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NACHT ÜBER SOHO Kate Atkinson London in den 1920er Jahren: Nellie Coker, auch bekannt als die Königin von Soho, ist die Inhaberin der berühmtesten Nachtclubs der Stadt. Mit allen Tricks und Mitteln sorgt sie dafür, dass trotz strenger Schankgesetze die Polizei außen vor bleibt. Ihren prominenten Gästen – Richter, Kronanwälte und andere einflussreiche Persönlichkeiten – liest sie jeden Wunsch von den Lippen ab. Es ist eine Zeit, in der man die Nachwirkungen des Ersten Weltkriegs und der Spanischen Grippe vergessen will – eine schillernde, glitzernde Welt, in der das Vergnügen im Vordergrund steht. Doch zugleich ist es auch eine Zeit von Korruption und Bandenkriegen. Und mittendrin: Nellie, deren Imperium mehr und mehr ins Wanken gerät. Inspektor Frobisher ermittelt in einer Serie grausamer Verbrechen: Immer wieder werden junge Frauen tot aus der Themse gezogen. Ihre Identitäten bleiben meist im Dunkeln, doch vieles deutet darauf hin, dass sie aus dem Milieu der Nachtclubs stammen – möglicherweise Tänzerinnen aus Nellies Etablissements. Doch das ist nur ein Teil dieses vielschichtigen Romans. Denn Kate Atkinson stellt uns eine Fülle weiterer Figuren vor: Nellies sechs Kinder, Freda und ihre beste Freundin Florence, die von York nach London durchbrennen, um in Soho ihr Glück zu suchen, oder die sympathische Gwendolyn, die als Geschäftsführerin in Nellies Clubs eine entscheidende Rolle spielt. Alle erzählen ihre Geschichten aus unterschiedlichen Perspektiven und auf verschiedenen Zeitebenen – und genau das ergibt ein dichtes, atmosphärisch starkes Bild einer Welt voller Glanz, Gefahr und Geheimnisse. Ich habe damals „Familienalbum" von Kate Atkinson sehr gemocht und wollte unbedingt noch ein weiteres Werk von ihr lesen. Auch in diesem Roman ist ihr Stil wieder etwas ganz Besonderes: detailreich, fein beobachtet und mit subtilem Humor. Ich hatte das Gefühl, selbst Gast in einem ihrer Clubs zu sein. In der ersten Hälfte nimmt sich die Autorin viel Zeit, um die zahlreichen Figuren einzuführen – das war einerseits hilfreich, wirkte aber stellenweise auch etwas langatmig. Gerade als ich überlegte, ob ich das Buch vielleicht doch zur Seite legen sollte, nahm die Handlung plötzlich Fahrt auf – und ich konnte kaum noch aufhören zu lesen. Fazit: Ein Roman mit kleinen Längen zu Beginn, aber brillant konstruiert und später unglaublich spannend. Ich mochte ihn sehr – eine klare Leseempfehlung! 4/5

29. Juni 2025
NACHT ÜBER SOHO Kate Atkinson London in den 1920er Jahren: Nellie Coker, auch bekannt als die Königin von Soho, ist die Inhaberin der berühmtesten Nachtclubs der Stadt. Mit allen Tricks und Mitteln sorgt sie dafür, dass trotz strenger Schankgesetze die Polizei außen vor bleibt. Ihren prominenten Gästen – Richter, Kronanwälte und andere einflussreiche Persönlichkeiten – liest sie jeden Wunsch von den Lippen ab. Es ist eine Zeit, in der man die Nachwirkungen des Ersten Weltkriegs und der Spanischen Grippe vergessen will – eine schillernde, glitzernde Welt, in der das Vergnügen im Vordergrund steht. Doch zugleich ist es auch eine Zeit von Korruption und Bandenkriegen. Und mittendrin: Nellie, deren Imperium mehr und mehr ins Wanken gerät. Inspektor Frobisher ermittelt in einer Serie grausamer Verbrechen: Immer wieder werden junge Frauen tot aus der Themse gezogen. Ihre Identitäten bleiben meist im Dunkeln, doch vieles deutet darauf hin, dass sie aus dem Milieu der Nachtclubs stammen – möglicherweise Tänzerinnen aus Nellies Etablissements. Doch das ist nur ein Teil dieses vielschichtigen Romans. Denn Kate Atkinson stellt uns eine Fülle weiterer Figuren vor: Nellies sechs Kinder, Freda und ihre beste Freundin Florence, die von York nach London durchbrennen, um in Soho ihr Glück zu suchen, oder die sympathische Gwendolyn, die als Geschäftsführerin in Nellies Clubs eine entscheidende Rolle spielt. Alle erzählen ihre Geschichten aus unterschiedlichen Perspektiven und auf verschiedenen Zeitebenen – und genau das ergibt ein dichtes, atmosphärisch starkes Bild einer Welt voller Glanz, Gefahr und Geheimnisse. Ich habe damals „Familienalbum" von Kate Atkinson sehr gemocht und wollte unbedingt noch ein weiteres Werk von ihr lesen. Auch in diesem Roman ist ihr Stil wieder etwas ganz Besonderes: detailreich, fein beobachtet und mit subtilem Humor. Ich hatte das Gefühl, selbst Gast in einem ihrer Clubs zu sein. In der ersten Hälfte nimmt sich die Autorin viel Zeit, um die zahlreichen Figuren einzuführen – das war einerseits hilfreich, wirkte aber stellenweise auch etwas langatmig. Gerade als ich überlegte, ob ich das Buch vielleicht doch zur Seite legen sollte, nahm die Handlung plötzlich Fahrt auf – und ich konnte kaum noch aufhören zu lesen. Fazit: Ein Roman mit kleinen Längen zu Beginn, aber brillant konstruiert und später unglaublich spannend. Ich mochte ihn sehr – eine klare Leseempfehlung! 4/5
29. Juni 2025








