Blick ins Buch

Romane

Heim schwimmen

3,5(47)
Sprache
Deutsch
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Über das Buch

Es ist heiß. Sehr heiß. Sie sind aus London gekommen, um in einem Haus bei Nizza Urlaub zu machen: Das Ehepaar Jozef und Isabel Jacobs, er Schriftsteller, sie Kriegsberichterstatterin; die beiden teilen schon lange nichts mehr außer der Zeit, die sie miteinander verbracht haben. Ihre vierzehnjährige Tochter Nina, die wenig von ihren Eltern hält, aber umso mehr in pubertäre Gefühlsschwankungen verstrickt ist. Schließlich ein befreundetes Ehepaar, dessen Laden gerade pleitegeht. Kurzum: beste Voraussetzungen für geruhsame Ferien. Tatsächlich bricht schon bald das Unheil herein. Ein nackter Frauenkörper treibt im Schwimmbecken. Aber diese junge Frau namens Kitty Finch ist nicht tot. Oszillierend zwischen verletzlich und exaltiert, quartiert sich die selbsternannte Botanikerin mit den grüngelackten Nägeln in der Villa ein …

Editionen (6)

ISBN9783803128379
VerlagWagenbach, K
Erscheinungsdatum04.03.21
Seitenzahl160

Rezensionen & Bewertungen

47 Bewertungen

6 Rezensionen

3,5

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  • 3,0

    Anti Urlaubsstimmung

    Wer denkt, bei dem Cover und dem Setting bekommt er einen fluffigen Urlaubsroman, der täuscht sich hier gewaltig. Viel eher ist der Roman zynisch, wirr und taucht mehr in die menschlichen Abgründe, als in den Pool ein. Die zwei Familien sind zerrüttet von eigenen Problemen, Zweifeln an sich und an dem gewählten Leben und die plötzlich auftauchende Kitty Finch bringt mehr Chaos, als Ordnung in die Villa. Worum es aber so wirklich geht, ich konnte es nicht wirklich greifen. Für mich deutet der Roman vieles an, führt aber keines der Themen konsequent oder geordnet zu Ende. Die Bissigkeit und der Zynismus ließen mich zwar manchmal seicht schmunzeln, aber im Grunde war ich doch hauptsächlich verwirrt. Obwohl ich weirde Bücher mag, war es für mich doch zu sehr ohne einen roten Faden. Für alle, die sehr viel Ruhe und immenses Hinein- und um die Ecke denken mögen, könnte der Roman aber trotzdem genau das Richtige sein.

    22. Juni 2025

  • anja._liest
    anja._liest

    331 Follower

    3,5

    Bissiger Roman

    Ein Roman mit schwarzem Humor, der gnadenlos über 1 Woche Ferien mit Familie und Freunden berichtet. Ein Ehepaar, er Schriftsteller, sie Kriegsberichterstatterin, macht Ferien inmitten von Lavendelduft und dem Zirpen der Zirkaden in einer Villa an der französischen Riviera. Ihre pubertierende Tochter und ein befreundetes Paar sind auch dabei. Das Ehepaar hat sich sehr entfremdet, die Tochter ist respektlos. Plötzlich taucht eine Fremde im Pool auf. Kitty Finch sprüht vor Lebensfreude und ist so ganz anders. Sie ist ein großer Fan des Schriftstellers und bringt die Ferien ganz schön durcheinander. Bildgewaltig und poetisch geschrieben aber trotzdem hatte ich so meine Probleme in diesem Buch anzukommen. Für mich war es teilweise doch etwas verwirrend. Man muss ganz genau und in Ruhe lesen. Für alle die bissige und wortgewaltige Romane mögen eine Empfehlung. „Das Leben ist nur lebenswert, weil wir hoffen, dass es irgendwann besser wird und dass wir am Ende alle wohlbehalten heimkehren.“

    5. Juli 2024

  • marielle_liest
    marielle_liest

    148 Follower

    4,0

    Urlaubslektüre der anderen Art

    Das Ehepaar Joe und Isabel verbringt gemeinsam mit ihrer Tochter Nina und einem befreundeten Ehepaar eine Sommerwoche in einem Ferienhaus an der Côte d‘Azur. Dann taucht Kitty Finch auf und wirbelt die erholsamen Ferien ganz schön durcheinander. Die junge Frau bezieht ein übriges Zimmer im Ferienhaus und freundet sich mit Nina an. Und dann sind da noch all die Geheimnisse, die die Urlauber*innen verbergen… 💦👙☀️🪻 Hui, war das ein Ritt! Für einen ganz kurzen Moment dachte, das könnte ein entspannter Sommerferien-Roman werden. Aber dieses Gefühl hielt nicht lange an, denn ganz schnell haben Verwunderung, Skurrilität und bizarre Begebenheiten das Zepter übernommen. Schon beim ersten Auftritt von Kitty Finch war ich nicht sicher, ob das gerade wirklich so passiert, wie es aus Sicht eines Ferienhausgasts erzählt wird. Wie alle Szenen war auch diese in lebhafter und schöner Sprache geschildert, sodass sich sofort bunte Bilder in meinem Kopf entwickelten. Doch die Bilder waren so merkwürdig, dass ich schmunzeln musste. Dieses Schmunzeln hat mich während der kompletten Lektüre begleitet. Im Verlauf des Buchs gibt es durchaus auch ernste Momente, denn die Charaktere haben mit ihrer eigenen Vergangenheit oder mit ihren Lebensumständen zu kämpfen. Doch der Autorin gelingt es, jeder Figur einen schrulligen und sonderbaren Stempel aufzudrücken. So ist es einfach okay, dass sich alle ein wenig komisch benehmen, dass vielleicht manchmal die Fantasie übernimmt oder dass sie sich gelegentlich im Ton vergreifen. Mir hat diese verrückte Ferienwoche gut gefallen und ich habe mich durchweg unterhalten gefühlt - vor allem von den kuriosen und interessanten Haupt- und Nebenfiguren. Besonders gelungen fand ich die Enttabuisierung psychischer Erkrankungen und diese unterschwellige Schwere, die sich permanent auf die gesamte Szenerie gelegt hat. Einen Hauch weniger Verwirrung hätte ich mir in manchen Momenten gewünscht.

    Urlaubslektüre der anderen Art

    20. Aug. 2024

3 von 6 Rezensionen

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