bisherigen Mercy-Universum, aber durch das komplette Fehlen des Rudels oder anderer bekannter Charaktere aus Mercys Umfeld fehlte mir ein Großteil dessen, was im Normalfall für mich den Reiz dieser Reihe ausmacht. Bitte versteht mich nicht falsch, Mercy ist großartig und Adam ist toll. Aber ohne beispielsweise Bens Flüche, Warrens Cowboy-Charme, Aurieles Sticheleien, Zees grummelige Fürsorge, Jesses erfrischende Menschlichkeit zwischen all den magischen Wesen oder sogar Stefan als gelegentlicher Retter in der Not wirkte "Wintersturm" einfach nicht wie ein normaler Mercy-Thompson-Band. Stattdessen gibt es ein ganzes Ensemble aus neuen Charakteren, die in diesem einen Band aber natürlich nicht so detailliert aufgebaut werden können, dass mich ihr Glück oder Unglück wirklich interessieren würde. Bei einigen kann ich mir vorstellen, dass sie später noch einmal Gastauftritte haben könnten. Mir drängt sich der Eindruck auf, als ob die Autorin ihr Held*innenpaar einmal alleine irgendwo ins Chaos schicken und sehen wollte, wie es sich ohne die Rückendeckung durch bekannte Figuren schlagen würde. Wie eine Schreibübung oder eine längere Novelle, die außerhalb der Reihe laufen könnte. Es gibt ja mit "Jäger im Schatten" bereits einen Sammelband solcher Kurzgeschichten. Mit fast 500 Seiten ist "Wintersturm" deutlich zu lang für eine Kurzgeschichte, aber es fühlt sich einfach so an, als wäre dies keine normale Fortsetzung der Reihe, sondern ein kurzer Abstecher in eine andere Richtung. Deshalb bin ich gespannt, wie sich die Reihe mit der nächsten Fortsetzung weiterentwickeln wird. Geht es "back to the roots" oder ist "Wintersturm" das neue Normal? Ich werde auch nach anderen Rezensionen zu diesem Buch Ausschau halten um zu sehen, ob ich mit diesem Eindruck allein dastehe. Ich habe diesen 14. Band der Mercy-Thompson-Reihe gern gelesen und mich darüber gefreut, wieder in diese Welt eintauchen zu dürfen. Doch leider begeistert mich "Wintersturm" nicht so sehr wie seine Vorgänger, sodass es bei schlichter guter Unterhaltung für Zwischendurch blieb.

    1. Juli 2026

Autorin / Autor

Über Patricia Briggs

Patricia Briggs, geboren 1965 in Montana, zählt zu den erfolgreichsten Fantasyautorinnen der USA. Bekannt wurde sie vor allem mit ihrer Urban-Fantasy-Reihe um die Gestaltwandlerin Mercy Thompson, die regelmäßig die Bestsellerlisten erobert. Neben den Mercy-Thompson-Romanen schreibt sie die ebenfalls erfolgreiche Alpha-und-Omega-Serie, die in derselben Welt spielt. Patricia Briggs lebt heute mit ihrer Familie im Bundesstaat Washington.

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