Der Prinz

Der Prinz

Taschenbuch
3.64
HomosexuellenfeindlichkeitSalvador AllendeGefängnisSchwul

Durch das Verwenden dieser Links unterstützt du READO. Wir erhalten eine Vermittlungsprovision, ohne dass dir zusätzliche Kosten entstehen.

Beschreibung

Chile, Anfang der siebziger Jahre. Am Ende einer durchzechten Nacht ersticht der junge Jaime seinen heimlich begehrten besten Freund. Im Gefängnis landet er in einer Gruppenzelle, in der ein gefürchteter Anführer das Sagen hat, den alle nur "El Potro", den jungen Hengst, nennen. El Potro wird Jaimes Beschützer und macht ihn zu seinem neuen "Prinzen", erwartet dafür aber Loyalität und sexuelle Unterordnung. Die "Liebe im Dunkeln" zwischen den beiden erfüllt Jaimes Bedürfnis nach Zuneigung und Zugehörigkeit, weckt in ihm aber auch die Lust, selbst zum Anführer zu werden. Doch dann entbrennt im Knast ein brutaler Machtkampf. Mit seinem Roman "Der Prinz" führt uns Mario Cruz in eine Welt der Hierarchien und Machtproben, deren Doppelbödigkeit er in knapper, schnörkelloser Sprache offenlegt: so unmoralisch wie naiv, so zart wie fatalistisch. Der 1972 im Selbstverlag gedruckte Roman avancierte in Chile zunächst zum Underground-Hit, geriet nach der Machtergreifung Pinochets aber in Vergessenheit und wird hier zum ersten Mal wieder veröffentlicht. Im Nachwort zu dieser Ausgabe begibt sich Florian Borchmeyer auf Spurensuche nach dem Autor dieser literarischen Wiederentdeckung.

Buchinformationen

Haupt-Genre
Romane
Sub-Genre
Zeitgenössische Romane
Format
Taschenbuch
Seitenzahl
128
Preis
18.50 €

Beiträge

1
Alle

Ich finde das Buch sehr schwierig zu bewerten, da es keinesfalls leichte Lektüre ist. Jamie sitzt im Knast, da er jemanden erstochen hat. Der Großteil der Handlung findet daher im Gefängnis statt, und durch Rückblenden wird von Jamies früherem Leben erzählt. Es wird sehr explizit erzählt was im Gefängnis abgeht, von Sexualität bis Gewalt und Kriminalität schreckt das Buch vor nichts zurück. Was mich jedoch mehr faszinierte als die Geschichte selbst war die wahre Geschichte am Ende, wie versucht wurde, den Autor ausfindig zu machen. Auch die Tatsache, das Buch das erste Mal überhaupt gedruckt in der Hand zu halten, da andere Verlage weltweit es nie veröffentlicht haben, fand ich wahnsinnig. Wer nicht zu zimperlich ist und nichts gegen homoerotische Knastabenteuer hat sollte dieses Buch auf jeden Fall lesen, da es - in meinen Augen - ein bedeutendes Buch von LGBTQ+ Kultur ist.

Beitrag erstellen