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Jugendbücher

Der war's

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Über das Buch

Alle gegen einen! Und Juli Zeh und Elisa Hoven gegen Vorurteile

In der 6a ist ein Verbrechen geschehen: Marie, dem beliebtesten Mädchen der Klasse, wurden die Pausenbrote gestohlen. Schnell scheint klar, dass nur einer als Täter in Betracht kommt: Konrad. Der ist neu in der Klasse und hat noch keine Freund*innen gefunden. Statt auf dem Schulhof verbringt er die Pausen im Klassenraum. Wer soll es denn sonst gewesen sein? Konrad jedoch ist sich keiner Schuld bewusst. Und als die Kinder auf die Idee kommen, in einem Gerichtsverfahren über Schuld und Unschuld zu verhandeln, kommt heraus: Es ist alles ganz anders, als sie dachten...

Kinder haben ein ausgeprägtes Gefühl für Gerechtigkeit und Verantwortung. In Kinderliteratur spielt häufig die Verletzung gemeinsamer Regeln eine Rolle – Kinder ermitteln Diebe und Räubern wird das Handwerk gelegt. Wer Schuld hat, daran besteht kein Zweifel. In Der war’s liegen die Dinge, wie auch im echten Leben, anders: Je mehr sich die Kinder von ihren Vorurteilen lösen und je genauer sie hinschauen, desto mehr bröckelt der zuvor so eindeutige Verdacht.

Der war’s ist ein spielerischer Ansatz, Kindern die Bedeutung der Unschuldsvermutung und Verfahrensfairness zu vermitteln.

Das Nachwort hält für neugierige Kinder (und Erwachsene!) ein Interview bereit, in dem die Autorin, Juristin und Rechtsexpertin Elisa Hoven spannende Kinderfragen zu geltendem Recht und Gerichtsverfahren beantwortet .

Editionen (3)

ISBN9783745604832
VerlagSilberfisch
Erscheinungsdatum28.09.23

Rezensionen & Bewertungen

29 Bewertungen

10 Rezensionen

4,2

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  • backtothebooks
    backtothebooks

    100 Follower

    4,0

    Der war`s! 5 vor Selbstjustiz. ODER Warum der Rechtsstaat eine gute Idee ist.

    Dieses Büchlein lässt uns ganz wunderbar miterleben, wie Verdachtsmomente in einer Gruppe Menschen eine Dynamik auslösen können, die sich kaum aufhalten lässt. Unangenehme, unserer Natur aber eigene Angewohnheiten wir Vorurteile, Ausgrenzung und Racheimpulse werden hier im Verhalten der verschiedenen Schülerinnen und Schüler deutlich. Wie realistisch es sein mag, dass sie so rasch und ohne pädagogische Begleitung (die Leherinnen und Lehrer sind hier vor allem mit sich selbst und mit den prekären Umständen im Bildungssystem beschäftigt) einen modellhaften Strafprozess entrollen, lassen wir mal dahingestellt. Die Notwendigkeit einer handlungsfähigen Justiz wird dafür um so mehr deutlich und auch wirklich kindgerecht verständlich aufbereitet. Die Illustration sorgen für eine gesteigerte Nahbarkeit und Darstellung des Inhalts auf einer zweiten Ebene. Definitiv eine klare Empfehlung, auch und gerade im Rahmen von Unterrichtsprojekten im schulischen Kontext.

    17. Mai 2026

  • platzhuepferin
    platzhuepferin

    28 Follower

    3,5

    👩🏽‍⚖️Da kommt die Juristin in Juli Zeh durch, und das ist gut so: Recht/Gerechtigkeit/Fairness für Kinder gut erklärt.

    👩🏽‍⚖️Da kommt die Juristin in Juli Zeh durch, und das ist gut so: Recht/Gerechtigkeit/Fairness für Kinder gut erklärt.

    8. Juni 2026

  • antjeliest
    antjeliest

    193 Follower

    4,5

    Als in der Klasse 6a wiederholt die Pausenbrote der beliebtesten Schülerin Marie gestohlen werden, wird schnell der Neue und zudem rundliche Konrad verdächtigt. Alle möglichen Formen von Vorurteilen und Vorverurteilungen werden an ihm verübt, vom Beschimpfen, Auslachen und Bloßstellen bis hin zum Verschicken von Handynachrichten mit ungeprüften üblen Beschuldigungen... Doch es gibt auch skeptische Kinder, so dass die Klasse beschließt ein Gerichtsverfahren durchzuführen und sich so mit den Grundsätzen eines Strafverfahrens beschäftigt. Schnell lernen die Kinder gegenseitig bei sich ungeahnte Talente und Interessen kennen und wachsen über sich hinaus. Besonders herausgearbeitet wurde die im dt. Strafrecht bedeutende Unschuldsvermutung. Natürlich nutzen die Autorinnen dabei Stereotype, um ihre Anliegen deutlich zu machen, dabei wird auch das Schulsystem und die Überforderung von Lehrer/innen überzogen, aber prägnant dargestellt. Mir hat das Buch in Idee und Umsetzung gut gefallen, denn die zunächst klischeehaften Kindercharaktere durften sich im Verlauf der Geschichte weiterentwickeln und ein Verständnis für Gerechtigkeit regelrecht entwickeln. Am Schluss ein bisschen zu viel Friede, Freude, Eierkuchen bei den Protagonisten, aber naja. Der kurze Anhang am Ende des Buches gibt gute Erklärungen über Strafverfahren in der Realität.

    27. Dez. 2023

3 von 10 Rezensionen

Autorin / Autor

Über Juli Zeh

Juli Zeh, 1974 in Bonn geboren, Jurastudium und Studium am Deutschen Literaturinstitut in Leipzig, Gastdozentin in Leipzig, Düsseldorf und zuletzt Witten/Herdecke. Zahlreiche Preise, zuletzt 2008 Jürgen Bansemer u. Ute Nyssen-Dramatikerpreis und Prix Cévennes (2008) sowie Carl-Amery-Literaturpreis (2009). Zuletzt erschienen: »Schilf« (2007), »Das Land der Menschen« (2008) und »Corpus Delicti« (2009).

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