Blick ins Buch

Moosflüstern

4,1(22)
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Über das Buch

www.landverlag.ch

Editionen (3)

ISBN9783905980325
VerlagLandverlag
Erscheinungsdatum31.03.17
Seitenzahl350

Rezensionen & Bewertungen

22 Bewertungen

6 Rezensionen

4,1

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  • holzannerl
    holzannerl

    90 Follower

    4,0

    Alles zerfällt irgendwann

    Joachim B. Schmidt liefert mit "Moosflüstern" einen atmosphärisch dichten und melancholischen Island-Roman. Was passiert, wenn mit 40 plötzlich das ganze Leben auf den Kopf gestellt wird - beruflich und privat? Heinrich erfährt, dass seine Mutter gar nicht seine leibliche Mutter ist. Und die ist auch noch nach Island ausgewandert, als Heinrich noch ein Baby war. Er wird sie jedoch nie persönlich kennenlernen, weil sein Vater ihm dies alles erst nach ihrem Tod eröffnet. Nachdem es in seiner Ehe kriselt und er auch im Job sehr unter Druck steht, fährt Heinrich kurzerhand nach Island und macht sich auf die Suche nach seinen Wurzeln. In kurzen Rückblenden schildert auch seine Mutter ihr Leben auf Island nach dem Ende des 2. Weltkriegs. Intensiv erzählt Joachim B. Schmidt, wie die beiden Generationen Island erleben und beide vor einem Leben weglaufen, dass sie irgendwie hinter sich lassen möchten... Von den "Esja-Frauen" habe ich hier das erste Mal gelesen, aber war direkt fasziniert. Nach dem Ende des 2. Weltkriegs wurden deutsche Frauen vom isländischen Bauernverband angeworben und mit der "Esja" auf dem Schiffsweg nach Island gebracht. Hier wurden sie als Arbeitskräfte eingesetzt und viele sind am Ende da geblieben (odt der Liebe wegen). Die Isländer hatten kriegsbedingt einen leichten Frauenmangel (auf Island waren Amerikaner stationiert und viele junge Isländerinnen haben sich verliebt und sind nach Kriegsende mit ihren Partnern in die USA ausgewandert), Deutschland dafür einen leichten Überschuss an Frauen, da viele Männer im Krieg gefallen oder verschollen oder noch in Gefangenschaft waren und so wurde der isländische Frauenmangel durch die deutsche Frauen ausgeglichen...

    19. Juli 2025

  • 4,0

    Da ich "Kalmann" so sehr mochte, war klar, daß ich auch dieses Buch lesen und lieben wollte. Ganz so sehr konnte es mich allerdings nicht begeistern. Heinrich erfährt erst sehr spät im Leben wer seine wirkliche Mutter war und so wurde ihm auch die Chance genommen sie persönlich kennenzulernen, da sie zwei Wochen zuvor gestorben ist. Nach und nach erfahren wir wie es dazu gekommen ist, das seine Mutter 1948 nach Island ausgewandert ist. Sie war eine der "Esja-Frauen" die sich verpflichtet haben in Island auf Bauernhöfen zu arbeiten, denn die isländischen Frauen haben in der Zeit dad Land zuhauf verlassen. Oft mit amerikanischen Soldaten zusammen. Der Roman wird in zwei Erzählsträngen dargestellt und der faszinierendere davon, war der von Anna, Heinrichs Mutter. Hiervon hätte ich gerne noch viel, viel mehr gelesen. Ihr Ankommen in diesem fremden Land, mit einer Sprache die schwer zu erlernen ist, auf einem Hof weit ab von der Zivilisation. "Es roch nach Gras, nach Kuhmist, nach Stein, nach Meer, nach Tau." Heinrich konnte ich nicht so recht ernst nehmen. Wurde er oft z. B. als artig dargestellt. Oder "...frisch und stramm wie eine gewaschene Karotte." Wie kann ich mir das vorstellen?? Oder lieber nicht 😝 Ich habe das Buch gerne gelesen, für ein weiteres Highlight dieses Autors hat es leider nicht gereicht.

    20. Sept. 2024

  • robins
    robins

    157 Follower

    5,0

    In Moosflüstern erzählt Joachim B. Schmidt die Geschichte von Heinrich und seiner Mutter. Sie ist eine sogenannte „Esja-Frau“, eine Deutsche, die nach dem Zweiten Weltkrieg nach Island auswanderte und dort ein neues Leben begann – allerdings ohne ihren Sohn Heinrich, den sie in Deutschland zurückließ. Während sie sich auf Island eine neue Existenz aufbaut, wächst Heinrich ohne wirkliche Informationen über seine Mutter auf. Erst die Nachricht von ihrem Tod bringt Bewegung in sein Leben. Heinrich reist nach Island, um mehr über sie und ihr Leben zu erfahren. Dabei lernt er ihre Umgebung kennen, begegnet Menschen aus ihrem Umfeld und beginnt langsam zu verstehen, wer seine Mutter war und welches Leben sie geführt hat. Gleichzeitig plagen ihn berufliche Sorgen, was seine Reise zusätzlich belastet. Der Roman erzählt die Lebenswege von Mutter und Sohn ruhig und einfühlsam. Ich konnte mich gut in beide Figuren hineinversetzen und erlebte mit, wie unterschiedlich ihre Lebensgeschichten verlaufen sind. Insgesamt bleibt bei mir eine melancholische, traurige Stimmung zurück – diese Geschichte über Verlust, Distanz und das späte Verstehen des eigenen Lebens wirkt nach...

    8. März 2026

3 von 6 Rezensionen

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