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"Wer wacht über die Wächter?" Eine Graphic Novel, die eindrucksvoll zeigt, was dieses Genre eigentlich kann & das bei aller Liebe zu Superhelden doch die Frage bleibt, wie es wäre, gäbe es sie wirklich.
Alan Moores Graphic Novel hat etwas geschafft, was bisher keine andere geschafft hat: Sie wurde vom Time Magazine zu den besten Romanen aller Zeiten gezählt. Ich habe das Gefühl, dass diese Art von Geschichte noch immer oft unter Wert betrachtet wird. Graphic Novels sind irgendwie nerdy, werden aber vor allem oft belächelt. Irgendwie schade, denn wie viel Potenzial in diesen steckt, zeigt "Watchmen" auf eine eindrucksvolle, wie auch brutale Weise. Da ich Superhelden liebe, egal ob DC oder Marvel und "Watchmen - Die Wächter" zu meinen absoluten Lieblingsfilmen zähle, musste ich den Graphic Novel endlich lesen. Kleiner Fakt zu Anfang: Auch "V wie Vendetta", dessen Verfilmung ich ebenfalls liebe, stammt aus der Feder von Alan Moore. Und auch der beliebte, äußerst heftige "Batman: The Killing Joke" stammt von ihm. Die Geschichte und die Zeichnungen der Watchmen sind kompromisslos, brutal, derb, roh und äußerst passend zur Storyline. Der Zeichenstil wird sicherlich nicht jedermanns Sache sein, ich empfand ihn als passend. Die Story selbst ist recht komplex, überraschend verwoben und obwohl ich den Film kannte, hat mich die Graphic Novel begeistern können, als würde ich die Geschichte zum ersten Mal erleben. Die Geschichte spielt in New York im Jahre 1985 einer alternativen Welt. Alle fürchten den nahenden 3. Weltkrieg, die Vereinigungen dieser und die Maskierten selbst, sind längst verboten. Die Welt ist düster, hoffnungslos und verkommen. Weniger gezeichnet von der Frage, ob es zu erneuten Ausschreitungen unvorstellbaren Ausmaßes kommen wird als von der danach, wann es so weit ist. Wir begleiten mehrere der ehemaligen Wächter, von dem scheinbar total wahnsinnigen Rorschach (dessen Name am Rorschach-Test angelehnt ist und dessen Maske auf jedem Panel anders aussieht, ein wunderbares Detail), bis zu Dr. Manhattan, der sich, als durch ein Experiment entstandener Übermensch, immer weiter von seiner ursprünglichen Art zu entfernen scheint. Wir erfahren einiges aus der Vorgeschichte der Maskierten, bekommen Einblicke in ihre Psyche und ihr Leben vor der Maske. Zwischen den insgesamt 12 Kapiteln gibt es immer wieder Einblicke in Autobiographien, Zeitungsartikel oder psychiatrische Gutachten der ehemaligen Wächter, die die Geschichte noch greifbarer und interessanter gestaltet haben. Ein interessantes Detail ist hier auch der Comic im Comic. Da Superhelden in der Welt der "Watchmen" existieren, sind es nicht sie, die sich bei den dortigen Comicfans großer Beliebtheit erfreuen, sondern die Piraten. Die Charaktere waren allesamt auf ihre Weise gezeichnet von einer Welt, die so dringend Helden brauchte, aber deren Helden doch (nahezu) alle nur einfache Menschen waren. Das Ende war heftig. Die ganze Geschichte spielt mit dem moralischen Empfinden und geht weit über die Grenzen jeglicher moralischen Handlungen hinaus. Sie zeigt einmal mehr, dass im Zusammenhang mit Superhelden viele Fragen entstehen und durch diese nicht unbedingt alles besser werden würde. Die Geschichte wird noch lange nachwirken. Wer mit Brutalität und ungeschönten Bildern nichts anfangen kann, für den ist dieser Graphic Novel sicherlich nichts. Auch sollte man meiner Meinung nach mindestens 18 Jahre alt sein, wenn man ihn liest, denn der Inhalt ist heftig (der Film ist übrigens ab 16 Jahren freigegeben). Für all die, die eine komplexe, düstere, erschreckende und brutale alternative Comicwelt erkunden möchten, ist dieser Graphic Novel eine absolute Empfehlung. Ein fantastisches Stück dunkler Comickunst, das erzählerisch mit vielen Romanen mithalten kann.

20. Dez. 2025
"Wer wacht über die Wächter?" Eine Graphic Novel, die eindrucksvoll zeigt, was dieses Genre eigentlich kann & das bei aller Liebe zu Superhelden doch die Frage bleibt, wie es wäre, gäbe es sie wirklich.
Alan Moores Graphic Novel hat etwas geschafft, was bisher keine andere geschafft hat: Sie wurde vom Time Magazine zu den besten Romanen aller Zeiten gezählt. Ich habe das Gefühl, dass diese Art von Geschichte noch immer oft unter Wert betrachtet wird. Graphic Novels sind irgendwie nerdy, werden aber vor allem oft belächelt. Irgendwie schade, denn wie viel Potenzial in diesen steckt, zeigt "Watchmen" auf eine eindrucksvolle, wie auch brutale Weise. Da ich Superhelden liebe, egal ob DC oder Marvel und "Watchmen - Die Wächter" zu meinen absoluten Lieblingsfilmen zähle, musste ich den Graphic Novel endlich lesen. Kleiner Fakt zu Anfang: Auch "V wie Vendetta", dessen Verfilmung ich ebenfalls liebe, stammt aus der Feder von Alan Moore. Und auch der beliebte, äußerst heftige "Batman: The Killing Joke" stammt von ihm. Die Geschichte und die Zeichnungen der Watchmen sind kompromisslos, brutal, derb, roh und äußerst passend zur Storyline. Der Zeichenstil wird sicherlich nicht jedermanns Sache sein, ich empfand ihn als passend. Die Story selbst ist recht komplex, überraschend verwoben und obwohl ich den Film kannte, hat mich die Graphic Novel begeistern können, als würde ich die Geschichte zum ersten Mal erleben. Die Geschichte spielt in New York im Jahre 1985 einer alternativen Welt. Alle fürchten den nahenden 3. Weltkrieg, die Vereinigungen dieser und die Maskierten selbst, sind längst verboten. Die Welt ist düster, hoffnungslos und verkommen. Weniger gezeichnet von der Frage, ob es zu erneuten Ausschreitungen unvorstellbaren Ausmaßes kommen wird als von der danach, wann es so weit ist. Wir begleiten mehrere der ehemaligen Wächter, von dem scheinbar total wahnsinnigen Rorschach (dessen Name am Rorschach-Test angelehnt ist und dessen Maske auf jedem Panel anders aussieht, ein wunderbares Detail), bis zu Dr. Manhattan, der sich, als durch ein Experiment entstandener Übermensch, immer weiter von seiner ursprünglichen Art zu entfernen scheint. Wir erfahren einiges aus der Vorgeschichte der Maskierten, bekommen Einblicke in ihre Psyche und ihr Leben vor der Maske. Zwischen den insgesamt 12 Kapiteln gibt es immer wieder Einblicke in Autobiographien, Zeitungsartikel oder psychiatrische Gutachten der ehemaligen Wächter, die die Geschichte noch greifbarer und interessanter gestaltet haben. Ein interessantes Detail ist hier auch der Comic im Comic. Da Superhelden in der Welt der "Watchmen" existieren, sind es nicht sie, die sich bei den dortigen Comicfans großer Beliebtheit erfreuen, sondern die Piraten. Die Charaktere waren allesamt auf ihre Weise gezeichnet von einer Welt, die so dringend Helden brauchte, aber deren Helden doch (nahezu) alle nur einfache Menschen waren. Das Ende war heftig. Die ganze Geschichte spielt mit dem moralischen Empfinden und geht weit über die Grenzen jeglicher moralischen Handlungen hinaus. Sie zeigt einmal mehr, dass im Zusammenhang mit Superhelden viele Fragen entstehen und durch diese nicht unbedingt alles besser werden würde. Die Geschichte wird noch lange nachwirken. Wer mit Brutalität und ungeschönten Bildern nichts anfangen kann, für den ist dieser Graphic Novel sicherlich nichts. Auch sollte man meiner Meinung nach mindestens 18 Jahre alt sein, wenn man ihn liest, denn der Inhalt ist heftig (der Film ist übrigens ab 16 Jahren freigegeben). Für all die, die eine komplexe, düstere, erschreckende und brutale alternative Comicwelt erkunden möchten, ist dieser Graphic Novel eine absolute Empfehlung. Ein fantastisches Stück dunkler Comickunst, das erzählerisch mit vielen Romanen mithalten kann.
20. Dez. 2025







