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Romane

Die Nase

3,9(18)
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Über das Buch

Hörbuch 75 Min. mit dem kompletten Text als PDF-eBook "Er steckte die Finger hinein und zog – eine Nase heraus!. Da ließ Iwan Jakowlewitsch die Hände sinken, begann sich die Augen zu reiben und zu tasten: Eine Nase, wirklich eine Nase! und noch obendrein schien es die Nase eines Bekannten zu sein. Entsetzen malte sich auf Iwans Gesicht, aber dieses Entsetzen war noch nichts gegen den Abscheu, der sich seiner Gattin bemächtigte." Die Novelle 'Die Nase' (1836) gehört zu den schon fast surrealistischen 'Petersburger Novellen', die vor dem Hintergrund der Großstadt gesellschaftlicher Missstände und menschliches Fehlverhalten zeigen. Wie kaum ein anderer Schriftsteller zeigt Gogol den Widerspruch zwischen Schein und Sein und die Flucht aus der quälenden Wirklichkeit in die fixe Idee auf. Entsprechend neigt er zu Übersteigerung und drastischen Kontrasten, lässt Pathos in Banalität umschlagen und eine Fülle realistischer Details ins Fantastische und Groteske wuchern.

Editionen (3)

ISBN9783938230299
VerlagHörGut! Verlag
Erscheinungsdatum30.11.09

Rezensionen & Bewertungen

18 Bewertungen

3 Rezensionen

3,9

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  • 3,5

    Komisch und doch so gut!

    2. Juni 2026

  • semjon.pfalz
    semjon.pfalz

    38 Follower

    5,0

    War Gogol der Erfinder der Kafkaeske? Müsste es nicht eigentlich gogolesk heißt? Die diffusen Erfahrungen der Angst, Unsicherheit und Entfremdung kommen mir ähnlich wie bei Kafka vor. Gogol läßt die Entfremdung vom eigenen Ich nicht durch Verwandlung, sondern Wegnahme eines Körperteil geschehen. Auch beim wiederholten Lesen ein Genuss. „Das Unbegreiflichste an der Sache ist, wie es nur Schriftsteller geben kann, die sich solche Gegenstände wählen. Ich muß gestehen, das ist mir das Allerunbegreiflichste ... in der Tat, das geht vollständig über mein Begriffsvermögen! Denn erstens hat das Vaterland nicht den mindesten Nutzen davon, und dann zweitens – aber auch zweitens springt kein Vorteil dabei heraus. Kurz, ich weiß nicht, was das soll ...“ Das sind die letzten Sätze Gogols in dieser absurden Erzählung, die sich wie ein 180 Jahre alter Sketch von Monty Python anfühlt. Die Nase eines angesehenen Majors in St. Petersburg taucht einmal im Brot seines Barbiers und ein anderes mal als mürrischer Stadtrat auf. Skurriler geht es wirklich kaum. Und wie schon der Autor am Ende über sein Werk sagt: ich weiß nicht, was das soll. Ob es überhaupt eine Interpretation gibt? Der Mut, zu Beginn des 19. Jahrhunderts ein derart albernes Buch zu schreiben, ist beachtlich. Ein Meilenstein des Surrealismus. Ich fand es klasse.

    14. Apr. 2024

  • semjon
    semjon

    73 Follower

    5,0

    War Gogol der Erfinder der Kafkaeske? Müsste es nicht eigentlich gogolesk heißt? Die diffusen Erfahrungen der Angst, Unsicherheit und Entfremdung kommen mir ähnlich wie bei Kafka vor. Gogol läßt die Entfremdung vom eigenen Ich nicht durch Verwandlung, sondern Wegnahme eines Körperteil geschehen. Auch beim wiederholten Lesen ein Genuss. „Das Unbegreiflichste an der Sache ist, wie es nur Schriftsteller geben kann, die sich solche Gegenstände wählen. Ich muß gestehen, das ist mir das Allerunbegreiflichste ... in der Tat, das geht vollständig über mein Begriffsvermögen! Denn erstens hat das Vaterland nicht den mindesten Nutzen davon, und dann zweitens – aber auch zweitens springt kein Vorteil dabei heraus. Kurz, ich weiß nicht, was das soll ...“ Das sind die letzten Sätze Gogols in dieser absurden Erzählung, die sich wie ein 180 Jahre alter Sketch von Monty Python anfühlt. Die Nase eines angesehenen Majors in St. Petersburg taucht einmal im Brot seines Barbiers und ein anderes mal als mürrischer Stadtrat auf. Skurriler geht es wirklich kaum. Und wie schon der Autor am Ende über sein Werk sagt: ich weiß nicht, was das soll. Ob es überhaupt eine Interpretation gibt? Der Mut, zu Beginn des 19. Jahrhunderts ein derart albernes Buch zu schreiben, ist beachtlich. Ein Meilenstein des Surrealismus. Ich fand es klasse.

    23. Feb. 2024

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