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Untergrundkrieg

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Über das Buch

»Wenn das 20. Jahrhundert das Jahrhundert der Weltkriege war, so wird vielleicht das 21. Jahrhundert das Jahrhundert eines ›Untergrundkriegs‹ zwischen den ›verschlossenen Geistessystemen‹ und den ›offenen Geistessystemen‹ werden« Haruki Murakami ›Untergrundkrieg‹ untersucht die Vorgänge und Folgen eines Märztages des Jahres 1995, der als Tag wie jeder andere begann. Doch dann durchlöcherten in der Untergrundbahn einige Mitglieder der Aum-Sekte mit den Spitzen ihrer Regenschirme Plastikbeutel mit einer seltsamen Flüssigkeit. Zwölf Menschen starben durch die austretenden Sarin-Dämpfe, Tausende wurden verletzt. Haruki Murakami hat auf diese Tat geantwortet, in dem er mit Angehörigen der Toten, mit Überlebenden, aber auch mit Mitgliedern der Sekte sprach. Diese Porträts führen den Schrecken und die Verstörung, die Ungeheuerlichkeit und ihre Folgen dort vor, wo sie sich am überwältigendsten zeigen – beim einzelnen Menschen.

Editionen (2)

ISBN9783832186081
VerlagDuMont Buchverlag
Erscheinungsdatum17.10.11
Seitenzahl400

Rezensionen & Bewertungen

19 Bewertungen

6 Rezensionen

4,2

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  • babsi_drxlr
    babsi_drxlr

    11 Follower

    4,0

    Dokumentation in Buchform

    Ähnlich wie bei True-Crime-Dokus hat mich die tragische Thematik des Anschlags fasziniert und in ihren Bann gezogen. So ähnlich beschreibt es Murakami in dem Roman auch selbst, in dem er anfangs sein Motiv zu diesem Projekt darlegt. Mit großem Arbeitsaufwand recherchiert und auf seiner eigenene Art in Form gebracht, ist es dem Autor gelungen mich mit seinem einmaligen Einfühlungsvermögen ab Seite 1 zu fesseln. Man könnte meinen, dass sich die Berichterstattung ab einem gewissen Punkt in die Länge ziehen könnte, das ist aber zu keinem Zeitpunkt der Fall. Murakami gibt sowohl den Opfern als auch Gegenseite eine Stimme und ergänzt diese mit seinen eigenen Beobachtungen und Überlegungen. Ich kann diesen Roman sowohl allen Doku-Liebhabern, als auch Interessenten an Japans Gesellschaftsgeschichte empfehlen!

    9. Feb. 2026

  • here_is_gerry
    here_is_gerry

    114 Follower

    4,5

    Untergrundkrieg beschäftigt sich mit den Giftgasanschlägen der Aum-Sekte im März 1995 in der Tokioter U-Bahn, bei denen mehrere Menschen starben und tausende verletzt wurden. Murakami nähert sich dem Geschehen nicht über eine klassische Rekonstruktion der Tat, sondern über Gespräche: zunächst mit Betroffenen und Angehörigen, später mit Mitgliedern und ehemaligen Mitgliedern der Sekte. Sehr eindrücklich ist dabei, wie viele der Opfer noch Jahre später – teils bis heute – unter körperlichen und psychischen Spätfolgen leiden und wie lange sie mit diesen Folgen allein gelassen wurden. Die Gegenüberstellung dieser Stimmen wirkt stark. Auf der einen Seite das reale, anhaltende Leid, auf der anderen Aussagen aus dem Umfeld der Sekte, die oft ausweichend, entrückt oder unangenehm glatt wirken. Selbst dort, wo die Anschläge klar verurteilt werden, bleibt ein bitterer Nachgeschmack. Murakami greift ein, hakt nach und widerspricht, wenn Verantwortung relativiert wird, und gibt dem Buch damit eine klare Haltung. Am Ende bleibt kein Gefühl von Abschluss oder Erklärung, sondern Unruhe. Untergrundkrieg beruhigt nicht, sondern arbeitet nach – als ernstes, unbequemes Buch über Verblendung, Verantwortung und die langfristigen Folgen eines fanatischen Systems.

    28. Dez. 2025

  • venny
    venny

    15 Follower

    5,0

    Uff. Das Buch lässt einen mit einem Stein im Magen zurück. Unglaublich bedrückend und gleichzeitig großartig zu lesen. Wird mir noch lange in Gedanken bleiben.

    31. Aug. 2024

3 von 6 Rezensionen

Autorin / Autor

Über Haruki Murakami

HARUKI MURAKAMI, 1949 in Kyoto geboren, lebte längere Zeit in den USA und in Europa und ist der gefeierte und mit höchsten Literaturpreisen ausgezeichnete Autor zahlreicher Romane und Erzählungen. Sein Werk erscheint in deutscher Übersetzung bei DuMont. Zuletzt erschienen die Romane ›Die Ermordung des Commendatore‹ in zwei Bänden (2018), in einer Neuübersetzung ›Die Chroniken des Aufziehvogels‹ (2020), der Erzählband ›Erste Person Singular‹ (2021), ›Murakami T‹ (2022) und ›Honigkuchen‹ (2023).

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