Ein Schlüsselwerk der amerikanischen Literatur
Auf einem klapprigen Floß fahren der abenteuerlustige Huck Finn und sein Freund, der Sklave Jim, den Mississippi hinunter, der für sie zum Inbegriff der Freiheit wird. Auf ihrer Odyssee begegnen sie merkwürdigen Gestalten, Gaunern und Halunken. Als Jim verraten wird und im Gefängnis landet, lockt Huck und seinen Freund Tom Sawyer ein neues Abenteuer: Sie müssen Jim befreien!
"Die gesamte amerikanische Literatur stammt von einem Buch von Mark Twain, genannt Huckleberry Finn, ab. Vorher gab es nichts. Seitdem gab es nichts, was dem gleichkommt." Ernest Hemingway
Auf dem breiten Strom des Mississippi treiben ein Totgeglaubter und ein Verfolgten nach dem Süden: Huck Finn, der verwaiste Freund Tom Sawyers, und der Sklave Jim. Ihre Fahrt wird zur abenteuerliche Odyssee. Sie erleiden Schiffbruch, fallen umherziehenden Gaunern in die Hände, werden Zeugen und Opfer von Betrug und Raub, schwindeln sich listig aus allerlei Bedrängnis frei – und verlieren einander. Während Jim von Spürhunden gehetzt wird, gerät Huck in die blutige Fehde zweier aristokratischer Pflanzerfamilien. Er entrinnt Mord und Verrat, der Sklave Jim aber, schwarze Handelsware, wird von Weißen verschachert. Doch Mut, Treue und Hucks unbesiegbarer Witz führen sie wieder zusammen, und Jim erlangt die so heiß ersehnte Freiheit.
Habe ich in der Schule gelesen, aber bin nie wirklich warm geworden mit dem Buch. Die Sprache, die Erzählweise und die Handlung haben mich nicht abgeholt. Das war einfach nicht mein Geschmack. Es geht um Abenteuer.
Obwohl es als Klassiker gilt, hat es bei mir keinen bleibenden Eindruck hinterlassen.
1. Okt. 2025
1,0
Langweilige Pflichtlektüre
Habe ich in der Schule gelesen, aber bin nie wirklich warm geworden mit dem Buch. Die Sprache, die Erzählweise und die Handlung haben mich nicht abgeholt. Das war einfach nicht mein Geschmack. Es geht um Abenteuer.
Obwohl es als Klassiker gilt, hat es bei mir keinen bleibenden Eindruck hinterlassen.
Und ich ließ die auch draußen; und hab nie mehr'n Gedanken darauf verwendet, mich bessern zu wollen. Ich schob die ganze Sache aus meinem Kopf raus und hab mir gesagt, ich wollt mich wieder an die Schlechtigkeit halten, weil mir das lag, wo ich doch dazu erzogen war, und das andre nicht. Und so zum Einstieg wollt ich mich an die Arbeit machen und Jim wieder aus der Sklaverei raushauen; und wenn mir noch irgendwas Schlimmeres einfiel, wollt ich das auch noch machen; weil wenn ich nu schon mal dabei war, und zwar endgültig, dann könnt ich genauso gut auch aufs Ganze gehen.
- Zitat, Seite 355
"Die Abenteuer des Huckleburry Finn" ist die berühmteste Geschichte aus der Feder von Mark Twain, in der er einem jungen Außenseiter eine Stimme gibt, der mit einem flüchtigen Sklaven auf dem Mississippi entlang schippert und bei den gemeinsamen Abenteuern gesellschaftliche Werte und Ansichten kritisch zu hinterfragen beginnt. Da der Autor am 30. November 1835 geboren wurde, ist es zufällig sehr passend, die Lektüre am letzten Tag des vorletzten Monats im Jahr abzuschließen.
Wie man den einleitenden Bemerkungen entnehmen kann, hatte der Übersetzer hier eine Meisterleistung bei der Wiedergabe der verwendeten Dialekte bzw Slangs zu erbringen. Zudem handelt es sich um ein Werk, welches bereits 1884 in deutscher Sprache veröffentlicht wurde. Zu der Neuübersetzung von Friedhelm Rathjen gibt es im Anhang eine lesenswerte Anmerkung.
Huck ist ein unkonventioneller und auch eher unzuverlässiger Erzähler, aber seine erfrischend direkte Art und seine Begegnungen mit vielen originellen Charakteren lassen dieses Werk wirklich zum sehr bildhaften Abenteuer werden. Der Protagonist ist ein Kind seiner Zeit, was sich auch in der Ausdrucksweise zeigt; rassistische Begriffe befinden sich im Text und müssen selbst eingeordnet werden. Hier bietet sich natürlich als ergänzende Lektüre der aktuelle Roman von P. Everett "James" an, der die Geschichte aus Sicht des Sklaven Jim berichtet.
FAZIT
Die erste Lektüre liegt ewige Zeiten zurück, vielleicht auch, weil der Roman zu Unrecht oft nur als Jugendbuch gehandelt wurde. Um so erstaunter war ich, hier gleich mehrmals auf Anleihen von Shakespeare, insbesondere auf Hamlet zu stoßen ("ist es Wahnsinn auch, so hat es doch Methode. ..").
Die wörtliche Rede, besonders von Jim, stellte mich vor Herausforderungen und hat das Lesetempo gedrosselt.
Insgesamt eine interessante Lektüre.
Unbedingt lesenswert.
30. Nov. 2024
4,0
Und ich ließ die auch draußen; und hab nie mehr'n Gedanken darauf verwendet, mich bessern zu wollen. Ich schob die ganze Sache aus meinem Kopf raus und hab mir gesagt, ich wollt mich wieder an die Schlechtigkeit halten, weil mir das lag, wo ich doch dazu erzogen war, und das andre nicht. Und so zum Einstieg wollt ich mich an die Arbeit machen und Jim wieder aus der Sklaverei raushauen; und wenn mir noch irgendwas Schlimmeres einfiel, wollt ich das auch noch machen; weil wenn ich nu schon mal dabei war, und zwar endgültig, dann könnt ich genauso gut auch aufs Ganze gehen.
- Zitat, Seite 355
"Die Abenteuer des Huckleburry Finn" ist die berühmteste Geschichte aus der Feder von Mark Twain, in der er einem jungen Außenseiter eine Stimme gibt, der mit einem flüchtigen Sklaven auf dem Mississippi entlang schippert und bei den gemeinsamen Abenteuern gesellschaftliche Werte und Ansichten kritisch zu hinterfragen beginnt. Da der Autor am 30. November 1835 geboren wurde, ist es zufällig sehr passend, die Lektüre am letzten Tag des vorletzten Monats im Jahr abzuschließen.
Wie man den einleitenden Bemerkungen entnehmen kann, hatte der Übersetzer hier eine Meisterleistung bei der Wiedergabe der verwendeten Dialekte bzw Slangs zu erbringen. Zudem handelt es sich um ein Werk, welches bereits 1884 in deutscher Sprache veröffentlicht wurde. Zu der Neuübersetzung von Friedhelm Rathjen gibt es im Anhang eine lesenswerte Anmerkung.
Huck ist ein unkonventioneller und auch eher unzuverlässiger Erzähler, aber seine erfrischend direkte Art und seine Begegnungen mit vielen originellen Charakteren lassen dieses Werk wirklich zum sehr bildhaften Abenteuer werden. Der Protagonist ist ein Kind seiner Zeit, was sich auch in der Ausdrucksweise zeigt; rassistische Begriffe befinden sich im Text und müssen selbst eingeordnet werden. Hier bietet sich natürlich als ergänzende Lektüre der aktuelle Roman von P. Everett "James" an, der die Geschichte aus Sicht des Sklaven Jim berichtet.
FAZIT
Die erste Lektüre liegt ewige Zeiten zurück, vielleicht auch, weil der Roman zu Unrecht oft nur als Jugendbuch gehandelt wurde. Um so erstaunter war ich, hier gleich mehrmals auf Anleihen von Shakespeare, insbesondere auf Hamlet zu stoßen ("ist es Wahnsinn auch, so hat es doch Methode. ..").
Die wörtliche Rede, besonders von Jim, stellte mich vor Herausforderungen und hat das Lesetempo gedrosselt.
Insgesamt eine interessante Lektüre.
Unbedingt lesenswert.
Lohnenswerter Klassiker, nach langer Zeit mal wieder gelesen. Dieses Mal als Vorbereitung auf "James" von Percival Everett.
8. Okt. 2024
5,0
Lohnenswerter Klassiker, nach langer Zeit mal wieder gelesen. Dieses Mal als Vorbereitung auf "James" von Percival Everett.
8. Okt. 2024
3 von 18 Rezensionen
Autorin / Autor
Über Mark Twain
Mark Twain wurde am 30.11.1835 in Florida (Missouri) geboren. Sein eigentlicher Name ist Samuel Langhorne Clemens. Der Vater starb 1847, und Twain musste im Alter von zwölf Jahren die Schule abbrechen und begann eine Lehre als Schriftsetzer. Mit 17 Jahren ging er nach New York, dann nach Philadelphia, wo er die ersten Reiseskizzen schrieb.Von 1857 bis 1860 war er Lotse auf dem Mississippi, nahm am Sezessionskrieg auf der Seite der Konföderierten teil und war 1861 Silbersucher in Nevada. 1864 lebte er in San Francisco, 1866 als Reporter auf Hawaii und 1867 als Reisender in Europa und Palästina. Er gründete einen Verlag, musste aber 1894 Konkurs anmelden und ging auf Weltreise, um mit Vorträgen seine Schulden abzutragen. Mark Twain starb am 21.4.1910 in Redding (Connecticut).