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Romane

Hyperion

3,4(20)
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Über das Buch

Hyperion von Friedrich Hölderlin: Ein Buch ohne Vergleich in der gesamten klassischen deutschen Dichtung. Ein Briefroman über die unausweichliche tragische Beziehung von Hyperion und Diotima in einem klassizistischen, freiheitshungrigen Griechenland gegen Ende des 18. Jahrhunderts. Eine Liebesgeschichte mit der Klangfülle eines gewaltigen Gedichts.

Life aus dem Hölderlinturm in Tübingen, gelesen von Christian Brückner am Schreibtisch des Dichters.

Editionen (34)

ISBN9783941004351
VerlagParlando
Erscheinungsdatum12.03.12

Rezensionen & Bewertungen

20 Bewertungen

4 Rezensionen

3,4

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  • godelewa
    godelewa

    40 Follower

    4,0

    Reinster deutscher Idealismus in griechischen Kulissen

    Die äußere Handlung vor dem Hintergrund der Orlow-Revolte ließe sich mit einem Satz zusammenfassen. Entscheidend ist aber die innere Handlung, wo wahrhaft Klassik und Romantik vereint werden - hätte ich mir wohl denken können, dass man dafür einfach einen romantischen Protagonisten nach Griechenland setzen muss. Hyperion ist ein Buch, das ich gern im Deutschunterricht behandelt hätte, oder mit einem (anspruchsvollen) Buchclub gelesen. Allein gelassen damit habe ich wahrscheinlich die Hälfte nicht verstanden, trotz ausführlichem Glossar und knappem Nachwort in meiner Ausgabe, und obwohl ich einige Passagen beim Spaziergang als Hörbuch quasi wiederholt habe. Trotzdem hat es mir schon allein wegen der schönen Sprache gut gefallen.

    Reinster deutscher Idealismus in griechischen Kulissen

    13. Sept. 2024

  • eden
    eden

    15 Follower

    2,0

    Zu Beginn empfand ich die Sprache als wunderschön und poetisch, die Gedankenwelt und den Idealismus und Wunsch nach einer besseren Welt konnte ich bis zu einem gewissen Maße teilen/verstehen. Doch spätestens nach 70 Seiten wurde es mir zu schwülstig, besonders als die Liebesbekundungen für Diotima begannen, wurde es mir zu viel des Guten. Mag etwas Persönliches sein, aber mir wird dabei unwohl. Ein gewisser Grad der Romantik (auch schwarze Romantik) gerne, aber hier stieg ich geistig und emotional aus. Beim Zweiten Band (S. 101) entschloss ich mich dazu, meine Zeit interessanteren Büchern zu widmen.

    9. Mai 2026

  • aristipp_girl
    aristipp_girl

    69 Follower

    5,0

    Hyperion, mein Lieber, hast mit Deiner Zerrissenheit, der Suche nach dem ewig Schönen, dem Ideal der Welt, mein Herz, mit pathosglühender Blumigkeit verschreckt, um es um Deine verzweifelten Gedankenergüsse Alabanda’s Willen, erweichen lassen. Dass Dein Freund Bellamin nie antwortet, lässt mich Deine Einsamkeit erahnen. Mit Diotima bekommt der Text die Überschrift Platos [b:Symposion|5323855|Symposion|Platón|https://i.gr-assets.com/images/S/compressed.photo.goodreads.com/books/1670171201l/5323855._SY75_.jpg|1488719]. Diotima ist im Syposion eine Priesterin, die Sokrates in der Natur der Liebe unterweist. Liebe als Streben nach der ewigen Form der Schönheit, das Mittel zur Philosophischen Erkenntnis. Enthoben der physischen Verankerung. Das Ideal der Schönheit. Diotima steht für die Abkehr vom Dualismus, alles ist eins. Sie zerbricht an dem Ideal. Die Ohnmacht der Welt, der Schrecken und Schmerz richten sie zugrunde. „War es meine Herzens Üppigkeit die mich entzweite mit dem Leben?“ „Zu mächtig war mir meine Seele durch Dich [Hyperion]. Dein Geist war in mich übergegangen. Dein Schicksal hat mir geschadet. Du hättest die Macht gehabt…“ Ärgerlich, wenn man nicht aus sich selbst heraus besteht und die Energie und Fülle des Anderen nicht die eigene ist. Adieu liebe Welt, Vereinigung mit der Natur. Hättet Ihr mal mit [b:Die Gesänge des Maldoror|6275967|Die Gesänge des Maldoror|Comte de Lautréamont|https://i.gr-assets.com/images/S/compressed.photo.goodreads.com/books/1371213010l/6275967._SX50_.jpg|254261] gesprochen. Ach nee, der wurd ja erst später erfunden. Mit Diotimas Selbstmord lässt Hölderlin den lieben Plato ziemlich dumm dastehen. Die Idee zerschellt am Leben selbst. Und Alabanda, das Prachtkerlchen?! Aktiv, kämpferisch, voller Tatendrang. Er glaubt, dass wir nur uns selbst verbunden sind, in freier Lust mit dem All. Auch er erlischt nach dem Krieg, dem Kampfe. Ein selbstreflektierter Mensch, der um seine Schwächen weiß und sich von Hyperion trennt, auf ins Blutgericht. Er steht diametral zu Diotima, wird ebenfalls nicht glücklich und muss sich, ob seiner Natur, so einiges entsagen. Hyperion, der arme Tropf, steht nun da, zerrissen… „ Meine Seele tobt gegen sich selbst“ „ Mit erstem Schritt so tief das ganze Schicksal seiner Zeit empfand, unaustilgbar in ihm haftet dieses Gefühl, weil er nicht roh genug es auszustoßen und nicht schwach genug zu weinen. Das ist so selten, dass es uns fast unnatürlich dünkt“. Dieser emotionsgeladene Vulkan, ergießt sich nun in Deutsche Lande der Notwendigkeit, der trostlosen Tugenden, in eine tote Ordnung. Hält sein Herz die Mitternacht des Grauens aus? Die Antwort aus dem Schlamassel könne Herr Wieland mit [b:Aristipp und einige seiner Zeitgenossen|16217226|Aristipp und einige seiner Zeitgenossen|Christoph Martin Wieland|https://i.gr-assets.com/images/S/compressed.photo.goodreads.com/books/1356186310l/16217226._SX50_.jpg|20281817] sein. „Es scheint mir einen mittleren Weg demgegenüber zu geben, den ich zu gehen versuchte, und zwar weder über die Herrschaft noch über die Knechtschaft, sondern über die Freiheit, denn dieser führt am ehesten zur Glückseligkeit.“ Die Spannung zwischen dem Ideal und der Welt löst Aristipp durch seine virtuose Lebenskunst auf, einer Moralphilosophie des Könnens, die Alabanda verstanden hat. Diotima erliegt der Philosophie des Sollens und Hyperion ringt, riecht an den Blumen, berauscht sich am plätschern des Wassers und sucht. Ich kann nur hoffen, dass Maldoror ihn findet und sie einen Tanz der Mäßigung und Balance vollführen.

    3. Sept. 2024

3 von 4 Rezensionen

Autorin / Autor

Über Friedrich Hölderlin

Friedrich Hölderlin wurde am 20. März 1770 in Lauffen geboren. Auf Wunsch seiner Mutter studierte er in Tübingen Theologie, nahm aber nie eine Pfarrstelle an, sondern arbeitete mehrfach als Hofmeister und später als Hofbibliothekar in Homburg. 1843 starb der begnadete Dichter, nachdem er 35 Jahre wohl in geistiger Umnachtung im »Hölderlinturm« zugebracht hatte.

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