Blick ins Buch

Biografien

Katastrophen

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Über das Buch

Der Band versammelt wichtige Aufsätze der Literaturwissenschaftlerin und Schriftstellerin Ruth Klüger. Die bisher nur in wissenschaftlichen Zeitschriften gedruckten Texte werden hier erstmals einem breiteren Publikum in deutscher Sprache zugänglich gemacht. Wie in ihrer literarischen Autobiographie »weiter leben - Eine Jugend« eindringlich beschrieben, ist die Literatur für die Autorin keineswegs nur Gegenstand akademischer Interessen, sondern Lebens- und Überlebensraum von existentieller Bedeutung. So ist es auch fast selbstverständlich, daß der Zugang zur Literatur vom Wunsch geleitet ist, nicht nur die Literatur, sondern durch sie die Wirklichkeit besser zu verstehen. Nicht weltabgewandte Ästhetik ist das Programm der Aufsätze, sondern der kritische und streitbare Blick auf die »Fieberkurve« des deutschen Geistes. Nicht selten ergeben sich dabei völlig neue und unerwartete Perspektiven. So hat beispielsweise Claus Peymann in seiner viel beachteten »Hermannsschlacht« (Bochum 1982/83) gestützt auf Ruth Klügers Arbeit eine Inszenierung auf die Bühne gebracht, die einen bisher so nicht gekannten Kleist zeigte. Inhalt * Gibt es ein »Judenproblem« in der deutschen Nachkriegsliteratur? * Thomas Manns jüdische Gestalten * »Die Ödnis des entlarvten Landes«: Antisemitismus im Werk jüdisch-österreichischer Autoren * Die Leiche unterm Tisch: Jüdische Gestalten aus der deutschen Literatur des neunzehnten Jahrhunderts * Der eingerichtete Mensch: Innendekor bei Adalbert Stifter * Freiheit, die ich meine: Fremdherrschaft in Kleists »Hermannsschlacht« und »Verlobung in St. Domingo« * Tellheims Neffe: Kleists Abkehr von der Aufklärung * Kreuzzug und Kinderträume in Lessings »Nathan der Weise«

Editionen (4)

ISBN9783892440567
VerlagWallstein Verlag
Erscheinungsdatum01.01.94
Seitenzahl230

Autorin / Autor

Über Ruth Klüger

Ruth Klüger (1931-2020) war von 1966 bis 1992 Professorin für Deutsche Philologie an verschiedenen amerikanischen Universitäten, zuletzt an der University of California / Irvine. Von 1978 bis 1986 war sie Herausgeberin der Zeitschrift »The German Quarterly«, von 1980 bis 1985 Vizepräsidentin der Internationalen Vereinigung der Germanisten (IVG). Sie war Mitglied der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung. Mit ihrer in mehrere Sprachen übersetzten Autobiographie »weiter leben« (1992) wurde sie einem breiten Publikum im In- und Ausland bekannt. Für ihre Werke erhielt sie zahlreiche Auszeichnungen, darunter: Roswitha-Preis (2006), Lessing-Preis des Freistaates Sachsen (2007),Bundesverdienstkreuz erster Klasse der Bundesrepublik Deutschland (2008), Ehrendoktorwürde der Universität Wien (2015), Bayerischer Buchpreis - Ehrenpreis des Bayerischen Ministerpräsidenten (2016).

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