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Romane

Mensch gegen Mensch

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Über das Buch

Das individuelle Unglück endet im gesellschaftlichen Desaster des Krieges. »Jetzt war sie ihm für immer fort und entglitten, jetzt höhnte sie ihn durch ihr Fernsein, jetzt haßte er sie. Und doch liebte er sie. Wie ferne Musik lockte edler Schwung der Hüften, zarte Brüste, schweres, dunkel goldenes Haar, das sich um ihre weiße Mädchenstirne ganz sanft faltete. Das alles konnte er vergessen, er wollte achtlos an ihr vorübergehen, während sie nach ihm suchte, aber ihr Mund, der blieb unvergeßlich; er konnte nicht sagen, warum er ihn liebte, er fand alles an ihr unsagbar schön, bis auf ihre Hände, die nicht die Hände eines kleinen Putzmachermädchens waren, sondern die beseelten nackten Hände einer nackten beseelten Statue. Grauenhaft quälte ihn dieser Mensch, der verloren war, wie ein Stein auf einem Schotterhaufen, zerstückt, zerstäubt unter tausend anderen, wie quälte ihn diese vergeudete Liebe in sein ganzes zukünftiges Dasein hinaus. Noch wartete er. Aber schon war es ein anderer, niederer Mensch, ein tief gedemütigter, der angetan mit dem kalten Schweiß seines Neides, sinnlos wartend saß in der hilflosen Schwäche des Alleinseins. Ein stolzerer, reicherer Mensch war es, der erwartet wurde, der aber alle Plätze der Stadt leer ließ und sich fern von ihm, in seiner verstockten Zufriedenheit sonnte.« [Textauszug]

Editionen (17)

ISBN9783966623858
VerlagBoer Verlag
Erscheinungsdatum10.03.26
Seitenzahl180

Autorin / Autor

Über Ernst Weiß

1882-1940

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