Frühlingswellen

Frühlingswellen

Taschenbuch
4.48

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Beschreibung

Zuhause ist der Ort, wo man dich aufnimmt. Die Aussteigerin Henrike kehrt wenige Monate vor ihrem 50. Geburtstag schweren Herzens auf ihre Heimatinsel Sylt zurück. Alles, was ihr bisher Sicherheit gab, ist verloren. Sie zieht bei ihrer Mutter Witta ein, der sie in der Vergangenheit aus dem Weg gegangen ist. Aus Geldmangel nimmt Henrike einen Job bei Joris, dem Bruder ihrer Kindheitsfreundin Ulli, an. Beide kommen sich näher, aber für Henrike steht fest, dass Sylt nur eine Zwischenstation ist. Wäre da nicht dieses komische Gefühl, dass ihr etwas Entscheidendes entgeht. Wieso hat Witta so viele Freundinnen? Und was belastet Joris? Ist das Inselleben tatsächlich so trostlos, wie Henrike es in Erinnerung hatte? Eine Geschichte über die Schwierigkeit, Liebe wiederzufinden und anzunehmen. Nach dem Erfolg von Konfetti im Winter und Herbstwege der dritte Sylt-Roman der Autorin.

Buchinformationen

Haupt-Genre
Romane
Sub-Genre
Weitere Themen
Format
Taschenbuch
Seitenzahl
360
Preis
14.40 €

Beiträge

3
Alle
4

Lesenswert und überzeugend, authentisch und sympathisch!

Henrike‘s Leben in Miami ist von einem Tag auf den anderen zerbrochen. Sie kehrt schweren Herzens zurück nach Sylt, wo so aufgewachsen ist, und zieht wieder bei ihrer Mutter ein. Jahrelang ist sie ihrer Vergangenheit aus dem Weg gegangen und muss jetzt nicht nur damit auseinandersetzen sondern schnell wieder auf die Beine kommen. Sie findet einen Job bei Joris, dem Bruder ihrer besten Freundin und rappelt sich langsam wieder auf. Doch bleiben will sie auf Sylt nicht. Geht sie zurück nach Miami? Oder kann sie sich endlich auf Sylt und ihre Familie einlassen? Da ich die beiden (in sich abgeschlossenen!) ersten Romane der Sylt-Reihe von Katharina Mosel bereits gelesen habe, wollte ich nun auch „Frühlingswellen“ lesen und habe es mir gekauft. Endlich wieder nach Sylt! Nicht nur die Insel sondern auch die Geschichte haben mich sehr fasziniert. Henrike hat eigentlich keinen Grund nach Miami zurückzukehren und doch sträubt sich alles in ihr gegen Sylt. Für mich klang das nach einem sehr viel tieferliegenden Problem als es den Anschein hatte und ich habe alle Nuancen von Henrike‘s Denken, Fühlen und Handeln aufgesogen. Ich fand es spannend zu sehen, wie sehr der Wunsch nach Unabhängigkeit einen auch tatsächlich in eine falsche Richtung führen kann und war begeistert von guten, ehrlichen Freunden, die unterstützen und niemandem nach dem Mund reden. Mir hat „Frühlingswellen“ in dieser Reihe bisher am besten gefallen. Henrike geht es gar nicht gut und es war schön zu sehen, wie ihr geschundenes Herz von ihrer Familie, Bekannten und Freunden gepflegt wurde. Wie schön das ist, wenn man sowas erleben darf! Dieser Roman zeigt, dass ein Neuanfang schwer ist, aber niemals unmöglich, egal wie alt man ist und er hat mich zufrieden und glücklich für Henrike zurückgelassen. Lesenswert und überzeugend, authentisch und sympathisch! Von mir gibt es 4 von 5 Sternen. ⭐️⭐️⭐️⭐️

5

Ein wunderbares Buch über einen ungewollten Neuanfang.

Nachdem ich im letzten Jahr so positiv überrascht von „Veränderungsgetümmel“ war, habe ich mich sehr gefreut, dass ich „Frühlingswellen“ bereits vor dem Erscheinen lesen durfte. Wie auch schon bei dem Vorgängerbuch widmet sich Katharina Mosel wieder einem Thema, das jederzeit jeden von uns ereilen könnte: Einem bevorstehenden Neuanfang. Ich liebe ihre Art über diese Themen zu schreiben und habe mir ihre vorherigen Büchern nun endgültig auf den Lesestapel gelegt. Henrike ist schon seit ihrer Kindheit eine Weltenbummlerin. Zunächst ist sie auf verschiedenen Kontinenten herumgereist und ist nun, zum anstehenden 50sten Geburtstag in den USA, genauer gesagt in Miami, sesshaft geworden. Doch dann stellt sich heraus, dass ihr Freund Marc nicht nur eine Affaire mit einer Arbeitskollegin hat, sondern auch ihr Vermögen, das sie als Altersvorsorge zurückgelegt hat, mit dubiosen Investmentfonds durchgebracht hat. Sie flüchtet zu ihrer Mutter nach Sylt um sich klar zu werden, wie es in ihrem Leben weitergehen soll. Mit fast 50 will sie eigentlich nicht wieder von vorne anfangen, aber ihr bleibt ja leider nichts anderes übrig. Man ist nie zu alt für etwas Neues. „Frühlingswellen“ von Katharina Mosel Henrike hat eine Eigenschaft, die ich schon seit Jahren versuche mir selber abzugewöhnen: Sie verurteilt sich für alle Fehler, die sie im kleinen und insbesondere im Großen gemacht hat. Mir tat es im Herzen weh zu lesen, mit welchen Worten sie sich runter gezogen und fertig gemacht hat. Als Außenstehende und vor allem bei dieser fiktiven Figur habe ich erst mal bemerkt, wie schlimm dieses Verhalten ist. Sie hat immer wieder Gedankenschleifen gedreht und das berühmte „Was wäre wenn…“ durchdacht. Es ist absolut logisch, dass dieses Denken gar keine Probleme löst, sondern einen einfach stillstehen lässt. Ich konnte absolut verstehen, dass Henrike in dieser Lebensphase absolut alles in den falschen Hals bekommen hat und Handlungen und Worte ihrer Mitmenschen so gut wie immer negativ aufgefasst hat. Sie war wirklich in einem tiefen dunklen Loch gefangen. Heilfroh war ich, als sie dazu gezwungen wurde zu handeln und nach und nach immer mehr Lichtblicke gesehen hat, was nicht zuletzt auch am zauberhaften Joris lag. Eins musste ich wieder einmal feststellen: Katharina Mosel kann einfach die richtige Art Männer erschaffen. Ich mag diese Mischung aus kauzig, mürrisch, herzensgut und einem Schuss Schicksal, das den betreffenden Man ein wenig tragisch wirken lässt und mir als Leserin zeigt, das jeder seine eigene Baustelle im Leben hat. Auch Joris gehört zu dieser Art Mann. Witta, Henrikes Mutter, und auch ihre Freundin Ulli sind dagegen sehr gefestigte Charaktere. Witta hat sich in ihrem hohen Alter von 82 Jahren noch mal Freundinnen gesucht und verhält sich ganz anders als Henrike es sich vorher vorstellen konnte, denn durch die große Entfernung haben sie nur noch sporadisch miteinander zu tun gehabt. Witta spricht regelmäßig per Videotelefonie mit ihren Freundinnen, die im Ausland leben, und verreist sogar mit ihrer Freundin Paulina nach Mallorca um die dort lebenden Freundinnen zu besuchen und erscheint dabei so aufgeregt wie eine 17jährige, die das erste Mal allein unterwegs ist. Die älteren Damen sind dabei so unglaublich liebenswert, dass ich sie am liebsten sofort kennengelernt hätte. Ulli ist die Schwester von Joris und stärkt Henrike bei jeder sich bietenden Gelegenheit den Rücken, obwohl Henrike sie öfter enttäuscht hat, weil ihr die weite Welt wichtiger war als ihre Freundschaft. Ich finde ja, so wie Ulli es hält, geht Freundschaft. Man kann über die geschehenen Dinge reden und dann feststellen, wie schwerwiegend das Problem wirklich war. Ulli fragt nicht mal nach, sie ist sofort da. Das hat mir sehr imponiert. „Frühlingswellen“ hat mir einmal mehr gezeigt, dass man das Leben nur richtig genießen kann, wenn man auf allen Ebenen zufrieden ist. Es muss nicht das große Glück sein, sich wohl mit seinem Leben fühlen ist völlig ausreichend. Dazu gehört auch, dass man seine eigenen Wünsche verfolgt und nicht das tut, was andere für richtig halten – vor allem nicht stellvertretend für einen selbst. Wenn du jetzt ein Buch voller plakativer Lebensweisheiten erwartest, in dem die Autorin eine Liste von Handlungen abarbeitet und dabei vielleicht noch Buchtipps gibt, bist du völlig falsch. „Frühlingswellen“ vereint die Geschichte um Henrike mit ihren überwiegend wundervollen Charakteren und die Tiefe der eigenen Lebenserfahrung zu einem flüssig zu lesendem Roman, der niemals belehrend daher kommt. Wie auch schon in „Veränderungsgetümmel“ beinhaltet das Buch eine Vielfalt von Themen, die wir in dem verlinkten YouTube-Gespräch (https://youtu.be/OOJIGK-bFxU) aufgearbeitet haben. Du solltest dir auf jeden Fall die Leseprobe durchlesen, denn der Schreibstil der Autorin entwickelt einen Sog, dem ich mich nicht entziehen kann. Vielleicht geht es dir ja genauso? Das Buch wurde mir von Katharina Mosel zur Verfügung gestellt. Ich bedanke mich herzlich dafür. Meine Meinung hat dies nicht beeinflusst.

4

Das Leben der Einheimischen kommt gut zum Ausdruck, leider spannungslos

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