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Hofkünstler

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Über das Buch

Dieses Werk bietet erstmals einen Überblick über die Struktur der höfischen Kunstorganisation und der höfischen Kunstpolitik. Im Mittelpunkt steht der Hofkünstler mit seinen Ämtern, Titeln und Funktionen. Es zeigt sich, dass wesentliche Merkmale, die den neuzeitlichen Künstler bestimmen, an den Höfen ausgebildet worden sind. In den letzten Jahren hatten Ausstellungen Konjunktur, welche die mäzenatische Konjunktur europäischer Fürstenhäuser - der Wittelsbacher, der Medici, der Gonzaga oder Habsburger - ins Licht stellten. Auch sind die Höfe, an denen sich jener Glanz entfaltet hat, in den letzten Jahren von literatur- und geschichtswissenschaftlicher Seite intensiver erforscht worden. Das Buch schildert im ersten Teil die Entstehung organisierter Hofkunst von etwa 1300 bis zu ihrer vollen Ausprägung im 16. Jahrhundert. Leitender Gesichtspunkt bei der Rekonstruktion dieser Entwicklung ist die Rück- und Wechselwirkung, welche die Ausbildung einer festen Kunstorganisation für die Stadtsphäre hatte. Denn jeder Hofkünstler kam aus der städtisch-zünftigen Sphäre an den Hof. Dort jedoch bezog er nicht nur ein festes Gehalt und wurde als Hofdiener freigestellt, sondern dort war er auch steuer- und zunftfrei - ein Status, den sich die städtischen Künstler seit der Renaissance immer ersehnten. Die „Hof-Freiheit" erweist sich somit als die entscheidende Voraussetzung für die Emanzipation des Künstlers von handwerklichen Normen und zünftigen Bedingungen. Im zweiten, systematischen Teil werden die Ämter und Aufgaben in der höfischen Kunstorganisation analysiert, wie sie für alle westeuropäischen Höfe maßgebend waren. Die Besoldungsformen, innerhalb des zwischenhöfischen erkehrs und im Privatbereich der Fürsten werden behandelt; in vielen Erscheinungsformen bilden sich institutionelle und habituelle Merkmale aus, die dann auch in der nach-höfischen Welt noch weiter bestehen. Dadurch, dass das Buch den Hofkünstler in der Gesamtheit seiner Beziehungen zeigt, kommen so gut wie alle Verhältnisse zur Sprache, die irgend auf die Kunst eingewirkt haben. Deshalb darf dieses Buch zugleich als die erste umfassende, aus den Quellen erarbeitete Studie zur Vorgeschichte des modernen Künstlers gelten.

Editionen (2)

ISBN9783832138479
VerlagDuMont Buchverlag
Erscheinungsdatum26.08.96
Seitenzahl400

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