Guten Morgen, Genosse Elefant
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Beschreibung
Die lustige, traurige, spannende, lehrreiche, herzzerreißende Geschichte von Juri Zipit, der ein paar Wochen in Stalins Datscha verbringt und sein Vorkoster Erster Klasse wird.
»Mein Name ist Juri Zipit. Ich bin zwölfeinhalb Jahre alt und lebe in einer Personalwohnung im Hauptstadtzoo gleich gegenüber vom Seelöwenteich hinter der Bisonweide, direkt neben dem Elefantengehege. Mein Papa ist Doktor Roman Alexandrowitsch Zipit, Professor für Veterinärmedizin, Fachgebiet Neurologie der Großhirnrinde, also ein Spezialist für alles, was im Kopf der Tiere schiefgehen kann. Als ich sechseinviertel Jahre alt war, passierte mir das größte Pech. Ein Milchwagen ist von hinten in mich reingerumst. Hat mich durch die Luft gepfeffert, bis ich auf den Boden geknallt bin, kopfvoran aufs Kopfsteinpflaster. Dann kam hinterrücks die Straßenbahn und ist über mich rüber. So was hinterlässt einen bleibenden Eindruck.
Ich möchte Ihnen erzählen, wie ich einmal ein paar Wochen im Zentrum der Macht verbracht habe. Es waren höchst vertrauliche Angelegenheiten und dubiose Ereignisse, die zu düsteren Geschehnissen führten. Geheimnisse versteckt in der Geschichte. Ich baue auf Ihr Schweigen. Außerdem will ich Sie beschützen. Zu Ihrer eigenen Sicherheit. Also, psssst.«
Buchinformationen
Beiträge
Herrlich kurzweilig
Juri ist ein Kind, das schon viel durchgemacht hat. Er wurde von einem Milchwagen angefahren, durch die Luft geschleudert und auf die Gleise der Straßenbahn geworfen, die ihn dann auch überfahren hat. Geblieben ist ein komplizierter Hirnschaden und ein entstelltes Gesicht, für beides wird er gehänselt. Niemand nimmt ihn ernst und keiner erwartet etwas von ihm. Eines Tages wird sein Vater, ein Tierarzt, zu einem geheimen Patienten gerufen. Juri wird dem Patienten an die Seite gestellt, soll auf ihn aufpassen. Und erkennt schnell, um welchen großen Politiker es sich da handelt. Ein kurzweiliges, gut geschriebenes Buch aus der Sicht eines geistig zurückgebliebenen Kindes, naiv und anrührend, einfach schön. In der Mitte hat das Buch einen kleinen Hänger, was aber aufgrund der anrührenden Erzähl- und Denkweise des Protagonisten nicht allzu sehr ins Gewicht fällt. Tolles Buch, wenn auch mit traurigem, offenen Ende.
Wundervoll obwohl todtraurig
Der 12-jährige Juri ist ein besonderer Junge in der stalinistischen Sovietunion. Er lebt mit seinem Vater, einem Veterinär, in einer Personalwohnung des Haupstadzoos, als er und sein Vater von zwei Agenten der Geheimpolizei mitgenommen werden, damit der Vater einen einzigartigen Patienten behandeln kann, Top-Secret. Der Patient ist niemand geringeres als der Stählerne Genosse Josef selbst. Während der Vater einen ob seines Jobs und seinen Diagnosen einen schweren Stand hat, soll Juri bleiben. Denn seine Besonderheit, wer Juri näher anschaut, wird gesprächig und vertraut ihm tiefe Geheimnisse an, meist zum Missfallen von allen Beteiligten. So wird Juri Zeuge und Beteiligter von den letzten Zügen des Stalinismus, ohne zu verstehen was genau passiert. Christopher Wilson schafft den kindlichen Sprech absolut perfekt. Naiv, Neugierig, ein wenig Neunmalklug, aber stets liebenswert. Diese Idee vom Ende des Stalinismus ist der verschwörerische Gegenentwurf zu „The Death Of Stalin“ und ist voller düsterem Humor, kindlicher Freude und Abgründen menschlicher Grausamkeit.
Handlung 4 interessant, leicht übertrieben, mit Tiefgang, enthält Gewalt Sprache 5 satirisch, bissig, Thema entsprechend Charaktere 5 vielseitig, skurril, fiktive und historische Ende 5 passend, rund, überraschend Hörbuch 5 toller Sprecher, empfehlenswert Gesamtwertung 4,8 / 5 Fazit: Ein sehr interessantes Buch, das auf eine ganz eigene und spezielle Art und Weise mit dem Thema Kommunismus umgeht. Der Autor bedient sich eines lädierten und sehr naiven 12jährigen Jungen namens Juri, der als Vorkoster Stalins ins Zentrum der Macht gerät und somit unsere Brille auf die letzten Tage Stalins wird. Durch ihn erfahren wir von den Machenschaften der Politiker und des Scheiters des Kommunismus. Juri sieht aber versteht nicht alles. Was wiederum sein großes Glück ist, denn der Autor schreckt auch nicht vor Kindesmisshandlungen zurück. Der Kunstgriff durch die kühle und distanzierte Sprache, der Anwendung des satirischen Stilmittels, lässt für diese Misshandlungen kaum Emotionen zu. Dafür bin ich dem Autor sehr dankbar. Als Satire ist dieses Buch sehr gelungen! Ich konnte lachen und doch ist mir das Lachen zum Ende hin auch im Halse stecken geblieben. Je mehr Juri erlebt und uns berichtet, desto mehr Tiefgang bekommt das Buch. Denn im Gegensatz zu Juri verstehen wir alles sehr wohl sehr gut. Man kann die Eloquenz und Klugheit Juris kritisieren oder man sieht sie, so wie ich, als das überzogene Element, das es möglich macht, die Geschichte und ihren Inhalt auf diese spezielle Art und Weise erzählen zu können. Ein überaus gelungenes Hörbuch mit einem tollen und passendem Sprecher! Ein Buch, das mich durch und durch überraschen und unterhalten konnte! Eine gelungene Geschichte, die Fiktion und historische Fakten wundervoll verbindet. Wo jedoch die Historie endet und die Fiktion beginnt, ist ohne Hintergrundwissen kaum auseinanderzuhalten und animiert den Leser deshalb zur weitere Recherche.
Ich habe mich von der ersten Sekunde an in dieses Buch verliebt! Der Schreibstil, Juri, die Geschichte selbst – große Leseempfehlung für die regnerischen Herbsttage! *** Als ich das Buch und vor allem den Klappentext entdeckt habe war ich angefixed. Die Inhaltsangabe hat mich sofort an ‚Den Hundertjährigen der aus dem Fenster stieg…‘ erinnert. Und ich wurde nicht enttäuscht. Die Geschichte um den kleinen Juri, der zum Vorkoster des Stählernen wird und ein paar Wochen im Labyrinth der Historie verschwindet, ist einfach genial! Beginnen wir von vorne. Als erstes möchte ich den Schreibstil ansprechen (hier sei der Übersetzer Bernhard Robben sehr lobenswert erwähnt). Seit Tagen zerbreche ich mir den Kopf wie ich den Stil nennen könnte, ich habe mich für: leicht und fluffig entschieden *schmunzel* Aber Hand aus Herz, die Geschichte ich so locker und schwungvoll erzählt, ich habe gar nicht gemerkt wie ich durch die Seiten geflogen bin. Ganz großes Kino Herr Wilson/Robben. Der Hauptdarsteller der Geschichte ist Juri. Klein Juri stolpert sehr unbeholfen durchs Leben, aber das hat einen Grund. Er wurde nämlich mal überfahren. Deshalb ist er nicht ‚ganz richtig‘ im Kopf. Genau diese Besonderheit bringt ihm einen Posten bei Stalin höchstpersönlich ein. Vorkoster! Noch lange kein Teenager muss Juri sogar den Wodka des Staatsoberhauptes verkosten. Das ganze Buch ist aus Juris Sicht geschrieben, das heißt so manches interpretiert er eben mit seinem kindlichen und eher langsamen Verstand. Nichts scheint ihm suspekt. Und so verkehrt der kleine Mann in den obersten Kreisen des Kommunistischen Russlands. Über die Geschichte will ich gar nicht zu viel verraten. Nur so viel: Ich habe so oft geschmunzelt während dem Lesen.
Beschreibung
Die lustige, traurige, spannende, lehrreiche, herzzerreißende Geschichte von Juri Zipit, der ein paar Wochen in Stalins Datscha verbringt und sein Vorkoster Erster Klasse wird.
»Mein Name ist Juri Zipit. Ich bin zwölfeinhalb Jahre alt und lebe in einer Personalwohnung im Hauptstadtzoo gleich gegenüber vom Seelöwenteich hinter der Bisonweide, direkt neben dem Elefantengehege. Mein Papa ist Doktor Roman Alexandrowitsch Zipit, Professor für Veterinärmedizin, Fachgebiet Neurologie der Großhirnrinde, also ein Spezialist für alles, was im Kopf der Tiere schiefgehen kann. Als ich sechseinviertel Jahre alt war, passierte mir das größte Pech. Ein Milchwagen ist von hinten in mich reingerumst. Hat mich durch die Luft gepfeffert, bis ich auf den Boden geknallt bin, kopfvoran aufs Kopfsteinpflaster. Dann kam hinterrücks die Straßenbahn und ist über mich rüber. So was hinterlässt einen bleibenden Eindruck.
Ich möchte Ihnen erzählen, wie ich einmal ein paar Wochen im Zentrum der Macht verbracht habe. Es waren höchst vertrauliche Angelegenheiten und dubiose Ereignisse, die zu düsteren Geschehnissen führten. Geheimnisse versteckt in der Geschichte. Ich baue auf Ihr Schweigen. Außerdem will ich Sie beschützen. Zu Ihrer eigenen Sicherheit. Also, psssst.«
Buchinformationen
Beiträge
Herrlich kurzweilig
Juri ist ein Kind, das schon viel durchgemacht hat. Er wurde von einem Milchwagen angefahren, durch die Luft geschleudert und auf die Gleise der Straßenbahn geworfen, die ihn dann auch überfahren hat. Geblieben ist ein komplizierter Hirnschaden und ein entstelltes Gesicht, für beides wird er gehänselt. Niemand nimmt ihn ernst und keiner erwartet etwas von ihm. Eines Tages wird sein Vater, ein Tierarzt, zu einem geheimen Patienten gerufen. Juri wird dem Patienten an die Seite gestellt, soll auf ihn aufpassen. Und erkennt schnell, um welchen großen Politiker es sich da handelt. Ein kurzweiliges, gut geschriebenes Buch aus der Sicht eines geistig zurückgebliebenen Kindes, naiv und anrührend, einfach schön. In der Mitte hat das Buch einen kleinen Hänger, was aber aufgrund der anrührenden Erzähl- und Denkweise des Protagonisten nicht allzu sehr ins Gewicht fällt. Tolles Buch, wenn auch mit traurigem, offenen Ende.
Wundervoll obwohl todtraurig
Der 12-jährige Juri ist ein besonderer Junge in der stalinistischen Sovietunion. Er lebt mit seinem Vater, einem Veterinär, in einer Personalwohnung des Haupstadzoos, als er und sein Vater von zwei Agenten der Geheimpolizei mitgenommen werden, damit der Vater einen einzigartigen Patienten behandeln kann, Top-Secret. Der Patient ist niemand geringeres als der Stählerne Genosse Josef selbst. Während der Vater einen ob seines Jobs und seinen Diagnosen einen schweren Stand hat, soll Juri bleiben. Denn seine Besonderheit, wer Juri näher anschaut, wird gesprächig und vertraut ihm tiefe Geheimnisse an, meist zum Missfallen von allen Beteiligten. So wird Juri Zeuge und Beteiligter von den letzten Zügen des Stalinismus, ohne zu verstehen was genau passiert. Christopher Wilson schafft den kindlichen Sprech absolut perfekt. Naiv, Neugierig, ein wenig Neunmalklug, aber stets liebenswert. Diese Idee vom Ende des Stalinismus ist der verschwörerische Gegenentwurf zu „The Death Of Stalin“ und ist voller düsterem Humor, kindlicher Freude und Abgründen menschlicher Grausamkeit.
Handlung 4 interessant, leicht übertrieben, mit Tiefgang, enthält Gewalt Sprache 5 satirisch, bissig, Thema entsprechend Charaktere 5 vielseitig, skurril, fiktive und historische Ende 5 passend, rund, überraschend Hörbuch 5 toller Sprecher, empfehlenswert Gesamtwertung 4,8 / 5 Fazit: Ein sehr interessantes Buch, das auf eine ganz eigene und spezielle Art und Weise mit dem Thema Kommunismus umgeht. Der Autor bedient sich eines lädierten und sehr naiven 12jährigen Jungen namens Juri, der als Vorkoster Stalins ins Zentrum der Macht gerät und somit unsere Brille auf die letzten Tage Stalins wird. Durch ihn erfahren wir von den Machenschaften der Politiker und des Scheiters des Kommunismus. Juri sieht aber versteht nicht alles. Was wiederum sein großes Glück ist, denn der Autor schreckt auch nicht vor Kindesmisshandlungen zurück. Der Kunstgriff durch die kühle und distanzierte Sprache, der Anwendung des satirischen Stilmittels, lässt für diese Misshandlungen kaum Emotionen zu. Dafür bin ich dem Autor sehr dankbar. Als Satire ist dieses Buch sehr gelungen! Ich konnte lachen und doch ist mir das Lachen zum Ende hin auch im Halse stecken geblieben. Je mehr Juri erlebt und uns berichtet, desto mehr Tiefgang bekommt das Buch. Denn im Gegensatz zu Juri verstehen wir alles sehr wohl sehr gut. Man kann die Eloquenz und Klugheit Juris kritisieren oder man sieht sie, so wie ich, als das überzogene Element, das es möglich macht, die Geschichte und ihren Inhalt auf diese spezielle Art und Weise erzählen zu können. Ein überaus gelungenes Hörbuch mit einem tollen und passendem Sprecher! Ein Buch, das mich durch und durch überraschen und unterhalten konnte! Eine gelungene Geschichte, die Fiktion und historische Fakten wundervoll verbindet. Wo jedoch die Historie endet und die Fiktion beginnt, ist ohne Hintergrundwissen kaum auseinanderzuhalten und animiert den Leser deshalb zur weitere Recherche.
Ich habe mich von der ersten Sekunde an in dieses Buch verliebt! Der Schreibstil, Juri, die Geschichte selbst – große Leseempfehlung für die regnerischen Herbsttage! *** Als ich das Buch und vor allem den Klappentext entdeckt habe war ich angefixed. Die Inhaltsangabe hat mich sofort an ‚Den Hundertjährigen der aus dem Fenster stieg…‘ erinnert. Und ich wurde nicht enttäuscht. Die Geschichte um den kleinen Juri, der zum Vorkoster des Stählernen wird und ein paar Wochen im Labyrinth der Historie verschwindet, ist einfach genial! Beginnen wir von vorne. Als erstes möchte ich den Schreibstil ansprechen (hier sei der Übersetzer Bernhard Robben sehr lobenswert erwähnt). Seit Tagen zerbreche ich mir den Kopf wie ich den Stil nennen könnte, ich habe mich für: leicht und fluffig entschieden *schmunzel* Aber Hand aus Herz, die Geschichte ich so locker und schwungvoll erzählt, ich habe gar nicht gemerkt wie ich durch die Seiten geflogen bin. Ganz großes Kino Herr Wilson/Robben. Der Hauptdarsteller der Geschichte ist Juri. Klein Juri stolpert sehr unbeholfen durchs Leben, aber das hat einen Grund. Er wurde nämlich mal überfahren. Deshalb ist er nicht ‚ganz richtig‘ im Kopf. Genau diese Besonderheit bringt ihm einen Posten bei Stalin höchstpersönlich ein. Vorkoster! Noch lange kein Teenager muss Juri sogar den Wodka des Staatsoberhauptes verkosten. Das ganze Buch ist aus Juris Sicht geschrieben, das heißt so manches interpretiert er eben mit seinem kindlichen und eher langsamen Verstand. Nichts scheint ihm suspekt. Und so verkehrt der kleine Mann in den obersten Kreisen des Kommunistischen Russlands. Über die Geschichte will ich gar nicht zu viel verraten. Nur so viel: Ich habe so oft geschmunzelt während dem Lesen.







