Eine unerschütterliche Freundschaft, die vom Krieg auf die Probe gestellt wird. Und ein unbedingter Wille zum Widerstand, den die Gesellschaft nicht brechen kann.
Durch die nachtschwarzen Straßen von Monza läuft ein junges Mädchen, das Nachthemd klebt ihr am Rücken, ihre Füße sind nackt. Es ist das Jahr 1940 und Francesca hat seit vier Jahren nichts mehr von ihrer besten Freundin Maddalena gehört. Seit dem Tag, an dem sie weggesperrt wurde. Und auch Francescas Leben ist aus den Fugen geraten: Das Haus ihrer Eltern betritt sie nicht mehr, ihre Mutter schimpft sie eine »Malacarne«, eine durch und durch Verkommene. Dann endlich kehrt Maddalena in den Ort zurück. Äußerlich kaum verändert, ist sie doch eine völlig andere. Ein unüberwindbarer Graben scheint die Freundinnen zu entzweien. Während Italien in den Krieg eintritt, müssen sie sich entscheiden: füreinander einstehen oder für immer getrennte Wege gehen?
Mit ungeheurer erzählerischer Kraft entführt uns Beatrice Salvioni in das Italien der 1940er Jahre. Die Geschichte zweier unzertrennlicher Freundinnen, die die Fesseln ihrer Zeit sprengen wollen, auch wenn es sie alles kostet.
Italiens junge feministische Stimme ist mit einer Forsetzung zurück: Nach dem Erfolg von »Malnata« erzählt Beatrice Salvioni die Geschichte einer besonderen Freundschaft in Zeiten des Faschismus weiter
Den ersten, schmalen Band habe ich geliebt! Tolle Geschichte, stark, unerschütterlich und besonders.
Die Fortsetzung der Geschichte von Francesca und Maddalena ist so viel umfassender und hat mich tief in die Geschichte Italiens während des 2. Weltkriegs hineingezogen.
Gewalt, Widerstand, täglicher Überlebenskampf und die Rückkehr des Patriarchates.
26. Mai 2026
5,0
Starke Fortsetzung von Malnata
Den ersten, schmalen Band habe ich geliebt! Tolle Geschichte, stark, unerschütterlich und besonders.
Die Fortsetzung der Geschichte von Francesca und Maddalena ist so viel umfassender und hat mich tief in die Geschichte Italiens während des 2. Weltkriegs hineingezogen.
Gewalt, Widerstand, täglicher Überlebenskampf und die Rückkehr des Patriarchates.
Eine tolle Fortsetzung über die Kraft der Freundschaft und den Zusammenhalt.
"Wir nahmen uns das Recht heraus, die Gerechtigkeit wiederherzustellen, die jeder zum Schweigen gebrachten Frau zustand."
Ich habe Beatrice Salvionis Debüt "Malnata" geliebt und war daher sogleich Feuer und Flamme als mit ihrem neuen Roman "Malacarne" eine Fortsetzung angekündigt wurde. Denn Francesca und Maddalena hatte ich im ersten Buch schon sehr ins Herz geschlossen.
"Wenn du ein Mädchen bist, wird deine Wut als Wahnsinn abgetan, also lernst du, dass es besser ist, sie zu verbergen."
Über Maddalena Merlini, die stets von allen nur die "Malnata" genannt wurde - was so viel wie die Unheilbringende bedeutet -, wird in Monza seit den Vorkommnissen vor 4 Jahren geschwiegen. Damals waren sie und Francesca noch Kinder von 12 und 13 Jahren. Und nun vier Jahre später entdeckt Francesca den größten Verrat ihres Vaters: All die Briefe, die sie an Maddalena geschrieben hat, und von denen sie glaubte, ihr Vater hätte sie an Maddalena geschickt, befinden sich in einer dummen Hutschachtel! Er hat sie nie abgegeben. Nachdem Francesca ihren Vater wütend damit konfrontiert hat, läuft sie mitten in der Nacht, barfuß und nur mit einem Nachthemd bekleidet weg. Der einzige Mensch, der ihr einfällt, der ihr vielleicht Unterschlupf gewähren würde, ist Noè Tresoldi. Natürlich nimmt er Francesca bei sich auf, obwohl ihm klar ist, dass das eine Menge Ärger bedeutet. Francesca macht sich darum weniger Sorgen, denn ihre Angst gilt einzig und allein Maddalena. Ob Maddalena ihr das vierjährige Schweigen verzeihen kann? Ob sie denkt sie hätte sie vergessen? Und in all den Wirren zieht auch in Italien der Krieg ein. Mit Mussolini an der Spitze, wird das ganze Volk gebeutelt und schikaniert und die Probleme immer größer ...
"Eine mir ewig vorkommende Minute lang glaubte ich zu sterben, dann bekam alles wieder Konturen, und die Wirklichkeit ergab wieder Sinn."
Salvioni hat einen wunderbar leichten Schreibstil, der mich durch die Seiten fliegen und mich nach mehr verlangen lässt.
Sie zeigt sehr eindrücklich wie das Leben der Frauen in Italien in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts aussah. Dass die Frauen nur der Besitz eines Mannes waren, die vom Vater in die Hände ihres Ehemannes gegeben wurden und nie sich selbst gehörten. Doch es gab sie schon immer ... die Freigeister ... die Frauen, die wussten, dass das Leben mehr für sie bereithalten muss, als nur Tochter, Ehefrau, Mutter und Geliebte zu sein. Frauen die selbstbestimmt leben wollten. Salvionis Figur Maddalena Merlini ist so eine Frau. Und während Francesca Strada als Mädchen, aufgrund ihrer Erziehung, sehr angepasst war, färbte Maddalenas Freigeistigkeit allmählich auf sie ab. Wir erleben wie Francesca ihre Fesseln sprengt, sich über Konventionen hinwegsetzt und sich nimmt, was sie will. Dabei hat sie immer Maddalenas Stimme im Ohr. Maddalenas Stimme von damals, als sie noch 13 waren.
"Es gibt niemanden auf der Welt, der keinen Schaden davonträgt oder wenigstens einen kleinen Knacks bekommt. Das Leben verschont niemanden."
In der zweiten Hälfte des Buches spielt der Zweite Weltkrieg, der Faschismus und der Widerstand in Italien eine zentrale Rolle. Dabei schildert Salvioni die Gräuel ohne zu sehr ins Detail zu gehen. Insgesamt mochte ich auch diesen Part, jedoch hat sich für mich hier etwas der Kern der Geschichte verschoben. Mir war das zu wenig Francesca & Maddalena. Diese innige Freundschaft trat in den Hintergrund und blitzte nur noch hin und wieder auf. Mit einem Blick auf die Story verstehe ich natürlich durchaus, dass wir die beiden nicht mehr so innig miteinander verbunden und aneinanderklebend sehen können, aber gerade diese Freundschaft ist für mich persönlich im ersten Buch das Herz der Geschichte gewesen. Das hat sich hier etwas verloren.
"Der einzige Weg, im Krieg man selbst zu bleiben, besteht darin, ihn nicht zu überleben."
Doch trotz meiner kleinen Kritik ist "Malacarne" ein großartiger Roman, der die Zeit damals in Italien lebendig werden lässt. Ein Roman, der von der Kraft der Freundschaft und dem Zusammenhalt erzählt.
Übersetzt aus dem Italienischen von Anja Nattefort.
"Wir alle leben in den Ruinen der Vergangenheit: Jeder hat seine eigenen Tricks, um sie zu verdrängen."
6. Mai 2026
4,0
Eine tolle Fortsetzung über die Kraft der Freundschaft und den Zusammenhalt.
"Wir nahmen uns das Recht heraus, die Gerechtigkeit wiederherzustellen, die jeder zum Schweigen gebrachten Frau zustand."
Ich habe Beatrice Salvionis Debüt "Malnata" geliebt und war daher sogleich Feuer und Flamme als mit ihrem neuen Roman "Malacarne" eine Fortsetzung angekündigt wurde. Denn Francesca und Maddalena hatte ich im ersten Buch schon sehr ins Herz geschlossen.
"Wenn du ein Mädchen bist, wird deine Wut als Wahnsinn abgetan, also lernst du, dass es besser ist, sie zu verbergen."
Über Maddalena Merlini, die stets von allen nur die "Malnata" genannt wurde - was so viel wie die Unheilbringende bedeutet -, wird in Monza seit den Vorkommnissen vor 4 Jahren geschwiegen. Damals waren sie und Francesca noch Kinder von 12 und 13 Jahren. Und nun vier Jahre später entdeckt Francesca den größten Verrat ihres Vaters: All die Briefe, die sie an Maddalena geschrieben hat, und von denen sie glaubte, ihr Vater hätte sie an Maddalena geschickt, befinden sich in einer dummen Hutschachtel! Er hat sie nie abgegeben. Nachdem Francesca ihren Vater wütend damit konfrontiert hat, läuft sie mitten in der Nacht, barfuß und nur mit einem Nachthemd bekleidet weg. Der einzige Mensch, der ihr einfällt, der ihr vielleicht Unterschlupf gewähren würde, ist Noè Tresoldi. Natürlich nimmt er Francesca bei sich auf, obwohl ihm klar ist, dass das eine Menge Ärger bedeutet. Francesca macht sich darum weniger Sorgen, denn ihre Angst gilt einzig und allein Maddalena. Ob Maddalena ihr das vierjährige Schweigen verzeihen kann? Ob sie denkt sie hätte sie vergessen? Und in all den Wirren zieht auch in Italien der Krieg ein. Mit Mussolini an der Spitze, wird das ganze Volk gebeutelt und schikaniert und die Probleme immer größer ...
"Eine mir ewig vorkommende Minute lang glaubte ich zu sterben, dann bekam alles wieder Konturen, und die Wirklichkeit ergab wieder Sinn."
Salvioni hat einen wunderbar leichten Schreibstil, der mich durch die Seiten fliegen und mich nach mehr verlangen lässt.
Sie zeigt sehr eindrücklich wie das Leben der Frauen in Italien in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts aussah. Dass die Frauen nur der Besitz eines Mannes waren, die vom Vater in die Hände ihres Ehemannes gegeben wurden und nie sich selbst gehörten. Doch es gab sie schon immer ... die Freigeister ... die Frauen, die wussten, dass das Leben mehr für sie bereithalten muss, als nur Tochter, Ehefrau, Mutter und Geliebte zu sein. Frauen die selbstbestimmt leben wollten. Salvionis Figur Maddalena Merlini ist so eine Frau. Und während Francesca Strada als Mädchen, aufgrund ihrer Erziehung, sehr angepasst war, färbte Maddalenas Freigeistigkeit allmählich auf sie ab. Wir erleben wie Francesca ihre Fesseln sprengt, sich über Konventionen hinwegsetzt und sich nimmt, was sie will. Dabei hat sie immer Maddalenas Stimme im Ohr. Maddalenas Stimme von damals, als sie noch 13 waren.
"Es gibt niemanden auf der Welt, der keinen Schaden davonträgt oder wenigstens einen kleinen Knacks bekommt. Das Leben verschont niemanden."
In der zweiten Hälfte des Buches spielt der Zweite Weltkrieg, der Faschismus und der Widerstand in Italien eine zentrale Rolle. Dabei schildert Salvioni die Gräuel ohne zu sehr ins Detail zu gehen. Insgesamt mochte ich auch diesen Part, jedoch hat sich für mich hier etwas der Kern der Geschichte verschoben. Mir war das zu wenig Francesca & Maddalena. Diese innige Freundschaft trat in den Hintergrund und blitzte nur noch hin und wieder auf. Mit einem Blick auf die Story verstehe ich natürlich durchaus, dass wir die beiden nicht mehr so innig miteinander verbunden und aneinanderklebend sehen können, aber gerade diese Freundschaft ist für mich persönlich im ersten Buch das Herz der Geschichte gewesen. Das hat sich hier etwas verloren.
"Der einzige Weg, im Krieg man selbst zu bleiben, besteht darin, ihn nicht zu überleben."
Doch trotz meiner kleinen Kritik ist "Malacarne" ein großartiger Roman, der die Zeit damals in Italien lebendig werden lässt. Ein Roman, der von der Kraft der Freundschaft und dem Zusammenhalt erzählt.
Übersetzt aus dem Italienischen von Anja Nattefort.
"Wir alle leben in den Ruinen der Vergangenheit: Jeder hat seine eigenen Tricks, um sie zu verdrängen."
❤️ Die Rückkehr zu Francesca und Maddalena fühlte sich an wie ein Wiedersehen mit alten Freundinnen.
⭐⭐⭐⭐☆ (4/5)
Vier Jahre sind vergangen, seit Maddalena, von den Menschen ihres Dorfes als „Malnata“ abgestempelt und in eine psychiatrische Anstalt gebracht wurde. Nicht, weil sie krank war, sondern weil sie den Mut hatte, sich gegen Ungerechtigkeit zu stellen. Während sie hinter Mauern verschwindet, schreibt Francesca ihr Tag für Tag Briefe – voller Hoffnung, Sehnsucht und Loyalität. ✍️💔 Als schließlich ans Licht kommt, dass diese Briefe nie abgeschickt wurden, traf mich das mitten ins Herz. Die Vorstellung, jahrelang auf ein Lebenszeichen zu warten und zu glauben, vergessen worden zu sein, ist kaum zu ertragen.
Besonders berührend ist die unerschütterliche Verbundenheit zwischen den beiden Frauen. 🤝 Trotz der Distanz, trotz der Grausamkeiten, die zwischen ihnen stehen, bleibt ihre Freundschaft der emotionale Mittelpunkt des Romans. Francescas Entschlossenheit, Maddalena nicht aufzugeben, hat mich immer wieder tief bewegt.
Doch nicht nur das persönliche Schicksal der beiden steht im Mittelpunkt. Die Geschichte spielt im Italien des Jahres 1940 🇮🇹, einer Zeit voller Unsicherheit und Angst. Das Land steht kurz vor dem Eintritt in den Zweiten Weltkrieg und wird schließlich selbst Teil des Krieges. Mit jeder Seite spürt man, wie sich die politische Lage zuspitzt und das Leben der Menschen immer stärker bestimmt. Hunger, Kälte und Entbehrungen werden zum Alltag. 🥖❄️ Die Nächte verbringen viele Menschen in Luftschutzkellern, immer begleitet von der Angst vor dem nächsten Angriff. 🚨 Gegen Ende legt sich zusätzlich der Schatten der deutschen Besatzung über das Land. Diese bedrückende Atmosphäre zieht sich durch den gesamten Roman und macht die Geschichte noch eindringlicher.
Gleichzeitig zeichnet die Autorin ein erschütterndes Bild der Zustände in psychiatrischen Einrichtungen jener Zeit. Die Erniedrigungen, die Gewalt und die Willkür, denen Maddalena ausgesetzt ist, gehen unter die Haut. 😢 Viele Szenen sind schwer auszuhalten, gerade weil sie sich so authentisch anfühlen. Vor dem Hintergrund von Faschismus, Krieg und gesellschaftlicher Ausgrenzung wird deutlich, wie wenig ein Menschenleben wert sein konnte, wenn man nicht den Erwartungen der Gesellschaft entsprach.
Besonders gelungen fand ich, wie historische Realität und persönliche Schicksale miteinander verwoben werden. 📚 Die Rolle der Frauen, soziale Zwänge und politische Entwicklungen sind nicht bloß Kulisse, sondern prägen jede Entscheidung und jeden Konflikt.
Warum „nur“ vier Sterne? ⭐️ Weil manche Passagen für meinen Geschmack etwas zu ausführlich geraten sind und die Handlung stellenweise an Tempo verliert. Die emotionale Kraft der Geschichte leidet darunter zwar nicht, doch an einigen Stellen hätte ich mir eine straffere Erzählweise gewünscht.
Dennoch ist Malacarne eine eindringliche und bewegende Fortsetzung, die ihre Figuren weiterentwickelt und ihre Geschichte noch dunkler, intensiver und emotionaler erzählt. ❤️🩹 Ein Roman über Freundschaft, Widerstandskraft, Verlust und die Stärke von Frauen, die sich auch in den schwersten Zeiten nicht brechen lassen.
24. Juni 2026
4,0
❤️ Die Rückkehr zu Francesca und Maddalena fühlte sich an wie ein Wiedersehen mit alten Freundinnen.
⭐⭐⭐⭐☆ (4/5)
Vier Jahre sind vergangen, seit Maddalena, von den Menschen ihres Dorfes als „Malnata“ abgestempelt und in eine psychiatrische Anstalt gebracht wurde. Nicht, weil sie krank war, sondern weil sie den Mut hatte, sich gegen Ungerechtigkeit zu stellen. Während sie hinter Mauern verschwindet, schreibt Francesca ihr Tag für Tag Briefe – voller Hoffnung, Sehnsucht und Loyalität. ✍️💔 Als schließlich ans Licht kommt, dass diese Briefe nie abgeschickt wurden, traf mich das mitten ins Herz. Die Vorstellung, jahrelang auf ein Lebenszeichen zu warten und zu glauben, vergessen worden zu sein, ist kaum zu ertragen.
Besonders berührend ist die unerschütterliche Verbundenheit zwischen den beiden Frauen. 🤝 Trotz der Distanz, trotz der Grausamkeiten, die zwischen ihnen stehen, bleibt ihre Freundschaft der emotionale Mittelpunkt des Romans. Francescas Entschlossenheit, Maddalena nicht aufzugeben, hat mich immer wieder tief bewegt.
Doch nicht nur das persönliche Schicksal der beiden steht im Mittelpunkt. Die Geschichte spielt im Italien des Jahres 1940 🇮🇹, einer Zeit voller Unsicherheit und Angst. Das Land steht kurz vor dem Eintritt in den Zweiten Weltkrieg und wird schließlich selbst Teil des Krieges. Mit jeder Seite spürt man, wie sich die politische Lage zuspitzt und das Leben der Menschen immer stärker bestimmt. Hunger, Kälte und Entbehrungen werden zum Alltag. 🥖❄️ Die Nächte verbringen viele Menschen in Luftschutzkellern, immer begleitet von der Angst vor dem nächsten Angriff. 🚨 Gegen Ende legt sich zusätzlich der Schatten der deutschen Besatzung über das Land. Diese bedrückende Atmosphäre zieht sich durch den gesamten Roman und macht die Geschichte noch eindringlicher.
Gleichzeitig zeichnet die Autorin ein erschütterndes Bild der Zustände in psychiatrischen Einrichtungen jener Zeit. Die Erniedrigungen, die Gewalt und die Willkür, denen Maddalena ausgesetzt ist, gehen unter die Haut. 😢 Viele Szenen sind schwer auszuhalten, gerade weil sie sich so authentisch anfühlen. Vor dem Hintergrund von Faschismus, Krieg und gesellschaftlicher Ausgrenzung wird deutlich, wie wenig ein Menschenleben wert sein konnte, wenn man nicht den Erwartungen der Gesellschaft entsprach.
Besonders gelungen fand ich, wie historische Realität und persönliche Schicksale miteinander verwoben werden. 📚 Die Rolle der Frauen, soziale Zwänge und politische Entwicklungen sind nicht bloß Kulisse, sondern prägen jede Entscheidung und jeden Konflikt.
Warum „nur“ vier Sterne? ⭐️ Weil manche Passagen für meinen Geschmack etwas zu ausführlich geraten sind und die Handlung stellenweise an Tempo verliert. Die emotionale Kraft der Geschichte leidet darunter zwar nicht, doch an einigen Stellen hätte ich mir eine straffere Erzählweise gewünscht.
Dennoch ist Malacarne eine eindringliche und bewegende Fortsetzung, die ihre Figuren weiterentwickelt und ihre Geschichte noch dunkler, intensiver und emotionaler erzählt. ❤️🩹 Ein Roman über Freundschaft, Widerstandskraft, Verlust und die Stärke von Frauen, die sich auch in den schwersten Zeiten nicht brechen lassen.
24. Juni 2026
3 von 11 Rezensionen
Autorin / Autor
Über Beatrice Salvioni
Beatrice Salvioni, geboren 1995, studierte Literatur an der Universität Mailand und besuchte dann in Turin die renommierte Schreibschule Holden, gegründet von Alessandro Baricco. Sie hat bereits mehrere Erzählungen geschrieben, von denen eine mit dem Premio Calvino ausgezeichnet wurde. 2021 erregte das literarische Debüt der jungen Autorin große internationale Aufmerksamkeit. »La Malnata« wurde noch vor Erscheinen in Italien zu einem literarischen Ereignis und verkaufte sich innerhalb weniger Wochen in 20 Länder; inzwischen sind es 35.