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Romane

Die Familie Hardelot

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Über das Buch

Über den Niedergang einer Familie

Satt, selbstzufrieden und in der wohligen Gewissheit, dass sich nie etwas ändern wird: Die Fabrikantenfamilie Hardelot aus der französischen Provinz wiegt sich vor dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs in trügerischem Glück. Doch innerhalb einer Generation wird ihre bürgerliche Welt für immer hinweggefegt.

Im Frühjahr 1940 beginnt Irène Némirovsky die Arbeit an einem Buch, das ganz in der Tradition des großen europäischen Familienromans steht. Über Jahre hat sie die träge Selbstzufriedenheit der bürgerlichen Kreise, in denen sie verkehrte, beobachtet. Sie hat erlebt, wie diese Familien sich in Sicherheit wiegen und sich weigern, die Zeichen der Zeit zu erkennen. Nun will Némirovsky ihnen den Spiegel vorhalten. Der Roman, der unmittelbar vor »Suite française« entstand, wurde erst posthum 1947 veröffentlicht und ist der illusionslose Abgesang auf ein Bürgertum, das feige vor der Wirklichkeit die Augen verschließt.

Editionen (4)

ISBN9783837177220
VerlagRandom House Audio
Erscheinungsdatum18.10.10

Rezensionen & Bewertungen

5 Bewertungen

1 Rezensionen

3,6

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  • nettebuecherkiste
    nettebuecherkiste

    129 Follower

    3,0

    Frankreich, kurz vor Ausbruch des 1. Weltkrieges. Die Industriellenfamilie Hardelot steht an der Spitze der Gesellschaft in Saint-Elme. Der Sohn Pierre ist standesgemäß mit der Tochter einer weiteren wohlhabenden Familie verlobt. Dumm nur, dass er heimlich in Agnès Florent verliebt ist, deren Familie zwar durchaus gut situiert, aber eben nicht standesgemäß ist. Es kommt alles anders als geplant und durch die beiden Weltkriege gerät die heile Welt der Familie gründlich aus den Fugen. Ich habe mich unerwartet schwer getan mit dem Buch. Mein Interesse an Schicksalen aus der Zeit der Weltkriege ist sehr groß und dieses Buch ist noch während des 2. Weltkrieges entstanden. Die Autorin ist schließlich in Auschwitz gestorben. Das Buch ist zweifellos schön und sehr einfühlsam geschrieben und liest sich flüssig. Auch ein feinsinniger Humor blitzt hie und da durch. Doch das reicht leider nicht, um mich wirklich mitzureißen. Ich habe die Charaktere als eher flach empfunden und konnte mich nicht recht in sie hineinversetzen. Mir persönlich sind die Charaktere allerdings sehr wichtig, deshalb kann ich das Buch nicht unter meine Lesehighlights einordnen. Ich habe auch den “Verfall” der Familie als weniger dramatisch empfunden als etwa in “Buddenbrooks”. Der Wandel der Gesellschaft kommt, wie ich finde, nicht so sehr deutlich zum Ausdruck. Fazit: lesenswert, aber es hat mich nicht umgehauen

    28. Sept. 2022

Autorin / Autor

Über Irène Némirovsky

Irène Némirovsky wurde 1903 als Tochter eines reichen russischen Bankiers in Kiew geboren und kam während der Oktoberrevolution nach Paris. Dort studierte sie französische Literatur an der Sorbonne. Irène heiratete den weißrussischen Bankier Michel Epstein, bekam zwei Töchter und veröffentlichte ihren Roman "David Golder", der sie schlagartig zum Star der Pariser Literaturszene machte. Viele weitere Veröffentlichungen folgten. Als der Zweite Weltkrieg ausbrach und die Deutschen auf Paris zumarschierten, floh sie mit ihrem Mann und den Töchtern in die Provinz. Während der deutschen Besetzung erhielt sie als Jüdin Veröffentlichungsverbot. In dieser Zeit arbeitete sie an einem großen Roman über die Okkupation. Am 13. Juli 1942 wurde Irène Némirovsky verhaftet und starb wenige Wochen später in Auschwitz. 2005 entzifferte Némirovskys Tochter Denise Epstein das Manuskript, das als „Suite française“ veröffentlicht und zur literarischen Sensation wurde.

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