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Eingefroren am Nordpol

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Über das Buch

Ein Jahr im Eis: Die größte Arktisexpedition aller Zeiten

Es ist die Geschichte einer einmaligen Forschungsreise: Am 20. September 2019 startete die größte Arktisexpedition aller Zeiten. Die »Polarstern« verließ den Hafen von Tromsö, um sich am Nordpol einfrieren zu lassen. An Bord hat sie Wissenschaftler aus 19 Nationen, die ein Jahr lang die Auswirkungen des Klimawandels untersuchen werden. Markus Rex leitet die »MOSAiC« genannte Forschungsmission und berichtet vom Alltag unter extremen Bedingungen, von logistischen und planerischen Herausforderungen und von wissenschaftlichen Erkenntnissen aus dem Eis. Ein Arktis-Abenteuer mit eindringlichem Fokus auf die dramatischen Folgen des Klimawandels.

Ungekürzte Lesung mit Steffen Groth
9h 59min

Editionen (4)

ISBN9783844540321
VerlagDer Hörverlag
Erscheinungsdatum30.11.20

Rezensionen & Bewertungen

40 Bewertungen

7 Rezensionen

4,7

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  • hansdampf
    hansdampf

    199 Follower

    5,0

    Hochinteressantes Logbuch einer Forschungsexpedition in die Arktis mit einem Appell

    2. Juni 2024

  • bookbutterflies
    bookbutterflies

    413 Follower

    4,0

    In „Eingefroren am Nordpol“ nimmt Markus Rex uns mit auf eine der außergewöhnlichsten Forschungsreisen unserer Zeit. Am 20. September 2019 verlässt die *Polarstern* den Hafen von Tromsø mit einem ebenso waghalsigen wie klaren Plan: sich am Nordpol im Eis einschließen zu lassen, um ein ganzes Jahr lang mit der Eisscholle zu driften und dabei die Arktis und den Klimawandel so genau zu untersuchen wie nie zuvor. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus 20 Nationen sind an Bord, vereint durch ein gemeinsames Ziel und die Bereitschaft, sich extremen Bedingungen auszusetzen. Das Buch ist im Grunde das Logbuch dieser Expedition. Markus Rex schildert sehr detailliert, wie das Schiff an einer geeigneten Eisscholle festmacht, wie das Forschungscamp entsteht und wie der Alltag im Eis aussieht. Besonders spannend fand ich die Beschreibungen der sich ständig verändernden Eisscholle: wie sich das Eis zusammenschiebt, regelrechte Eisgebirge entstehen und daraus ganz reale Gefahren für das Camp erwachsen. Gleichzeitig muss ich ehrlich sagen, dass mir die geografischen Beschreibungen im Text manchmal schwerfielen. Welche Bewegung des Eises nun aus Osten, Westen oder Süden droht und was sich wohin verschoben hat, konnte ich mir nicht immer gut vorstellen – das liegt aber eindeutig an meiner eigenen Vorstellungskraft und nicht an der Erklärung selbst. Sehr präsent ist auch das Thema Sicherheit. Ich war überrascht, wie häufig und real die Gefahr durch Eisbären ist. Die Tiere werden von dem Ungewöhnlichen angezogen, was das Camp für sie darstellt, und sind damit ein ständiger Faktor, den das Team im Blick behalten muss. Diese Momente verleihen dem Buch eine zusätzliche Spannung, die weit über reine Wissenschaft hinausgeht. Ein großer Pluspunkt des Buches ist seine Zugänglichkeit. Trotz der enormen wissenschaftlichen Bedeutung bleibt der Text angenehm lesbar, auch für Laien. Es wird kein Vorwissen vorausgesetzt, Fachbegriffe werden verständlich erklärt, sodass man nie das Gefühl hat, den Anschluss zu verlieren. Unterstützt wird das Ganze durch viele Fotografien. Besonders hilfreich fand ich die Karte zu Beginn des Buches, die die Route der *Polarstern* zeigt, sowie die Übersicht am Ende, die den Aufbau des Forschungscamps erklärt. In Kombination mit der Dokumentation, die lange Zeit in der ARD- oder ZDF-Mediathek zu sehen war und mich schon vor ein paar Jahren begeistert hat, wird das Erlebnis noch runder – aber auch ohne die Doku kann man dem Buch problemlos folgen. Inhaltlich geht es nicht nur um Messdaten, Logistik und Planung, sondern ganz stark auch um die Menschen. Markus Rex lässt uns sehr nah an sich und das Team heran. Er beschreibt, was diese besondere Forschungsreise emotional mit allen Beteiligten macht, wie wichtig gute Stimmung, Zusammenhalt und gegenseitige Rücksichtnahme sind, um unter diesen Bedingungen ein Jahr lang bestehen zu können. Besonders beeindruckend ist die internationale Zusammenarbeit: so viele Nationen, so viele unterschiedliche Menschen, die extrem gut zusammenarbeiten, weil die Wissenschaft und ein gemeinsames Ziel im Mittelpunkt stehen. Man ertappt sich beim Lesen dabei, sich genau das an vielen anderen Stellen der Welt ebenfalls zu wünschen. Spannend fand ich auch die historischen Bezüge. Zu Beginn nimmt Markus Rex immer wieder Bezug auf den Polarforscher Fridtjof Nansen, der sich vor über 100 Jahren mit der *Fram* im Packeis einschließen ließ, um den Drift zu erforschen. Der Vergleich zur heutigen Expedition macht deutlich, wie sehr sich die Arktis in diesen 100 Jahren verändert hat. Schon das Finden einer stabilen und geeigneten Eisscholle stellt 2019 eine enorme Herausforderung dar – ein sehr eindringlicher Hinweis darauf, wie drastisch die Folgen des Klimawandels bereits sind. Ein weiteres Kapitel, das mir besonders im Gedächtnis geblieben ist, ist der Abschnitt zur Pandemie. In wenigen Seiten fasst Rex zusammen, welche zusätzlichen Schwierigkeiten Covid-19 für eine ohnehin extrem komplexe Expedition mit sich gebracht hat. Das wirkt fast surreal, macht aber deutlich, wie sehr diese Reise auch von äußeren, unvorhersehbaren Umständen geprägt war. Am Ende bleibt bei mir ein zwiespältiges Gefühl zurück. Auf der einen Seite ist das Buch unglaublich motivierend: Die Begeisterung, der Elan und die Leidenschaft der Forschenden sind ansteckend. Auf der anderen Seite ist es auch deprimierend, das Buch heute – einige Jahre später – zu lesen und das Gefühl zu haben, dass viele dieser Erkenntnisse politisch und gesellschaftlich kaum den nötigen Widerhall finden. Sechs Jahre später scheint es fast, als würde niemand wirklich zuhören, der tatsächlich etwas verändern könnte. Trotzdem oder gerade deshalb ist *Eingefroren am Nordpol* ein sehr eindrucksvolles, informatives und persönliches Buch. Es verbindet Wissenschaft, Abenteuer und Menschlichkeit auf eine Weise, die lange nachhallt – und genau dafür vergebe ich sehr gern vier von fünf Sternen. Dokumentation: https://www.ardmediathek.de/video/Y3JpZDovL3dkci5kZS9CZWl0cmFnLWJmMzEzODA1LTFmNzUtNDZiMC05MWQyLTJjZDVjZGZhNDE3MA

    8. Feb. 2026

  • resireads
    resireads

    29 Follower

    5,0

    Das Buch “Eingefroren am Nordpol” von Markus Rex erzählt die Geschichte von der Arktisexpedtion an Bord der Polarstern. Das Schiff brach im September 2019 auf um sich in der Arktis einfrieren zu lassen und sich mit dem Drift inmitten des arktischen Winters durch die Arktis treiben zu lassen. Ein Unterfangen, was Jahre an Vorbereitung gebraucht hat und die Zusammenarbeit vieler Nationen benötigt hat um überhaupt stattfinden zu können. Zu Beginn des Buches bezieht sich der Autor oft auf den Polarforscher Fridtjof Nansen, der sich bereits vor über 100 Jahren auf der Fram-Expedition im Packeis einschließen hat lassen, um den Drift zu erforschen. 2019 versucht das Team von Markus Rex sich im Eis einschließen zu lassen und muss mit Hindernissen kämpfen, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Eins der wichtigsten Punkte ist es die geeignete Eisscholle auszuwählen, mit welcher sich die Polarstern einfrieren soll. Dabei muss das Forschungsteam feststellen, dass sich kaum eine geeignete Scholle finden lässt, da der Großteil viel zu dünn ist, um ein sicherer Ort für das Schiff und die Forschungsausrüstung zu sein. Hierbei wird dem Leser schnell klar, dass es mit dem Klimawandel, in der Arktis bereits viel gravierendere Folgen als in unseren Breiten gibt. Das Eis schmilzt jedes Jahr schneller und der Autor muss sich mehrmals fragen, ob er eine der wenigen Leute ist, die die Arktis noch erleben dürfen, während sie das ganze Jahr über eingefroren ist. Das Buch ist in fünf verschiedene Abschnitte eingeteilt darunter die vier Jahreszeiten und der Abschnitt “An Land”. Insgesamt umfasst das Buch circa dreihundert Seiten. “Eingefroren am Nordpol” lässt sich auch als Laie sehr angenehm lesen und es wird kein Vorwissen erwartet. So muss man auch keine Angst haben über unbekannte Fachtermini zu stolpern. Außerdem gibt es zu Beginn eine Karte, die die Route der Polarstern aufzeigt, so dass man während des Buches nachsehen kann, wo genau sich das Schiff gerade befindet. Zudem findet man am Ende des Buches eine Seite, die den Aufbau des Forschungscamps zeigt. Mir persönlich hat die erste Hälfte des Buches am Besten gefallen, da hier die Tage noch sehr detailliert beschrieben werden und man sehr viel dazu lernt. Die Crew muss sich täglich anderen Herausforderungen stellen, von Eisbären, bis zu Stürmen und Rissen im Eis ist wirklich alles vertreten. Nach dem Abschnitt “Winter” geht der Autor vom Schiff und es gibt einen Abschnitt, bei dem er in wenigen Seiten zusammenfasst, was für Schwierigkeiten die Pandemie für solch eine Expedition mit sich bringt. Hierbei fand ich es Schade, dass man die Geschehnisse an Bord nicht mehr so genau mitbekommen, wie es für ein “Logbuch” der Fall sein sollte. Natürlich wird auch angerissen, was gerade in der Arktis passiert, doch ich persönlich hätte mir mehr Details erwartet. Insgesamt hat mir das Buch wirklich gut gefallen. Die Geschichte der Expedition mit der Polarstern ist beeindruckend und lesenswert. Was hier bei Minusgraden in der ewigen Dunkelheit des arktischen Winter geleistet wurde ist schwer in Worte zu fassen und jeder sollte selbst die Möglichkeit ergreifen mehr zu erfahren.

    22. Sept. 2022

3 von 7 Rezensionen

Autorin / Autor

Über Markus Rex

Markus Rex leitet die Atmosphärenforschung des Alfred-Wegener-Instituts, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung, und ist Professor für Atmosphärenphysik an der Universität Potsdam. Er hat bereits unzählige Expeditionen in Arktis, Antarktis und andere entlegene Regionen der Welt unternommen, um die komplexen Klimaprozesse zu erforschen, die dort zu teils dramatischen Klimaveränderungen führen. Er leitete das MOSAiC-Vorhaben, die einmalige ganzjährige Expedition der »Polarstern« in die zentrale Arktis, an der 90 Institutionen aus 20 Ländern beteiligt waren. Erstmals brachte dieses Schiff eine Forschungsmannschaft im Winterhalbjahr und während der Dunkelheit der Polarnacht in die direkte Umgebung des Nordpols.

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