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Wir Erben

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Über das Buch

Sie leben mitten unter uns und doch im Verborgenen. Wir kennen sie, und doch wissen wir nichts von ihnen. Julia Friedrichs begibt sich in eine nahezu unsichtbare Parallelgesellschaft und erzählt die Geschichten von Menschen, deren Leben durch ein Erbe bestimmt wird. Wie lebt man, wenn man schon durch den Namen als Spross einer Dynastie zu erkennen ist – als Neckermann, Mohn oder Grupp? Was bewegt einen Patriarchen, seine Kinder zu enterben, und wie entsteht die Versuchung, für ein Erbe zu töten? Die Autorin zeichnet ein sensibles Psychogramm Deutschlands. Sie entdeckt ein Land, das wie kaum ein anderes Erbe begünstigt und Arbeit belastet. Warum gibt es kaum Debatten um diese Ungleichheit? Und was bedeutet es für eine Gesellschaft, wenn vor allem der ein sorgenfreies Leben führt, der in die richtige Familie hineingeboren wird, und nicht der, der Engagement und Ideen einsetzt? Auf der Suche nach Antworten gelingt der Autorin ein ebenso lebendiges wie vielschichtiges Porträt der Menschen, die Deutschland künftig prägen werden.

Editionen (3)

ISBN9783827077851
VerlagBerlin Verlag
Erscheinungsdatum16.03.15
Seitenzahl304

Rezensionen & Bewertungen

8 Bewertungen

1 Rezensionen

4,1

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  • 4,0

    Ein wichtiges Buch, knapp 10 Jahre später aktueller als je zuvor.

    Das Konzept der Leistungsgesellschaft trägt sich durch den politischen sowie gesellschaftlichen Diskurs. Dabei wird jedoch völlig außer Acht gelassen, dass wir auf dem Weg zurück in feudalistische Vermögensstrukturen sind. Seit der Veröffentlichung von „Wir Erben“ ist die Situation noch zugespitzter und dramatischer geworden. Doch anstatt sich auf eine ernsthaft zu führende Debatte einzulassen, wird von Erbschaftssteuer-Gegnern die immer gleiche Argumentationskette genutzt, die sofort den Neid des Gegenübers hervorzuheben versucht und damit eine rationale Auseinandersetzung zu der Thematik verunmöglicht. Julia Friedrichs Bücher sind, meines Erachtens nach, wichtig, um den Fokus auf dieses offensichtliche Problem zu legen. Gleichzeitig aber etwas zu freundlich und versöhnlich in ihrer Conclusio, wie ich finde. „Friede den Hütten! Krieg den Palästen!“ - Georg Büchner

    8. Jan. 2026

Autorin / Autor

Über Julia Friedrichs

Julia Friedrichs, geboren 1979, studierte Journalistik in Dortmund. Heute arbeitet sie als freie Autorin von Fernsehreportagen und Magazinbeiträgen, u.a. für die WDR-Redaktionen »die story« und »Aktuelle Dokumentation« sowie für die »Zeit«. Für eine Sozialreportage wurde sie 2007 mit dem Axel-Springer-Preis für junge Journalisten und dem Ludwig-Erhard-Förderpreis ausgezeichnet. 2010 erhielt sie den Nachwuchspreis des deutsch-französischen Journalistenpreises. 2013 war sie für den Deutschen Reporterpreis nominiert, 2014 erhielt sie den Medienpreis der Deutschen Telekom Stiftung. Julia Friedrichs lebt in Berlin. Sie veröffentlichte die Bestseller »Gestatten: Elite. Auf den Spuren der Mächtigen von morgen« (2008), »Deutschland dritter Klasse. Leben in der Unterschicht« (mit Eva Müller und Boris Baumholt, 2009) und »Ideale. Auf der Suche nach dem, was zählt« (2011).

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