Ihnen sind Lügen wichtiger als Wahrheiten.
Glanz statt Staub und Macht anstelle von Liebe.
Der siebzehnjährige Etienne ist Thronerbe von Fuchsfels, dem größten Königreich des Nordens. Seit er denken kann, wird er auf Wortgefechte und Feldzüge vorbereitet, aber nicht auf die Schlacht, die er mit sich selbst führt. Der junge Prinz hegt Gefühle für den Bediensteten Noel, die seiner königlichen Pflicht, einen Erben zu zeugen, im Weg stehen. Deshalb fordert sein Vater, dass Etienne der Liebe entsagt.
Aber wie verschließt man sein Herz, wenn man es längst verschenkt hat?
Ein Buch, das mich wirklich auf fast jeder Seite zum Nachdenken gebracht hat und auch vieles hinterfragt. Eine herzzerreißende Liebesgeschichte, die so muss, man leider sagen, in der heutigen Zeit leider immer noch nicht zu 100 % anerkannt wird. Ob es die Sprüche, Weisheiten und Zitate waren, sie lassen einen nicht los.
So etwas Tiefgründiges habe ich lange nicht gelesen.
Ein Kampf um die Liebe, die nicht sein darf und die Anerkennung der so schrecklichen Gesellschaft , verpackt mit ganz viel Herz, hat mich persönlich zum Weinen gebracht.
6. Feb. 2024
4,0
MÄCHTIG.LIEBE.LEID.
Ein Buch, das mich wirklich auf fast jeder Seite zum Nachdenken gebracht hat und auch vieles hinterfragt. Eine herzzerreißende Liebesgeschichte, die so muss, man leider sagen, in der heutigen Zeit leider immer noch nicht zu 100 % anerkannt wird. Ob es die Sprüche, Weisheiten und Zitate waren, sie lassen einen nicht los.
So etwas Tiefgründiges habe ich lange nicht gelesen.
Ein Kampf um die Liebe, die nicht sein darf und die Anerkennung der so schrecklichen Gesellschaft , verpackt mit ganz viel Herz, hat mich persönlich zum Weinen gebracht.
Das Cover ist ein einziger Traum. Diese Farbkombination und der integrierte Fuchs, der natürlich perfekt zur Story passt. Es hat mich von Anfang an angesprochen und regelrecht gefesselt, so sehr gefallen hat es mir.
Wir lernen in diesem Buch den 17 jährigen Etienne kennen. Ein Königssohn, der seinen Bruder an einer schweren Krankheit verlor und nun der einzige Nachfolge für den Thron ist. Doch direkt zu Beginn erfahren wir, es nicht so laufen wird, wie sein Vater sich das vorstellt. Denn er wird erwischt, wie er einen Jungen küsst. Sein Vater setzt ihm quasi die Pistole auf die Brust, denn niemand, der so unnormal wäre, könnte je das Land führen.
Also macht Etienne alles, um seinen Vater nicht zu enttäuschen, hält sich von dem Jungen - Noel, Sohn einer Angestellten des Königlichen Hofes - fern und versucht seinem Vater alles recht zu machen. Er willigt sogar in die Heirat mit der jungen Katharina aus dem Großreich ein, nur damit sein Vater ihn nicht mehr verachtet, sondern stolz auf ihn ist.
Doch für Etienne ist das alles nicht so einfach und das merkt auch sein Lehrer und guter Freund Pierre. Eigentlich ist es derjenigen der ihn verraten hat, doch er hat schnell eingesehen, dass es nicht richtig war und so hilft er dem Jungen nun mehr denn je. Denn er möchte ihn nicht leiden sehen.
Doch dann passiert das, was Etienne sich nie hätte vorstellen können. Noel wird von Königlichen Hof weggeschickt, als bei der Feier für die zukünftige Braut, ein Kuss zwischen ihm und Noel gesehen wird. Das kann der König natürlich nicht tollerieren und handelt so hart, was Etienne regelrecht zerbrechen lässt.
Doch aufgeben, das war noch nie seine Stärke und er kriegt Hilfe von Pierre und sogar von seiner zukünftigen Braut Katharina.
Die Charaktere sind für mich im großen und ganzen sehr ansprechend, abgesehen von dem König. Was nicht an seiner Meinung liegt, sondern an der Art wie er sich verhält und zu wandeln scheint. Trotzdem ist es eine Geschichte mit einer großen Aussage dahinter. Nicht nur Etienne macht viel mit, weil er - wie viele es nennen - anders ist. Nur weil er einen Mann liebt und nicht wie "normal gehalten" eine Frau. Er wird verachtet, als Unnormal bezeichnet und wenn wir ehrlich sind, haben wir alle schon mal was erlebt, was diesem ähnlich ist. Die Aussage hinter diesem Buch hat Christin Thomas wirklich ganz toll umschrieben und deutlich gemacht und in ihrem Nachwort regt sie nochmal genauer zum nachdenken an.
Eine wirklich tolle Geschichte, die ich jedem empfehlen kann. Danke Christin Thomas für dieses Lesevergnügen. Es hat mir sehr gefallen.
9. Nov. 2022
5,0
Das Cover ist ein einziger Traum. Diese Farbkombination und der integrierte Fuchs, der natürlich perfekt zur Story passt. Es hat mich von Anfang an angesprochen und regelrecht gefesselt, so sehr gefallen hat es mir.
Wir lernen in diesem Buch den 17 jährigen Etienne kennen. Ein Königssohn, der seinen Bruder an einer schweren Krankheit verlor und nun der einzige Nachfolge für den Thron ist. Doch direkt zu Beginn erfahren wir, es nicht so laufen wird, wie sein Vater sich das vorstellt. Denn er wird erwischt, wie er einen Jungen küsst. Sein Vater setzt ihm quasi die Pistole auf die Brust, denn niemand, der so unnormal wäre, könnte je das Land führen.
Also macht Etienne alles, um seinen Vater nicht zu enttäuschen, hält sich von dem Jungen - Noel, Sohn einer Angestellten des Königlichen Hofes - fern und versucht seinem Vater alles recht zu machen. Er willigt sogar in die Heirat mit der jungen Katharina aus dem Großreich ein, nur damit sein Vater ihn nicht mehr verachtet, sondern stolz auf ihn ist.
Doch für Etienne ist das alles nicht so einfach und das merkt auch sein Lehrer und guter Freund Pierre. Eigentlich ist es derjenigen der ihn verraten hat, doch er hat schnell eingesehen, dass es nicht richtig war und so hilft er dem Jungen nun mehr denn je. Denn er möchte ihn nicht leiden sehen.
Doch dann passiert das, was Etienne sich nie hätte vorstellen können. Noel wird von Königlichen Hof weggeschickt, als bei der Feier für die zukünftige Braut, ein Kuss zwischen ihm und Noel gesehen wird. Das kann der König natürlich nicht tollerieren und handelt so hart, was Etienne regelrecht zerbrechen lässt.
Doch aufgeben, das war noch nie seine Stärke und er kriegt Hilfe von Pierre und sogar von seiner zukünftigen Braut Katharina.
Die Charaktere sind für mich im großen und ganzen sehr ansprechend, abgesehen von dem König. Was nicht an seiner Meinung liegt, sondern an der Art wie er sich verhält und zu wandeln scheint. Trotzdem ist es eine Geschichte mit einer großen Aussage dahinter. Nicht nur Etienne macht viel mit, weil er - wie viele es nennen - anders ist. Nur weil er einen Mann liebt und nicht wie "normal gehalten" eine Frau. Er wird verachtet, als Unnormal bezeichnet und wenn wir ehrlich sind, haben wir alle schon mal was erlebt, was diesem ähnlich ist. Die Aussage hinter diesem Buch hat Christin Thomas wirklich ganz toll umschrieben und deutlich gemacht und in ihrem Nachwort regt sie nochmal genauer zum nachdenken an.
Eine wirklich tolle Geschichte, die ich jedem empfehlen kann. Danke Christin Thomas für dieses Lesevergnügen. Es hat mir sehr gefallen.
Die Thematik des Buches ist unglaublich wichtig und wird mit sanften Worten von Christin Thomas auch wunderbar dargestellt. Es ist deutlich zu spüren wie sehr die Autorin hinter der Massage steht und ich kann ihr dafür auch nur mein Lob aussprechen und ihr danken, dass sie sich dem gewidmet hat.
Dennoch war für mich die Liebesgeschichte zwischen Etienne und Noel nicht zu greifen. Sie begann schon, bevor das Buch anfing und ich konnte die Anziehungskraft zwischen den beiden einfach nicht fühlen. Ich wusste nicht, wieso und wie sie sich verliebt haben. Welche Berührungspunkte hatten sie? Wie haben sie sich kennen gelernt? Nichts wird angesprochen. Es ist einfach so, dass sie sich unsterblich lieben und damit wird quasi die gesamte Problematik des Buches angestoßen.
Es ist gut geschrieben, toll gelöst und teilweise herzzerreißend traurig. Aber die eigentlich so unumstößliche Liebe der Protagonisten konnte ich leider nich fühlen..
Ausführliche Rezension:
Inhalt
Als Thronerbe von Fuchsfels ist sich der siebzehnjährige Etienne seiner Pflichten sehr wohl bewusst. Schließlich erbt er eines Tages das größte Königreich des Nordens und hat somit eine große Verantwortung. Er wird von Kindesbeinen an auf Wortgefechte und Feldzüge vorbereitet, doch niemand zeigt ihm, wie man mit der Schlacht in sich selbst zurecht kommt. Denn der junge Prinz hegt große Gefühle für seinen Bediensteten Noel und dies darf unter keinen Umständen an die Öffentlichkeit dringen. Schließlich steht diese Liebe der königlichen Pflicht Thronerben zu zeugen im Weg. Etiennes Vater sieht deshalb nur einen Ausweg: sein Sohn soll der Liebe vollends entsagen. Doch kann der junge Mann seine Gefühle verschließen, wenn sein Herz längst Noel gehört?
Von Christin Thomas habe ich bereits „Nation Alpha“ und „Vampire die bellen, beißen nicht“ gelesen. Es war für mich also nur natürlich auch ihr neuestes Buch „Die Last der Krone“ zu lesen. Auf der Frankfurter Buchmesse 2019 habe ich die Autorin persönlich kennen gelernt und mir dann direkt ihr Buch gekauft und signieren lassen. Ich war sehr gespannt und aufgeregt auf die Geschichte, denn es geht vorrangig um Homosexualität und den Umgang damit. Lest also jetzt selbst, wie mir das Buch gefallen hat.
Zunächst muss ich sagen: ich liebe den Schreibstil der Autorin. Sie hat so eine schöne Art und Weise Dinge zu beschreiben und darzustellen. Es ist ein poetischer Schreibstil, der tief ins Herz geht und dazu einlädt unglaublich viele Textstellen zu markieren. Ich mag das sehr gerne, weil es meine Gefühle anspricht und mir näher bringt, wie die Protagonisten sich fühlen. Durch ihren Schreibstil wird umso deutlicher wie Verzweifelt, hin und hergerissen und unsicher Etienne ist. Man bekommt richtig mit, wie sehr es ihn zerreißt, dass er eigentlich seine Pflicht als Thronerbe erfüllen möchte, seine Gefühle für Noel ihn jedoch daran hindern, diese Pflicht vollends zu erfüllen.
Letztlich begleitet man in diesem Buch Etiennes Weg zu sich selbst. Er kämpft mit seinem Erbe, seinem Vater, dem Verlust des jüngeren Bruders und seiner Liebe zu einem jungen Mann, die ihm verboten wird. Sein einziger und bester Freund, der ihm immer zur Seite steht, ist sein Lehrer Pierre, der ihm mit Rat und Tat versucht zu helfen. Ich mochte diese Dynamik zwischen den beiden, denn Pierre verurteilt Etienne nicht. Er gibt ihm Hoffnung, schenkt ihm Aufmerksamkeit und versucht ihm zu helfen, egal wie Aussichtslos die Situation wirkt.
Etiennes Vater besteht darauf, dass sein Sohn heiratet und Noel vergisst. Dass dies nicht so einfach ist, versteht er überhaupt nicht, denn er denkt nur an sein Land und daran, was alles auf dem Spiel steht. Bis zu einem gewissen Grad kann man dies natürlich nachvollziehen. Es ist schwer zu akzeptieren, dass der eigene Sohn die Herrscherlinie aussterben lässt. Wie sich der König verhält ist aber ganz und gar falsch. Seinem Sohn die Liebe zu verbieten, ihn zu bestrafen und mit einer arrangierten Ehe versuchen etwas zu kitten ist der falsche Weg. Er hätte seinem Sohn mit einem offenen Ohr zuhören sollen, um gemeinsam eine passende Lösung zu finden, die für jeden gut ist. Letztlich kann man Gefühle und Menschen nicht ändern und es ist wichtig jeden so zu akzeptieren wie er oder sie ist. Homosexuelle Liebe ist keine Krankheit die geheilt werden kann, sie ist genauso Liebe wie zwischen heterosexuellen Menschen. Jeder hat verdient geliebt zu werden und es kommt überhaupt nicht auf das Geschlecht an. Dieses Buch unterstreicht diese Tatsache nicht nur einmal, sondern tausende Male. Die Botschaft kommt wunderbar an und die Wichtigkeit der Thematik sticht deutlich hervor.
Das Problem das ich mit dem Buch hatte, dass ich die Liebe zwischen Etienne und Noel, die als unglaublich stark beschrieben wird, überhaupt nicht fühlen konnte. Als Leser ist man nicht dabei als die zwei sich verlieben, denn die Liebe ist schon da. Schon auf den ersten Seiten erfährt man, dass die zwei sich geküsst haben und dabei erwischt wurden. Das ist sozusagen die Ausgangslage. Etienne ist hin und hergerissen, Noel scheint sich seiner Sache umso sicherer zu sein und ich als Leserin habe den Moment verpasst, als die zwei zueinander fanden, weil es vor der Geschichte stattfand. Mir fehlte die Verbindung zu ihnen. Wie haben sie sich kennen gelernt? Wie hat sich die Anziehungskraft entwickelt? Wie haben sie ihre Gefühle füreinander entdeckt und wie kam es zu diesem Kuss, der schließlich alles veränderte? All das weiß ich nicht und es wird später auch nicht weiter darauf eingegangen. Mir haben die Gefühle einfach gefehlt. Ich habe verstanden was das Problem für Etienne ist, ich konnte mitfühlen und seine Unsicherheit nachvollziehen, auch die Angst alle zu enttäuschen und das Gefühl Noel zu verlieren. All das konnte ich nachvollziehen aber die Gefühle zwischen den beiden jungen Männern haben mir einfach gefehlt. Es wirkte so, als würde Etienne wegen etwas leiden, das ich nicht sehen kann. Ich konnte verstehen, wieso er sich so fühlt, hatte aber gleichzeitig keine Verbindung zu seinen Gefühlen für Noel.
Fazit
Man kann deutlich spüren wie wichtig der Autorin die Thematik ist. Homosexualität wird nur wenig repräsentiert und sie schafft es die Problematik gut herauszustellen und zeigt auf, wie es gehen kann. Die Wichtigkeit dahinter wird klar herausgestellt und wunderschön beschrieben. Leider konnte ich die unumstößliche Liebe zwischen Etienne und Noel nicht nachempfinden. Mir hat die Verbindung zu diesen tiefen Gefühlen gefehlt, weil man bei wichtigen Momenten in dieser Geschichte nicht dabei ist, da sie bereits verliebt sind, bevor die Geschichte beginnt. Grundsätzlich kein Problem aber mir hat da einfach die Verbindung gefehlt, was ich unglaublich schade finde. So hat mich das Buch zwar wirklich gut unterhalten und ich kann jedem empfehlen einmal einen Blick hinein zu werfen. Doch die Liebesgeschichte war für mich leider nicht greifbar und das, obwohl sie im Fokus der Handlung steht.
31. Okt. 2022
3,0
Die Thematik des Buches ist unglaublich wichtig und wird mit sanften Worten von Christin Thomas auch wunderbar dargestellt. Es ist deutlich zu spüren wie sehr die Autorin hinter der Massage steht und ich kann ihr dafür auch nur mein Lob aussprechen und ihr danken, dass sie sich dem gewidmet hat.
Dennoch war für mich die Liebesgeschichte zwischen Etienne und Noel nicht zu greifen. Sie begann schon, bevor das Buch anfing und ich konnte die Anziehungskraft zwischen den beiden einfach nicht fühlen. Ich wusste nicht, wieso und wie sie sich verliebt haben. Welche Berührungspunkte hatten sie? Wie haben sie sich kennen gelernt? Nichts wird angesprochen. Es ist einfach so, dass sie sich unsterblich lieben und damit wird quasi die gesamte Problematik des Buches angestoßen.
Es ist gut geschrieben, toll gelöst und teilweise herzzerreißend traurig. Aber die eigentlich so unumstößliche Liebe der Protagonisten konnte ich leider nich fühlen..
Ausführliche Rezension:
Inhalt
Als Thronerbe von Fuchsfels ist sich der siebzehnjährige Etienne seiner Pflichten sehr wohl bewusst. Schließlich erbt er eines Tages das größte Königreich des Nordens und hat somit eine große Verantwortung. Er wird von Kindesbeinen an auf Wortgefechte und Feldzüge vorbereitet, doch niemand zeigt ihm, wie man mit der Schlacht in sich selbst zurecht kommt. Denn der junge Prinz hegt große Gefühle für seinen Bediensteten Noel und dies darf unter keinen Umständen an die Öffentlichkeit dringen. Schließlich steht diese Liebe der königlichen Pflicht Thronerben zu zeugen im Weg. Etiennes Vater sieht deshalb nur einen Ausweg: sein Sohn soll der Liebe vollends entsagen. Doch kann der junge Mann seine Gefühle verschließen, wenn sein Herz längst Noel gehört?
Von Christin Thomas habe ich bereits „Nation Alpha“ und „Vampire die bellen, beißen nicht“ gelesen. Es war für mich also nur natürlich auch ihr neuestes Buch „Die Last der Krone“ zu lesen. Auf der Frankfurter Buchmesse 2019 habe ich die Autorin persönlich kennen gelernt und mir dann direkt ihr Buch gekauft und signieren lassen. Ich war sehr gespannt und aufgeregt auf die Geschichte, denn es geht vorrangig um Homosexualität und den Umgang damit. Lest also jetzt selbst, wie mir das Buch gefallen hat.
Zunächst muss ich sagen: ich liebe den Schreibstil der Autorin. Sie hat so eine schöne Art und Weise Dinge zu beschreiben und darzustellen. Es ist ein poetischer Schreibstil, der tief ins Herz geht und dazu einlädt unglaublich viele Textstellen zu markieren. Ich mag das sehr gerne, weil es meine Gefühle anspricht und mir näher bringt, wie die Protagonisten sich fühlen. Durch ihren Schreibstil wird umso deutlicher wie Verzweifelt, hin und hergerissen und unsicher Etienne ist. Man bekommt richtig mit, wie sehr es ihn zerreißt, dass er eigentlich seine Pflicht als Thronerbe erfüllen möchte, seine Gefühle für Noel ihn jedoch daran hindern, diese Pflicht vollends zu erfüllen.
Letztlich begleitet man in diesem Buch Etiennes Weg zu sich selbst. Er kämpft mit seinem Erbe, seinem Vater, dem Verlust des jüngeren Bruders und seiner Liebe zu einem jungen Mann, die ihm verboten wird. Sein einziger und bester Freund, der ihm immer zur Seite steht, ist sein Lehrer Pierre, der ihm mit Rat und Tat versucht zu helfen. Ich mochte diese Dynamik zwischen den beiden, denn Pierre verurteilt Etienne nicht. Er gibt ihm Hoffnung, schenkt ihm Aufmerksamkeit und versucht ihm zu helfen, egal wie Aussichtslos die Situation wirkt.
Etiennes Vater besteht darauf, dass sein Sohn heiratet und Noel vergisst. Dass dies nicht so einfach ist, versteht er überhaupt nicht, denn er denkt nur an sein Land und daran, was alles auf dem Spiel steht. Bis zu einem gewissen Grad kann man dies natürlich nachvollziehen. Es ist schwer zu akzeptieren, dass der eigene Sohn die Herrscherlinie aussterben lässt. Wie sich der König verhält ist aber ganz und gar falsch. Seinem Sohn die Liebe zu verbieten, ihn zu bestrafen und mit einer arrangierten Ehe versuchen etwas zu kitten ist der falsche Weg. Er hätte seinem Sohn mit einem offenen Ohr zuhören sollen, um gemeinsam eine passende Lösung zu finden, die für jeden gut ist. Letztlich kann man Gefühle und Menschen nicht ändern und es ist wichtig jeden so zu akzeptieren wie er oder sie ist. Homosexuelle Liebe ist keine Krankheit die geheilt werden kann, sie ist genauso Liebe wie zwischen heterosexuellen Menschen. Jeder hat verdient geliebt zu werden und es kommt überhaupt nicht auf das Geschlecht an. Dieses Buch unterstreicht diese Tatsache nicht nur einmal, sondern tausende Male. Die Botschaft kommt wunderbar an und die Wichtigkeit der Thematik sticht deutlich hervor.
Das Problem das ich mit dem Buch hatte, dass ich die Liebe zwischen Etienne und Noel, die als unglaublich stark beschrieben wird, überhaupt nicht fühlen konnte. Als Leser ist man nicht dabei als die zwei sich verlieben, denn die Liebe ist schon da. Schon auf den ersten Seiten erfährt man, dass die zwei sich geküsst haben und dabei erwischt wurden. Das ist sozusagen die Ausgangslage. Etienne ist hin und hergerissen, Noel scheint sich seiner Sache umso sicherer zu sein und ich als Leserin habe den Moment verpasst, als die zwei zueinander fanden, weil es vor der Geschichte stattfand. Mir fehlte die Verbindung zu ihnen. Wie haben sie sich kennen gelernt? Wie hat sich die Anziehungskraft entwickelt? Wie haben sie ihre Gefühle füreinander entdeckt und wie kam es zu diesem Kuss, der schließlich alles veränderte? All das weiß ich nicht und es wird später auch nicht weiter darauf eingegangen. Mir haben die Gefühle einfach gefehlt. Ich habe verstanden was das Problem für Etienne ist, ich konnte mitfühlen und seine Unsicherheit nachvollziehen, auch die Angst alle zu enttäuschen und das Gefühl Noel zu verlieren. All das konnte ich nachvollziehen aber die Gefühle zwischen den beiden jungen Männern haben mir einfach gefehlt. Es wirkte so, als würde Etienne wegen etwas leiden, das ich nicht sehen kann. Ich konnte verstehen, wieso er sich so fühlt, hatte aber gleichzeitig keine Verbindung zu seinen Gefühlen für Noel.
Fazit
Man kann deutlich spüren wie wichtig der Autorin die Thematik ist. Homosexualität wird nur wenig repräsentiert und sie schafft es die Problematik gut herauszustellen und zeigt auf, wie es gehen kann. Die Wichtigkeit dahinter wird klar herausgestellt und wunderschön beschrieben. Leider konnte ich die unumstößliche Liebe zwischen Etienne und Noel nicht nachempfinden. Mir hat die Verbindung zu diesen tiefen Gefühlen gefehlt, weil man bei wichtigen Momenten in dieser Geschichte nicht dabei ist, da sie bereits verliebt sind, bevor die Geschichte beginnt. Grundsätzlich kein Problem aber mir hat da einfach die Verbindung gefehlt, was ich unglaublich schade finde. So hat mich das Buch zwar wirklich gut unterhalten und ich kann jedem empfehlen einmal einen Blick hinein zu werfen. Doch die Liebesgeschichte war für mich leider nicht greifbar und das, obwohl sie im Fokus der Handlung steht.