Blick ins Buch

Konzentration und Stille

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Über das Buch

Das Tinnitusleiden hat - wie jedes gravierende Handikap - seinen Auftrag und seine Botschaft, die etwa lautet: „Du sollst mit neuen Ohren hören! Nicht mit den Ohren des Kopfes, sondern mit den Ohren des Herzens. Du sollst dein „Sinn-Organ“ (Frankl) entwickeln, das den „Ruf“ vernimmt, der täglich und stündlich an dich ergeht: den Ruf zur Konkret-sinnvollen Lebensgestaltung. Du sollst auf Inhalte lauschen, nicht auf Töne. Auch Musik ist mehr als eine Aneinanderreihung von Tönen. Genauso ist dein Leben mehr als eine Aneinanderreihung von Tagen und Stunden. Es ist dasjenige, was du daraus mchst; das einmalige Kunstwerk einer einzigartigen Person, unwiederholbar und unvergleichbar im riesigen Universum! Also kümmere dich nicht um hohlen Schall, sondern taste mit geistigen Fühlern nac h der Stille jenseits aller Störeinflüsse. Genieße die Stille, tanke in ihr auf und höre, was dir in ihr und durch sie übermittelt wird.“ Das vorliegende Buch für alle die von Tinnitus und ähnlichen Problemen direkt oder indirekt betroffen sind, eine Reihe psychologischer Hilfen aus dem Franklschen Gedankenschatz präsentieren. - Für Tinnnitus-Kranke unter den Lesern gilt: Je besser sie mit ihren Herzen hören, desto weniger hören sie aus ihren Ohren - ein guter Tausch! --- Aus der Einleitung: „Etwas schwingt und klingt im tiefsten Zentrum des Menschen. Eine leise innere Stimme „sagt ihm wahr“, erzählt vom Guten und Rechten, wie es sein soll und sollte - jenseits aller Irrtümer, die uns tagtäglich begleiten. Der Kern der Person weiss irgendwie um die Lösung aus den vielfachen Verstrickungen, die nie ganz gelingt, aber eben einem grandiosen Urakkord gleich in unser Herz hineingesungen ist. Dies ist ausschliesslich in der Stille vernehmbar. Nur wenn der Geräuschpegel der äusseren Tüchtigkeit und inneren Geschäftigkeit heruntergeschraubt worden ist, nur wenn die Gedanken Verbissenes losgelassen haben, die kleinlichen Ängste abgefallen sind und der Friede eingekehrt ist, wird man empfänglich für die Signale aus dem transzendenten Seelengrund. - Aber wir leben in einer extrem lauten Welt: Verkehrslärm, Arbeitslärm, Freizeitlärm der Unterhaltungsindustrie - bis in die letzten unberührten Schlusswinkel unseres Daseins. Wer Inseln der Ruhe wünscht, muss sie schon suchen; sie sind nicht mehr einfach ringsum da. Das Lautlose ist zu seltenen Kostbarkeit geworden. Körperlich treten immer mehr Hörschäden auf. Psychisch gesellt sich ein Übermass an Nervosität und Reizbarkeit dazu. Geistig verlieren wir den Kontakt zu unserer „inneren Stimme“. Wir werden taub für die zarten Klänge, sanften Freundesempfindungen und leisen Regungen des Herzens. In der Lärmüberflutung geht viel zu oft das Menschliche selbst unter. Lässt sich vielleicht das Tinnitusleiden als eine Form der Sehnsucht nach Stille verstehen? Der gigantisch angestiegene Zuwachs an Tinnituskranken in unserer Gesellschaft in den letzten Jahren - fast 30% der Bevölkerung leiden an gelegentlichen, 10% an chronischen Ohrgeräuschen! - lässt jedenfalls aufhorchen. Jede Krankheit hat einen Sinn. Auch der Tinnitus hat, neben Schlafstörungen oder Depression, auch eine positive Botschaft. Denn es ändert sich etwas im Bewusstsein, wenn es andauernd im Ohr summt und surrt. Man würde am liebsten davonlaufen und kann es doch nicht. Plötzlich merkt man, wovor man im Grunde davonlaufen will: vor dem ganzen oberflächlichen Angebot der Konsumgesellschaft, vor einer gigantischen Illusionsmaschine, die einzig das innere Verarmtsein (das „existenzielle Vakuum“ nach Frankls) übertünchen soll. Der Mensch, dem der pausenlose Zivilisationslärm im Gewand eines pausenlosen Echos zur Plage wird, beginnt sich zu besinnen; er streckt sich nach Refugien des Schweigens aus und findet - bei einigem Glück - zu seiner Mitte zurück. Aus dieser Sicht hat das Tinnitusleiden seine Botschaft, die etwa lautet: „Du sollst mit neuen Ohren hören! Nicht mit den Ohren des Kopfes, sondern mit den Ohren des Herzens. Du sollst dein „Sinn-Organ“ (Frankl) entwickeln, das den ‚Ruf’ zu einer konkret-sinnvollen Lebensgestaltung vernimmt. Du sollst auf Inhalte lauschen, nicht auf Töne. Also kümmere dich nicht um hohen Schall, sondern taste mit geistigen Fühlern nach der Stille jenseits aller Störeinflüsse. Geniesse die Stille, tanke in ihr auf und höre, was dir in ihr und durch sie übermittelt wird.“ Wer dahin gelangt ist, sein Leiden auf diese oder ähnliche Weise zu verstehen, der wird seinem Leiden ein Stück weit entwachsen. Die Wende zum sinnvollen Leben wird es zur Abheilung bringen. Zwar mag mancher Schmerz bestehen bleiben, doch seine Bedeutung wird zusehens schrumpfen. Das vorliegende Buch möchte dazu eine Reihe psychologischer Hilfen aus dem Franklschen Gedankenschatz präsentieren. Der Leser ist eingeladen, beim Lesen feinfühlig ‚mitzuhören’, was aus der Stille der Buchstaben und Zeilen zu ihm aufsteigt. Vielleicht ist etwas dabei, das ihn so anrührt, dass er die Störkulisse von draussen und drinnen für eine Zeit völlig vergisst. Für Tinnnitus-Kranke unter den Lesern gilt: Je besser sie mit ihren Herzen hören, desto weniger hören sie aus ihren Ohren - ein guter Tausch!“ Die Reihe „Heilkunst und Lebenskunst in der Logotherapie“. will das Werk Viktor E. Frankls (1905-1997) in allgemein verständlicher Form und nach Problemgruppen geordnet einer breiten Leserschaft nahe bringen. Die international bekannte Frankl-Schülerin und -Interpretin Dr. Elisabeth Lukas kann aus ihrer langjährigen psychotherapeutischen Erfahrung die logotherapeutischen Perspektiven mit vielen anschaulichen Fallberichten so packend und überzeugend anreichern, dass Menschen - insbesondere solche in seelischen Krisen - ermutigt werden, das Gelesene nicht mit dem Buch aus der Hand zu legen, sondern im Herzen zu bewahren und fruchtbar ins eigene Leben zu integrieren. ---- Zuletzt in der Reihe erschienen: -- Lukas, Elisabeth: Konzentration und Stille. Logotherapie bei Tinnitus und chronischen Krankheiten. München/Wien: Profil-Verlag (Edition Logotherapie), 2. ergänzte Auflage mit einem Beitrag von Dr. med. Helmut Schaaf, Tinnitus-Klinik Arolsen. München/ Wien: Edition Logotherapie im Profil-Verlag 2001, 96 S., br., Euro 9,40 ISBN 3-89019-497-4 (Reihe „Heilkunst und Lebenskunst in der Logotherapie“, Bd. 4) -- Lukas, Elisabeth: Verlust und Gewinn. Logotherapie bei Beziehungskrisen und Abschiedsschmerz München/Wien: Edition Logotherapie im Profil-Verlag 2002, 82 S., br., Euro 9,40; ISBN 3-89019-516-4 (Reihe Heilkunst und Lebenskunst in der Logotherapie, Bd. 5) -- Lukas, Elisabeth: Freiheit und Identität. Logotherapie bei Suchtproblemen. München/Wien: Edition Logotherapie im Profil-Verlag 2002, 84 S., br., Euro 9,40; ISBN 3-89019-523-1 (Reihe Heilkunst und Lebenskunst in der Logotherapie, Bd. 6) -- Lukas, Elisabeth: Lebensstil und Wohlbefinden. Logotherapie bei psychosomatischen Störungen 2. korr. Aufl. München/Wien: Edition Logotherapie im Profil-Verlag, 2003, 86 S., br., Euro 9,40, ISBN 3-89019-535-0 (Reihe Heilkunst und Lebenskunst in der Logotherapie, Bd. 2)

Editionen (1)

ISBN9783890194974
VerlagProfil Verlag
Erscheinungsdatum31.12.01
Seitenzahl88

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