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Shitbürgertum

3,4(54)
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Über das Buch

Mit den bitter-humoristischen Begriffen »Schildbürger« und »Spießbürger« wurden zwei alte Sozialcharaktere gekennzeichnet: Der eine zerstört närrisch-klug und doch in bester Absicht sein Gemeinwesen. Der andere verteidigt verbiestert seinen Status quo. In den saturierten liberalen Gesellschaften des Westens hat, wie Ulf Poschardt zeigt, ein neuer Sozialcharakter das Zepter in die Hand genommen: der »Shitbürger«, in dem sich Anmaßung und Untertanengeist, Selbstbehauptung und Opportunismus unheilvoll mischen. Shitbürger setzen sich in kluger Narretei für die Rettung der Welt ein und verteidigen dabei moralisch überlegen die eigenen Pfründe. In Deutschland haben sie längst weite Teile des Kultur-, Medien- und Wissenschaftsbetriebs unter ihre Kontrolle gebracht, dazu die Amtskirchen und eine große Mehrheit der überwiegend mit Steuergeldern finanzierten NGOs. Wohin die Hegemonie des Shitbürgertums Deutschland getrieben hat, ist längst offensichtlich. Ulf Poschardt konstatiert, dass die Krise unseres Landes ohne Selbstkritik dieses Milieus und eine Rückbesinnung auf republikanische Tugenden nicht überwunden werden kann. Bleibt die Selbstkritik aus, muss es ideologisch dekonstruiert werden.

Editionen (3)

ISBN9783987370359
Verlagzu Klampen Verlag
Erscheinungsdatum31.12.25
Seitenzahl120

Rezensionen & Bewertungen

54 Bewertungen

11 Rezensionen

3,4

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  • philippguertzsch
    philippguertzsch

    150 Follower

    2,5

    Kopfschmerzen vorprogrammiert.

    Puh..... Sehr Hochtrabendes Buch , ja es gibt Ansätze zum Nachdenken aber es ist unglaublich schwer geschrieben. Ich bin ehrlich vieles hab ich nicht verstanden weil es tausendmal komplizierter geschrieben wurde als es einfach auf den Punkt zu bringen . Ich musste echt viele Wörter nachlesen. Dieses Buch hat mir das Gefühl gegeben ich bin dumm .🤣

    29. Juli 2025

  • riananderson
    riananderson

    9 Follower

    1,0

    Wo soll ich da nur anfangen ...

    Poschardt richtet sich mit dem Buch in erster Linie gegen den aktuellen linken Zeitgeist, gewohnt polemisch natürlich. Schon im Einband findet sich der Spruch "Mach kaputt, was dich kaputt macht!" aufgedruckt, ein Spruch der 70er Jahre Punkbewegung, welchen Poschardt jetzt bewusst gegen die Linken nutzt, weil sie ja die Wirtschaft und unser Denken kaputt machen würden! Auf ähnlichem Niveau ist ungefähr der Rest des Buches, Poschardt lässt sich halt (wenig konstruktiv) über die Linken heutzutage aus. Das Shitbürgertum steht hierbei stellvertretend für jenen linken Zeitgeist, der seiner Meinung nach die Gesellschaft kaputt macht. "Shitbürger" sind dabei Menschen, die in ihrer eigenen Moral total überhöht sind und sich als die moralisch richtige Instanz erkennen, das aber selbst nicht konsequent umsetzen können. Wasser predigen, Wein trinken Situation also quasi. Womit schon ein grundsätzlicher Denkfehler bei Poschardt liegt, denn nach dieser Definition ist praktisch jeder Mensch ein Shitbürger, weil das nun mal ein Grund-Mechanismus ist, welchen praktisch jeder Mensch irgendwie hat. Und dann polemisiert Poschardt sich eben durch ganz viele Themengebiete, denen er auch immer schön lustige Überschriften gibt, mein Favorit wird wohl immer die "Lauchbourgeoisie" bleiben, welche quasi reiche Leute bezeichnet, die sich dem aktuellen linken Zeitgeist anpassen. Bestes Beispiel für so jemanden, den Poschardt hier meint, ist wahrscheinlich Billie Eilish. Sich selbst zählt er natürlich nicht dazu, auch wenn er meiner Meinung nach von allen Leuten sicherlich der größte Lauch ist, aber er positioniert sich im Buch ohnehin oft genug als Opfer der pösen pösen Linken, mit der Begründung, dass er früher selbst mal links war, und jetzt aber "aufgewacht" sei, und deswegen ihn alle Welt hassen würde (kann ja gar nicht sein, dass man vielleicht selbst schuld daran ist!). Dafür braucht er auch schon zwei Vorwörter, richtig gehört, das Buch hat zwei Vorwörter, ein "Vor-Vorwort" und ein "Vorwort", welche inhaltlich praktisch das gleiche aussagen. Poschardt hält sich nun mal in allen, was er macht, für unglaublich intelligent, da ist er aber auch der einzige, der das so sieht. Kann aber generell jetzt nichts wirklich positives zum Buch sagen, bis dass Poschardt zumindest Grundwissen über diverse Thematiken in Verknüpfung von Politik und Popkultur verfügt, immerhin wusste er, dass Captain America als Gegenentwurf zum Hyper - Menschenbild der Nazis entstand, und es war an sich zumindest nicht langweilig geschrieben, darüber hinaus polemisiert Poschardt teilweise ganze Problematiken nur auf Linke, zum Beispiel richtet sich Poschardt gegen linken Antisemitismus, aber nicht gegen Antisemitismus generell. Es geht Poschardt eben mit seiner Polemik nur darum, die Gegenseite irgendwie zu verletzen, weil seine moralische und intellektuelle Ansicht natürlich die einzig richtige ist, was ihm zu genau dem Shitbürger macht, den er eigentlich kritisiert. Was ein Zirkelschluss für diesen Text. Gebe dem Buch gut gemeinte 2 von 10 Punkte, und damit ist das die schlechteste wirtschaftlich - politische Lektüre, die ich je gelesen habe.

    17. Feb. 2026

  • christoph.n
    christoph.n

    25 Follower

    3,0

    Man mag das dünne Büchlein einfach schlecht finden, vielleicht weil der Autor respektlos bis beleidigend ist, seine Behauptungen nicht immer begründet, Manches übertreibt, Wichtiges weglässt, sich sls Opfer stilisiert, sich nicht ausreichend von Autokraten distanziert usw. Poschardt liefert auch keine konstruktiven Vorschläge z.B. über einen möglichen Konsens mit seinem Feindbild links-grüner Ideologen und ihrer bürgerlichen Anhänger. Aber meiner Meinung nach trifft Poschard mit seiner Analyse teilweise den Nagel auf den Kopf: Objektiv hohe Staatsquote und überproportional wachsender öffentlicher Dienst, subjektiv empfundener paternalistischer und belehrender Regierungsstil u.a. durch Inszenierung fast aller politischen Konflikte als "gesinnungsethisches Theater" (Beispiele zu nennen sollte sich erübrigen), Diffamierung abweichender Meinungen als "rechts" usw. Als Reaktion, gibt Poschardt zu bedenken, ist bekanntlich immer mehr Wählern egal, was von ihnen erwartet wird. Insgesamt bin ich von dem Buch etwas enttäuscht, da ich nichts wirklich Neues erfahren habe. Einzige Ausnahme ist ein Zitat des mir bisher unbekannten französischen Politikers Alexis de Tocqueville, der bereits 1835 in "Über die Demokratie in Amerika" die Beherrschten so beschrieb: "Ich sehe eine unübersehbare Menge ähnlicher und gleicher Menschen, die sich rastlos um sich selbst drehen, um sich kleine und gewöhnliche Freuden zu verschaffen, die ihr Herz ausfüllen. Jeder von ihnen ist ganz auf sich selbst zurückgezogen, dem Schicksal aller anderen gegenüber wie unbeteiligt: seine Kinder und seine besonderen Freunde sind für ihn die ganze Menschheit: was seine übrigen Mitbürger angeht, so ist er zwar bei ihnen, aber er sieht sie nicht; er berührt sie, aber er spürt sie nicht; er lebt nur in sich und für sich selbst (...)." In 190 Jahren scheint sich nicht wirklich viel verändert zu haben...

    2. Mai 2025

3 von 11 Rezensionen

Autorin / Autor

Über Ulf Poschardt

Ulf Poschardt, geboren 1967, ist Journalist. Er war Chefredakteur des Magazins der »Süddeutschen Zeitung« und der deutschen Ausgabe von »Vanity Fair«. Seit 2016 ist er Chefredakteur der »Welt«-Gruppe. Von ihm sind mehrere Bücher zur Gegenwartskultur erschienen.

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