Blick ins Buch

Romane

Moll Flanders

3,0(7)
Nicht lieferbarKostenloser Versand
Jetzt kaufen

Über das Buch

"Einigen Versuchungen hatte ich widerstanden und mir in diesem Punkte nichts vergeben; ich war noch nicht gottlos genug, um mich der reinen Lust wegen in Schande und Laster zu stürzen, und es fand sich eben niemand, der sich mit Geld, so wie ich es wünschte, um mich bemühte." (Aus dem Anfang des Romans) Daniel Defoe. Moll Flanders. Übersetzt von Joseph Grabisch. Originaltitel: The fortunes and misfortunes of the famous Moll Flanders, Who was born in Newgate, and during a Life of continu'd Variety for Threescore Years, besides her Childhood, was Twelve Year a Whore, five times a Wife (whereof once to her own Brother) Twelve Year a Thief, Eight Year a Transported Felon in Virginia, at last grew Rich, liv'd Honest, and died a Penitent, Written from her own memorandums. William Rufus Chetwood, London 1722. Durchgesehener Neusatz, diese Ausgabe folgt: Defoe, Daniel: Die glücklichen und unglücklichen Begebenheiten der vielberufenen Moll Flanders. In: Die Romane des Daniel Defoe in deutschen Übertragungen, Teil: [1]. G. Müller Verlag, München 1919.Vollständige Neuausgabe, LIWI Verlag, Göttingen 2020.LIWI Literatur- und Wissenschaftsverlag

Editionen (9)

ISBN9783965423480
VerlagLIWI Literatur- und Wissenschaftsverlag
Erscheinungsdatum04.07.20
Seitenzahl168

Rezensionen & Bewertungen

7 Bewertungen

1 Rezensionen

3,0

Tippen zum Filtern

  • nettebuecherkiste
    nettebuecherkiste

    130 Follower

    4,0

    In „Moll Flanders“ begleiten wir das Waisenkind, das sich später so nennen wird, von seiner Geburt bis ins hohe Alter. Schon als Kind strebt sie einen ordentlichen Lebensstandard an und ist bereit, hart dafür zu arbeiten – solange sie nicht ein Dienstmädchen werden muss. Eine reiche Familie nimmt sich ihrer an, doch der älteste Sohn hat ein Auge auf die junge Schönheit geworfen – und Molls schwieriges Schicksal nimmt seinen Lauf. Daniel Defoes Urheberschaft an dem im Stile einer Autobiografie verfassten Romans ist nicht ganz unumstritten, er wird jedoch weitläufig als dessen Autor behandelt. Defoe gilt ja als einer der Begründer des Romangenres und trotz einiger Längen war ich überrascht, wie modern das Buch sich liest oder vielmehr hört. Ich bin mir nicht ganz sicher, ob es auf das Audioformat zurückzuführen ist, aber ich hatte wirklich keinerlei Schwierigkeiten mit der Form oder altertümlicher Sprache. Ebenso modern mutet das Thema des Romans an, es scheint regelrecht protofeministisch, schildert er doch eindrucksvoll, wie schwer Frauen der unteren Schichten es hatten, in der Gesellschaft des 17. Jahrhunderts ihren eigenen Lebensunterhalt sicherzustellen. Nicht einmal eine klassische Versorgerehe brachte wirkliche Sicherheit – blieb nach einem frühzeitigen Tod des Mannes nicht genug Geld übrig, konnten eine Frau und ihre Kinder ganz schnell in eine Notlage geraten. So ergeht es auch Moll Flanders – mehrfach. Ihr Verhalten, ihre Entscheidungen und Lebensweise scheinen in höchstem Maße amoralisch, sind jedoch in jedem einzelnen Fall auf Notlagen zurückzuführen, in die sie größtenteils unverschuldet durch unglückliche Umstände und schieres Pech geraten ist. So durchlebt Moll mehrere Ehen, gebärt zahlreiche Kinder, die größtenteils nicht lange bei ihr leben können, wird schließlich sogar zur Meisterdiebin – man ahnt, dass sie früher oder später auch im Gefängnis landen wird – doch manchmal meint es das Schicksal auch gut mit ihr. Ein wichtiges Thema des Romans ist ferner die Religion, die aufrichtige Reue und Vergebung, die die gealterte Moll gegen Ende ihres Lebens anstrebt. Ein wirklich gut lesbarer und spannender früher Roman, der soziale Missstände aufdeckt und Verständnis für „gefallene Frauen“ aufbringt. Das Hörbuch ist sehr zu empfehlen, Georgina Sutton ist für meine Ohren die perfekte Stimme für Moll, das Hörbuch ist so gut gelesen, dass ich mir vorgenommen habe, Klassiker vermehrt im Hörbuchformat zu konsumieren.

    28. Sept. 2022

Lesen ist schöner mit der READO App.

Bücher entdecken, tracken, gemeinsam lesen.

Bibliothek

Behalte den Überblick