Blick ins Buch

Krimis

Schwarzer Oktober

2,0(2)
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Über das Buch

Hamburg, 1923. Klara Schindler ist neunzehn und hat ihre kleinbürgerliche Zukunft hingeschmissen, nachdem ihr Vater sie in den Armen der Klavierlehrerin erwischt hat. Nun lebt sie in einem düsteren Kellerloch in Hamburg-Barmbek, geht stempeln oder schlägt sich als Tagelöhnerin durch. Ohne Klavier, aber mit revolutionärer Begeisterung. Denn es herrschen Hyperinflation, Hunger und Arbeitslosigkeit, immer wieder wird gestreikt, und eine neue, bessere Gesellschaft scheint so dringend nötig wie greifbar. Klara begeistert mit ihrem Redetalent die Jugend für die KPD, sie selbst ist begeistert von Ketty Guttmann, KPD-Abgeordnete, Frauenrechtlerin und Journalistin. Ketty gibt eine Zeitschrift zur Organisation der Sexarbeiterinnen auf St. Pauli heraus und ist auch sonst ganz anders als die moskauhörigen Parteioberen, die Klara kennt. Klara schwärmt für Ketty, aber verliebt ist sie in Selma, die als Taschendiebin und Schein-Prostituierte wohlhabende Männer ausraubt und überhaupt keine Lust auf Fabrikarbeit hat. Ihre Lebenslust steckt Klara an. Doch in Hamburg geht der »Schnitter« um, der Prostituierte angreift. Eines Tages erwischt er auch Selma, und überhaupt scheint er seine Opfer verstärkt in Klaras Freundeskreis zu suchen. Als auch Ketty überfallen wird, ahnt Klara, in welcher Gefahr sie selbst schwebt. Der ersehnte Aufstand in Barmbek wird zur blutigen Katastrophe und Ketty flüchtet nach Moskau. Ein Jahr später kommt sie zurück, desillusioniert und voller Wut auf die deutschen Kommunisten. Klara muss sich entscheiden. Doch auch der »Schnitter« ist wieder aufgetaucht ...

Editionen (1)

ISBN9783960543275
VerlagEdition Nautilus GmbH
Erscheinungsdatum04.09.23
Seitenzahl160
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    Wenn man einen klassischen Krimi erwartet, wird man hier nicht glücklich werden. Der Roman ist in Tagebuchform verfasst und erzählt von der Hyperinflation und dem Bambeker Aufstand aus der Sicht der jungen Kommunistin Klara. Das Buch ist sehr dünn und lässt sich flüssig in einem Rutsch weg lesen. Spannend sind die Beschreibungen der Kommunistischen Partei zu der Zeit und welche innerparteiliche Konflikte es gab. Wenn man zu dem Thema aber gar kein Vorwissen hat, wird man von dem Roman vermutlich nicht abgeholt werden. Durch die subjektive Erzählweise werden Fragen nach der Wahrheit und danach, was Wahn, Halluzination oder Realität ist, aufgeworfen. Mir stoßen die Beschreibungen und Formulierungen zu lesbischer Liebe von einem männlichen Autor allerdings etwas sauer auf. Alles in allem ein interessantes Buch, aber kein Krimi. Dafür fehlt mir hier irgendeine Beschreibung von Ermittlung. Es ist eher ein historischer Roman, in dem auch nebenbei Verbrechen begangen werden.

    11. Nov. 2025

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