Der Termin

Der Termin

Hardcover
3.545
GeschlechtsumwandlungIdentitätMonologFremdsein

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Beschreibung

Dieser Roman ist obszön - und grandios!

Katharina Volckmer ist mit ihrem Debüt zum internationalen Shootingstar einer neuen Literatur geworden. Auf Englisch verfasst, zielt ihr radikaler Roman auf die Deutschen und ihre Scham.In einer Londoner Praxis entblößt sich eine junge Frau aus Deutschland vor ihrem Arzt Dr. Seligman. Obwohl sie nur seinen Hinterkopf sehen kann, vertraut sie ihm ihr Innerstes an: ihre heimliche Lust, ihre Schuldgefühle und ihr Ringen um sich selbst. Obwohl sie sich von ihrer katholischen nachkriegsdeutschen Familie abgewandt hat und seit Jahren in London lebt, verfolgen sie die alten Geister. In einem messerscharfen Monolog nabelt sie sich noch einmal von ihrer Vergangenheit,
aber auch von ihrer Gegenwart ab. Vom Umkleiden in der Badeanstalt bis zum Toilettenfick in der Bar begleiten wir eine junge Frau, die sich von ihrer Scham, ihrer Kultur und ihrer Geschlechtlichkeit fundamental befreit.

»Katharina Volckmer ist eine Draufgängerin erster Güte. Ihr Roman steckt voller hypnotischem, poetischem Erfindungsreichtum und Witz … So düster und brillant wie Naked Lunch und dabei hinreißend schön.« Ian McEwan

»Erstaunlich, originell, verstörend und wunderschön. Der Termin ist ein lang überfälliger, radikaler Eingriff.« Chris Kraus, Autorin von »I Love Dick«

»Dieses Buch ist ein Befreiungsschlag, für die Literatur, für das eigene Denken und Fühlen, ja, für das Hoffen.«
Frank Witzel

Buchinformationen

Haupt-Genre
Romane
Sub-Genre
Zeitgenössische Romane
Format
Hardcover
Seitenzahl
128
Preis
20.60 €

Beiträge

13
Alle
2.5

Ein verstörender Monolog - auf Deutsch: Der Termin

Der Termin stand auf meiner Wunschliste, weil es mir – soweit ich mich erinnere – im Zusammenhang mit Hunchback empfohlen wurde. Da es recht kurz ist, habe ich es spontan beim Spaziergang auf Englisch gehört. Ich verstehe, warum die Empfehlung im Kontext von Hunchback kam: Die Sprache ist ähnlich direkt, roh und ungeschönt; auch die Brutalität hat Parallelen. Inhaltlich aber ist es ein ganz anderes Buch. Schon die ersten Sätze lassen einen stutzen und man denkt: What’s gotten into her? Das Hörbuch wird von der Autorin selbst gelesen – und das macht sie wirklich gut. Ihre Stimme passt perfekt zum Ton des Textes. Inhaltlich begleitet man eine Frau, die während eines Gynäkologentermins einen Monolog mit ihrem Arzt Dr. Seligman führt. Sie spricht dabei offen über ihre sexuellen Fantasien – unter anderem auch sehr provokante Gedanken über Hitler und den Nationalsozialismus. Das ist verstörend, keine Frage – aber auch bewusst schockierend. Außerdem spricht sie über ihre Kindheit, ihre katholische Erziehung, das Unbehagen mit sich selbst und ihre Ablehnung der Geschlechtsrolle, die ihr zugeschrieben wurde – und darüber, was sie überhaupt zu diesem Termin beim Gynäkologen gebracht hat. Sie kritisiert Geschlechterrollen, Körperbilder und gesellschaftliche Erwartungen. Fragen wie: Warum dürfen Männer oben ohne sein, Frauen aber nicht? Warum müssen Frauen sich nachts fürchten, Männer aber nicht? Der Text ist fragmentarisch, fast wirr – wie ein inneres Auskotzen. Gedanken springen von einem Thema zum nächsten. Dabei entsteht das Bild einer Person inmitten psychischer, körperlicher und gesellschaftlicher Transformation, die Vergangenes reflektiert – mit einer Wortgewalt, wie man sie sonst vielleicht nur in stiller Scham mit sich selbst führt. Es geht auch um Wut – auf die Gesellschaft, auf sich selbst, auf alte Rollenbilder. Diese Wut wird sarkastisch, aggressiv und radikal formuliert. Ob das Buch die persönliche Haltung der Autorin widerspiegelt, kann ich nicht sagen und das ist vielleicht auch gar nicht entscheidend. Klar ist: Dieses Buch ist nichts für jeden. Der Kink rund um den „Führer“ wirkt bewusst grenzüberschreitend und wird viele Leser verstören oder auch abstoßen. Aber Der Termin ist definitiv ein Diskussionsanstoß. Es bringt viele unbequeme Gedanken auf den Tisch. Wer sich darauf einlassen kann und den Stil aushält, bekommt ein ungewöhnliches, radikales Stück Literatur – irgendwo zwischen Selbstbefragung, Gesellschaftskritik und literarischem Tabubruch. Ich persönlich fand es okay – nicht überragend, sehr kurzweilig, aber definitiv interessant genug, um darüber zu sprechen. Kann man mal machen.

3

Der Termin ist anders als alles, was ich seit Jahren gelesen habe. Radikal in seiner Form als Gewalt-Monolog, der keine Widerrede zulässt. Obszön in Sprache und den Bildern. Und vor allem schamlos offen. Volckmer spricht aus, legt schonungslos offen. Ein Buch als Blutgrätsche, aber fürs Hirn, sodass es heftig in einem pulsiert. Ein Buch, das es einem zugegebenermaßen aber auch nicht unbedingt leicht macht, es zu mögen.

3

So richtig weiß ich noch nicht wohin mit diesem Buch und mir. Intim, roh, heftig, irritierend - anders kann ich es gerade nicht beschreiben.

5

Diese Art wie die Autorin schreibt Ich brauche Nachschub

Vulgär, frech und unglaublich ausdrucksstark Dieser nie endende Monolog wird nie nervig oder platt Liebe es sehr

3

Ein Arzt hört zu … … während die Hauptperson des Buches einen Monolog auf das Leben hält. Schnell springen die Themen und es fällt schwer, ihnen zu folgen. Doch langsam erschließt sich ein größeres Bild: Dieser Person wurde bei der Geburt ein falscher Name gegeben und ein Geschlecht zugeordnet, dass sich nicht richtig anfühlt. Durch viele kleinere Episoden und letztlich diese eine gewisse Affäre bringen sie zur Erkenntnis, als Mann leben zu wollen. Der erste Schritt ist jedoch hier nicht das Outen, das Kommunizieren, das Anderen-Mitteilen, sondern der Gang zum Arzt, um das Umfeld vor vollendete Tatsachen zu stellen. Ein interessanter Ansatz, der zum Nachdenken anregt, warum die Person exakt so und nicht anders handelt. Es werden sehr verstörende Sequenzen geschildert. Die Person berichtet von Therapiesitzungen, während denen sie beispielsweise von erotischen Fantasien mit dem einstigen Führer Nazideutschlands erzählt. Doch trotz dem diese Passagen einfach unangenehm zu lesen und nur schwer zu ertragen sind, werden an anderer Stelle unbequeme Fragen aufgeworfen, deren Fragesteller in der Realität heutzutage zu Recht immer lauter werden. Ein Beispiel: Warum gilt ein nackter Busen als nackt, während eine freier Oberkörper mit flachem Busen als nicht-nackt wahrgenommen wird? (Ich frage mich das ehrlich gesagt auch!) Alles in allem finde ich, dass das Buch zwar tolle Denkanstöße gibt, jedoch werden mir einige Themen zu schnell abgearbeitet und wüst durcheinandergeworfen. Für nur 130 finde ich das Buch zu voll gepackt. Außerdem musste ich feststellen, dass die Monologform einfach nicht meins zu sein scheint. Da es aber sprachlich gut geschrieben ist und durchaus interessante Thematiken aufgreift, gibt es von mir aufgerundete 3 von 5 Sternen.

4

Grundsätzlich wahnsinnig spannend, aber mit der Zeit too much

4

Eine Frau. Ein Stuhl zur „Untenrum-Untersuchung“. Ein kahler Kopf von Dr. Seligmann. Ein Monolog. Eine gnadenlose Abrechnung mit der Welt. Dieses Buch ist wie ein Tsunami in die Literaturwelt gebrandet und überrollt einen Wort für Wort. Was Euch erwartet? Nichts für schwache Nerven. Das Aushalten einer Sprachlawine, auf teils straight, teils vulgäre Art, gepaart mit Wut, Ironie und Humor. Ein Text, der radikal daherkommt. Die namenlose Protagonistin hat vor kurzem ein Erbe erhalten und sitzt nun, untenrum frei, am Stuhl. Zwischen ihren Beinen der jüdische Dr. Seligman, vor dem sie ihr Innerstes nach außen stülpt. Sowohl anatomisch als auch in geballter Sprachexplosion. Von ihrer Familie hat sie sich abgewandt, die ja nur scheinheilig katholisch zu sein scheint, mit ihrer deutschen Herkunft will sie nichts mehr zu tun haben, thematisiert ihre persönliche Scham aufgrund deutscher Herkunft, sympathisiert ihre Sexträume mit Hitler und Sexrobotern. Trotzdem verfolgt sie ihre Vergangenheit und ihre Überlegungen zur sippenhaften Schuld zum Holocaust. In ihren geistigen, verbal sprunghaften Ergüssen rechnet sie gesellschaftlich gnadenlos alles auf 0 herunter. Die persönliche Biografie der jungen Frau prasselt auf Dr. Seligmann von oben herab, wo sie ihre Ängste, Identitätsfragen, Gedanken und anderes kundtut. In all dieser Lesezeit bleibt der liebe Dr. Seligmann ein einziger Hinterkopf mit einer kahlen Stelle drauf. Sie redet sich alles radikal (erbricht sich quasi), tlw. in rotziger Manier und unverblümt von der Seele, auf eine Art, wie wir es vermutlich nie tun (nicht mal in Gesprächen mit uns selbst!?). Leseempfehlung? JA!!! Gewagt und vulgär? Definitiv, ja! Knallhart, intensiv, ehrlich und trotzdem ernst? Zum Henker, ja! Lerneffekt und (denk-)anstößig?? OH JA!! Verstörend?? Jup!! Hier wird aufgeräumt, Wut verarbeitet, mutig gedacht, ausgebrochen und auf die Etikette geschi..en: auf ca. 120 Seiten! Ich weiß nicht, ob ich dieses literarische Werk vollkommen begriffen habe, aber ich feiere es!! Berührungsängste mit vulgären Themen wie Oralsex mit Fremden, Toilettenficks und Sex mit Hitler, darf man hier nicht haben. Ich habe mir oft gedacht „bäääääh“ und mich hat‘s geschüttelt, ich habe gelacht und mir aufs Hirn geklopft … dennoch: große Kunst!

3

Der Termin ist ein Buch, das sehr provokant sein möchte, in meinen Augen aber teilweise etwas übertreibt. Die Geschichte ist ein 130-seitiger Monolog. Der*die Erzähler*in, ein*e junge*r Deutsche*r sitzt auf einem Behandlungsstuhl und erzählt Dr. Seligman, dem behandelnden jüdischen Arzt alles, was ihm*ihr gerade durch den Kopf geht. Und das Ganze beginnt mit einer Sexfantasie mit Hitler. Dort hört es nicht auf, es geht weiter, immer voll drauf. Am Anfang fand ich das Ganze noch interessant, oft sogar witzig. Doch nach einer gewissen Zeit ging mir die Geschichte ehrlich gesagt ein wenig auf die Nerven. Mir fehlte teilweise der Zusammenhang zwischen den Themen. Es fühlte sich so an, als hätte sich die Autorin ein wenig verrannt. Ich hätte das Buch gerne mehr gemocht und kann es leider nur bedingt empfehlen.

5

Ein ganz besonderes Buch. Eine Person monologisiert während eines Arztbesuches über ihr Leben, Adolf Hitler und warum es getrennte Toiletten für Männer und Frauen gibt. Tiefsinnig, direkt, provozierend und wichtig! Absolute Empfehlung. Hier meine ausführliche Rezension: https://youtu.be/x2RRv8vl4fk

3.5

Wild!

Das Buch ist ein nicht enden wollender Sturm an ADHS-ähnlichen Gedanken, die ungefiltert rausströmen. Das macht das Lesen irgendwie belastend, aber das sind die Gedanken der Hauptperson für diese ja auch - ich halte das für stilistisch gelungen. Es gibt ein paar gute Gedanken, vieles ist random, anderes verstörend und obszön (ein Wort, dass ich nie benutze, hier aber hervorragend zutrifft). Ich erkenne die Intention des Ganzen nicht wirklich, aber das muss ich persönlich auch nicht unbedingt jedes Mal.

3

“Perverse Vergangenheitsbewältigung” trifft es gut, dennoch hat das Buch Komponenten, die ich nicht erwartet habe. Leider hat es sich aber sehr gezogen, da es komplett als Monolog geschrieben ist.

5

Ein wahnsinniger Ritt voller Kopfschütteln, Überforderung, Ekel, Verständnis, Euphorie und Verzweiflung. Genial.

5

Can’t tell exactly why, but I loved this book

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