Und andere Formen menschlichen Versagens

Und andere Formen menschlichen Versagens

Hardcover
4.022
SplatterLoßKurzgeschichtenRobinson Crusoe

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Beschreibung

Ein Passagierflugzeug stürzt über dem Südpazifik ab. Unter den Passagieren, die nicht sofort ertrinken, ist die 22-jährige Marina Palm. Tagelang treibt sie, festgeklammert an einen Fenstersitz, auf dem Ozean. Dann erscheint am Horizont eine einsame Insel…

Loß erzählt in seinem Debüt keine Robinson Crusoe Geschichte, sondern von Menschen, deren Lebenswege sich mit dem seiner Hauptfigur kreuzen. Da ist Marinas Vater, ein Bauunternehmer zwischen Größenwahn und Lächerlichkeit, ihre geltungssüchtige Mutter, die den Verlust der Tochter durch das Drehen eines Splatterfilms verarbeitet, oder ihr Freund, ein Nachwuchsboxer, der mit Marinas Geschichte viel Geld verdient. Sieben skurrile, abgründige Kapitel, jedes eine Short Story für sich; ein wirklich grandioses Drama voller grotesker Ironie.

Buchinformationen

Haupt-Genre
Romane
Sub-Genre
Zeitgenössische Romane
Format
Hardcover
Seitenzahl
155
Preis
20.00 €

Autorenbeschreibung

Lennardt Loß wurde 1992 in Braunschweig geboren. Er studierte Germanistik und Kunstgeschichte in Jena sowie Theater-, Film- und Medienwissenschaft in Frankfurt am Main. Er ist freier Mitarbeiter für die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung. Loß erhielt ein Stipendiat des Hessischen Literaturrats in Prag sowie der Roger Willemsen Stiftung in Hamburg und ist Preisträger des Jungen Literaturforums Hessen-Thüringen (2017 und 2018).

Beiträge

6
Alle
2

Eine Verschwendung für so ein schönes Cover... Manchen Autoren liegt die Kürze, aber eben nicht allen. Loss gehört eindeutig zu letzteren. Denn das Buch fühlt sich von Anfang an unfertig an, und das zieht sich durch bis zum Schluss. Die Figuren hätten etwas werden den können, aber der Autor nimmt sich nicht die Zeit für sie. Die Handlung... dazu kann ich nichts sagen, weil nicht vorhanden. Und vom angeblichen Witz und Humor, habe ich nur die Ansätze mitbekommen. Wie gesagt, hätte mit mehr Mühe und Aufmerksamkeit etwas werden können. Aber das tat es nicht. Grundsätzlich nenne ich Lesen bzw. Bücher nie eine Zeitverschwendung. Auch von jenen, die man abbricht oder nicht mag, lernt man etwas. Aber wenn es ein Buch gibt, für das ich das Wort "Zeitverschwendung" benutzen müsste, dann wäre es dieses hier.

5

Eines der besten Bücher der letzten Jahre!

4.5

Ein Buch über menschliches Versagen.

Ich habe das Buch in der Bücherhalle gefunden und der Klappentext war interessant. Das Buch dreht sich um Marina, die Schiffsbruch erlitt. Es sind viele einzelne Kapitel, die irgendwie alle mit ihrer Geschichte verwoben sind, in allerlei Jahrzehnten. Da ist der ehemalige RAF-Terrorist, der Boxer, die schräge Mutter und Männer, die Waschbären jagen. Es sind kurze Geschichten und man taucht punktuell in die Leben ein. Nie lange, Bindung wird nicht aufgebaut, aber es ist wie ein kurzer Blick durch die Tür und ein 'besser nicht' Gefühl. Das Ende war für mich etwas schnell, es ist offen, lässt Platz zur Interpretation. Das Buch ist tatsächlich eine Kette von menschlichem Versagen. Mal mehr, mal weniger gravierend. Mit Konsequenzen, in allerlei Richtungen. Das einzige, was nicht stimmt: Es ist nicht witzig. Es ist auch nicht ironisch und leitet fehl. Es ist eher die brutale Realität, die bittere Pille, die einen ab und zu doch mal lachen lässt... Weil es alles so bizarr und schlimm ist.

Ein Buch über menschliches Versagen.
4

Ein kleines Büchlein, das damit beginnt, dass ein Flugzeug in den Pazifik stürzt. Alles dreht sich um Marina, die ihren Vater in Buenos Aires besuchen wollte und nun im Ozean treibt. Wobei es eigentlich gar nicht wirklich um Marina geht, sondern um Menschen die in irgendeiner Form mit ihr in Verbindung stehen. Dies ist nicht die Geschichte einer Überlebenden, kein Robinson Crusoe Motiv! Es ist ein Erzählexperiment im besten Sinne. Auf 150 Seiten erschafft Loß in sieben Kurzgeschichten Figuren und Lebenssituationen von profan bis aberwitzig und im Hintergrund all dessen stehen der Flugzeugabsturz und die Überlebende. Mir hat daran am Besten gefallen mit wie wenig Loß dabei auskommt. Keine langatmigen Charakterisierungen und ausufernden Geschichten. Schnell ist man drin, in jeder neuen Figur; sei es der Profiboxer, die Amateur-Splatter-Film-Regisseurin oder der kanadische Trailerpark-Boy. Und die sollen alle was mit dem Flugzeugabsturz zu tun haben? Ja. Überraschender- und originellerweise ja.

5

Auf das erste Kapitel dieses Buch bin ich im Rahmen des letztjährigen Bachmann-Lesens aufmerksam geworden. Der Autor hatte es dort vorgetragen. Und wenngleich ich nicht mehr sicher weiß, wie die Reaktion der Jury war, ist mir der Vortrag (im Vergleich zu vielen anderen) doch sehr in Erinnerung geblieben. Zu viele Haken und Ösen hatte Lennardt Loß in Form von witzigen, skurrilen, abstrusen oder vermeintlich offensichtlichen Ideen eingewoben. Aber es war eben nur ein Vortrag; kein fertiges Buch. Auf ein Buch mit Oktopus auf dem Cover wurde ich aufmerksam, als ein Bekannter es in die Hand nahm, las, und davon schwärmte. In diesem Fall blieb die ungewöhnliche, sehr ansprechende (auch skurrile?) äußere Gestaltung bei mir hängen, sodass ich, als ich es in einer Buchhandlung stehen sah, hineinlesen musste. Einen kurzen Moment der Schnappatmung später stellte ich fest, dass der tolle, einprägsame Vortrag aus Klagenfurt gleichzeitig das erste Kapitel dieses schönen, umschwärmten Buchs darstellte. Ob man aber Kapitel oder eher Erzählung sagen sollte, weiß ich nicht sicher. Jedes der Kapitel ist eine vermeintlich eigene Geschichte, die aber allesamt durch eine Person als zentralem Dreh- und Angelpunkt verbunden werden. Und so kann man jede einzelne der Erzählungen herauslösen und als kleinen, sehr wohlschmeckenden literarischen Snack verputzen, oder sich an der ungehörigen Erzählstruktur aller Teile ergötzen und bewundern, was sich doch für eine schöne Geschichte ergibt, die nochmal größer ist, als die Summe ihrer Teile. Vermutlich hat Lennardt Loß es geschafft, mich mit einer modernen Romanform zu versöhnen, die mir Herr Bellen in seinem Deutsch-LK in Stufe 11.2 mit Büchners [b:Woyzeck|571938|Woyzeck|Georg Büchner|https://i.gr-assets.com/images/S/compressed.photo.goodreads.com/books/1175892999l/571938._SY75_.jpg|2382472] damals ordentlich verleidete. Man erinnert sich … das offene Drama … keine klassische Kapitelstruktur … Einheit von Zeit, Ort und Handlung gilt nicht mehr … Aristoteles ad absurdum … So könnte man auch in diesem Fall die Lesereihenfolge wohl (fast) beliebig ändern, ohne dass der Lesegenuss darunter leidet. Und ein Genuss ist es wirklich. Loß hat so eine feine, freche, derbe Art. Seine Charakterzeichnung lässt mich hinschmelzen, so verwegen und abstrus wirkt die Welt, wirken die Menschen, im besten irving'schen Sinne menschlich. Ich hoffe inständig, von Lennardt Loß noch manches lesen zu dürfen. Roman oder Geschichten … modern oder klassisch … ganz egal!

3.5

Skurril und kurzweilig

Eine unzusammenhängende Zusammenhängende Geschichte - von der RAF über den Boxring bis hin zum Erinnerungs - Blutrauschfilm…. So ganz weiß ich nicht, was ich gelesen habe, aber es war unterhaltsam. Trotzdem ist es für mich persönlich kein so besonderes Buch, wie ich mehrfach gelesen habe.

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