Das Abschiedsmahl
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Beschreibung
Buchinformationen
Autorenbeschreibung
Lara Haworth wurde 1983 in Belgien geboren und wuchs in London auf. Sie ist Autorin und Filmemacherin. Ihre Filme liefen auf zahlreichen Festivals wie Japan International, Belgrade Film, New York Tri-State und München New Wave. Nachdem ihre Großeltern ihr Haus in Belgrad verloren, begann sie mit dem Schreiben ihres Debütromans »Das Abschiedsmahl.«
Beiträge
Nervös und sprunghaft
Erinnerungskultur ist nicht gerade die Stärke osteuropäischer Länder. Man besinnt sich lieber auf den gegenwärtigen Stolz und die großen Errungenschaften, denn weniger auf die Aufarbeitung, teils großer historischer Verbrechen. Schon allein deshalb wundert sich Olga, als sie ein Schreiben erreicht. Das Haus, in dem sie wohnt, soll beschlagnahmt, abgerissen und als symbolisches Loch in eine Gedenkstätte verwandelt werden. Es gilt an ein Massaker zu erinnern bei dem König Alexander I. Obrenović und seiner Frau, Königin Draga, durch serbische Offiziere, umgebracht wurde. Olga kontaktiert ihren Sohn Danilo, der weit ab von zu Hause ein einsames Leben zwischen Ballett und Coming out führt und ihre Tochter Hilde, die in Deutschland als CEO einer Baufirma Probleme zu bewältigen hat und der die Muttersprache langsam abhanden kommt. Sie sollen nach Hause kommen und mit einem großen Festmahl Abschied von ihrem Zuhause nehmen. Es entwickelt sich nun ein Kabinettstück, bei dem ich mir nicht sicher bin, wie viel Slapstick gewollt war. Ich hatte den Eindruck, jemand läuft mit einer Super 8 Kamera zwischen Bestandspersonal und wechselnden Nebendarstellern hin und her, nimmt Gesprächsfetzen, Aktionen und Momentaufnahmen auf und versucht, diese miteinander zu verknüpfen. Hauptthema scheint der Umgang mit Erinnerungskultur zu sein, die hier auf verschiedenen Ebenen Raum bekommt. Wie so oft In diesem Jahr habe ich einen Text gelesen, der durch seine skurrile Konstruktion überzeugen möchte, mich damit aber nicht einfängt. Die kurzen Blicke auf serbische Geschichte und die geschäftige Olga, die kocht, kommandiert und alles irgendwie zusammenhält, sind zwar solides Plotmaterial, doch legt sich viel zu viel Geplänkel über familiäre Tiefgründigkeit oder den eigentlichen Anlass der Zusammenkunft. Mir war das einfach zu nervös. Das hat dann auch Branko zum Schluss nicht mehr rausgerissen, obwohl er mir ein Grinsen ins Gesicht gezaubert hat. Da der Text insgesamt recht kurz gehalten ist, kann man das natürlich trotzdem relativ schnell lesen. Wenn ihr also auf verrückte Zusammenkünfte steht und vielleicht szenische Absurditäten mögt, dann sei euch dieses Debüt empfohlen. Vielleicht holt es euch ab. Mir können ja schließlich nicht alle Bücher gefallen.
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Buchinformationen
Autorenbeschreibung
Lara Haworth wurde 1983 in Belgien geboren und wuchs in London auf. Sie ist Autorin und Filmemacherin. Ihre Filme liefen auf zahlreichen Festivals wie Japan International, Belgrade Film, New York Tri-State und München New Wave. Nachdem ihre Großeltern ihr Haus in Belgrad verloren, begann sie mit dem Schreiben ihres Debütromans »Das Abschiedsmahl.«
Beiträge
Nervös und sprunghaft
Erinnerungskultur ist nicht gerade die Stärke osteuropäischer Länder. Man besinnt sich lieber auf den gegenwärtigen Stolz und die großen Errungenschaften, denn weniger auf die Aufarbeitung, teils großer historischer Verbrechen. Schon allein deshalb wundert sich Olga, als sie ein Schreiben erreicht. Das Haus, in dem sie wohnt, soll beschlagnahmt, abgerissen und als symbolisches Loch in eine Gedenkstätte verwandelt werden. Es gilt an ein Massaker zu erinnern bei dem König Alexander I. Obrenović und seiner Frau, Königin Draga, durch serbische Offiziere, umgebracht wurde. Olga kontaktiert ihren Sohn Danilo, der weit ab von zu Hause ein einsames Leben zwischen Ballett und Coming out führt und ihre Tochter Hilde, die in Deutschland als CEO einer Baufirma Probleme zu bewältigen hat und der die Muttersprache langsam abhanden kommt. Sie sollen nach Hause kommen und mit einem großen Festmahl Abschied von ihrem Zuhause nehmen. Es entwickelt sich nun ein Kabinettstück, bei dem ich mir nicht sicher bin, wie viel Slapstick gewollt war. Ich hatte den Eindruck, jemand läuft mit einer Super 8 Kamera zwischen Bestandspersonal und wechselnden Nebendarstellern hin und her, nimmt Gesprächsfetzen, Aktionen und Momentaufnahmen auf und versucht, diese miteinander zu verknüpfen. Hauptthema scheint der Umgang mit Erinnerungskultur zu sein, die hier auf verschiedenen Ebenen Raum bekommt. Wie so oft In diesem Jahr habe ich einen Text gelesen, der durch seine skurrile Konstruktion überzeugen möchte, mich damit aber nicht einfängt. Die kurzen Blicke auf serbische Geschichte und die geschäftige Olga, die kocht, kommandiert und alles irgendwie zusammenhält, sind zwar solides Plotmaterial, doch legt sich viel zu viel Geplänkel über familiäre Tiefgründigkeit oder den eigentlichen Anlass der Zusammenkunft. Mir war das einfach zu nervös. Das hat dann auch Branko zum Schluss nicht mehr rausgerissen, obwohl er mir ein Grinsen ins Gesicht gezaubert hat. Da der Text insgesamt recht kurz gehalten ist, kann man das natürlich trotzdem relativ schnell lesen. Wenn ihr also auf verrückte Zusammenkünfte steht und vielleicht szenische Absurditäten mögt, dann sei euch dieses Debüt empfohlen. Vielleicht holt es euch ab. Mir können ja schließlich nicht alle Bücher gefallen.




