Blick ins Buch

Krimis

Hinter dem Nebel

3,8(7)
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Über das Buch

Der vierte Fall für Vidar Jörgensson: Selbstmord oder Mord? Als man Johan Oskarsson erhängt auffindet, deuten alle Zeichen auf Selbstmord - der Schriftsteller war eine zerbrechliche Seele. Polizist Vidar will den Fall eigentlich zu den Akten legen, doch es gibt Anzeichen dafür, dass jemand ihn zum Schweigen bringen wollte. Denn die Biographie über die berühmte schwedische Autorin Ingrid Klinga, an der er vor seinem Tod schrieb, führt tief hinein in die dunklen 1950er Jahre: in die Machenschaften der schwedischen Nachrichtendienste, gefährliche Loyalitäten, in Netzwerke, in denen Menschen ihre Seele verkauften, um sich selbst zu retten oder ihre Ziele zu erreichen. Wie heikel die Themen sind, mit denen sich Oskarsson beschäftigte, muss Vidar bei seinen Ermittlungen am eigenen Leib erfahren.

Editionen (1)

ISBN9783732486052
Verlagargon
Erscheinungsdatum17.04.26

Rezensionen & Bewertungen

7 Bewertungen

3 Rezensionen

3,8

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  • angi_molly
    angi_molly

    248 Follower

    4,5

    Das Cover hat mich sofort neugierig gemacht. Obwohl es eher ruhig und schlicht gehalten ist, strahlt es eine geheimnisvolle, fast bedrückende Atmosphäre aus, die perfekt zum Inhalt passt.. Da dies bereits der vierte Fall für Vidar Jörgensson ist, hatte ich anfangs etwas Sorge, ob mir Vorwissen fehlen könnte. Diese Sorge war allerdings völlig unbegründet, denn ich habe erstaunlich schnell in die Geschichte hineingefunden. Christoffer schafft es, die wichtigsten Informationen so geschickt einzubauen, dass man sich auch als Neueinsteiger sofort zurechtfindet, ohne das Gefühl zu haben, etwas verpasst zu haben. Der Einstieg in die Handlung hat mich direkt gepackt. Als Johan Oskarsson erhängt aufgefunden wird, scheint zunächst alles klar zu sein: Selbstmord. Oskarsson galt als sensibler, zerbrechlicher Schriftsteller, jemand, dem man einen solchen Schritt durchaus zutrauen würde. Doch schnell merkt man gemeinsam mit Vidar, dass hinter diesem Tod weit mehr steckt. Genau diese unterschwellige Spannung hat mich durchgehend gefesselt, weil ich ständig das Gefühl hatte, dass sich hinter jeder neuen Information noch etwas Dunkleres verbirgt. Besonders spannend fand ich die Verknüpfung mit der Biografie über die berühmte Autorin Ingrid Klinga. Die Ermittlungen führen tief hinein in die schwedischen Machtstrukturen der 1950er-Jahre, in Geheimdienste, Loyalitäten und Menschen, die bereit sind, moralische Grenzen zu überschreiten, um ihre eigenen Interessen zu schützen. Dadurch wirkt der Thriller nicht nur spannend, sondern auch unglaublich vielschichtig und intelligent aufgebaut. Vidar Jörgensson mochte ich dabei besonders gern. Er ist kein überzeichneter Ermittler, sondern wirkt menschlich, nahbar und authentisch. Gerade seine Zweifel und seine innere Zerrissenheit haben ihn für mich greifbar gemacht. Während des Lesens hatte ich oft das Gefühl, direkt neben ihm zu stehen, seine Unsicherheit mitzuerleben und gemeinsam mit ihm die Gefahr immer stärker zu spüren. Diese emotionale Nähe hat dafür gesorgt, dass mich die Geschichte nicht nur spannend unterhalten, sondern auch wirklich berührt hat. Der Schreibstil hat mir ebenfalls sehr gefallen, ruhig, atmosphärisch und gleichzeitig unglaublich eindringlich. Man taucht komplett in die Handlung ein und verliert schnell jedes Gefühl für die Zeit. Besonders die Beschreibungen der schwedischen Küstenlandschaften haben bei mir ein richtiges Kopfkino ausgelöst. Die kühle, raue Atmosphäre zieht sich durch das gesamte Buch und verstärkt die düstere Stimmung enorm. Was mir ebenfalls positiv aufgefallen ist: Der Thriller setzt nicht nur auf Spannung, sondern beschäftigt sich auch mit ernsten Themen wie Machtmissbrauch, Schuld, Manipulation und Erinnerung. Dadurch wirkt die Geschichte lange nach dem Lesen noch nach. Die Auflösung empfand ich als nachvollziehbar und passend, vor allem weil sie nicht unnötig überdramatisiert wurde, sondern realistisch geblieben ist

    22. Mai 2026

  • wildeskopfkino
    wildeskopfkino

    147 Follower

    4,0

    Wenn der Nebel mehr verbirgt als nur die Wahrheit

    Zwischen grauem Himmel, feuchter Erde und diesem schweren Schweigen, das sich wie Nebel über alles legt, hat mich Hinter dem Nebel langsam, aber ziemlich fest gepackt. Der Tod von Johan Oskarsson wirkt auf den ersten Blick wie ein trauriger Selbstmord. Ein zerbrechlicher Schriftsteller, ein erhängter Körper, ein Fall, den man vielleicht einfach schließen möchte. Doch genau da beginnt dieses unangenehme Kribbeln. Dieses Gefühl, dass hinter der offensichtlichen Wahrheit noch etwas lauert, das keiner berühren will. Vidar Jörgensson ermittelt nicht laut, nicht übertrieben heldenhaft, sondern mit dieser stillen Beharrlichkeit, die ich bei skandinavischen Krimis so liebe. Die Geschichte führt tief in die 1950er Jahre, zu Geheimdiensten, Loyalitäten, Verrat und Menschen, die sich selbst verlieren, um irgendwie zu überleben. Für mich ist das kein Krimi für nebenbei. Die Handlung braucht Aufmerksamkeit, manchmal auch Geduld, aber gerade diese Schwere macht den Reiz aus. Christoffer Carlsson schreibt atmosphärisch dicht, melancholisch und menschlich. Man spürt die Kälte, die Schuld und dieses leise Unbehagen zwischen den Zeilen. Am Ende blieb bei mir kein lauter Knall zurück, sondern ein stilles Nachhallen. Und genau das passt hier perfekt.

    Wenn der Nebel mehr verbirgt als nur die Wahrheit

    24. Mai 2026

  • sarahsophie
    sarahsophie

    262 Follower

    3,0

    Ein komplexer und sehr politischer Kriminalfall Auch der vierte Fall für Vidar Jösson überzeugt wieder mit dem gewohnt starken Erzählstil von Christoffer Carlsson. Er versteht es einfach, tief in seine Figuren einzutauchen und eine Atmosphäre zu schaffen, die einen sofort in die Geschichte hineinzieht. Die Ermittlungen sind vielschichtig, die Verbindungen zwischen Vergangenheit und Gegenwart raffiniert konstruiert und bis zum Schluss ist kaum abzusehen, wem man eigentlich trauen kann. Besonders spannend fand ich die Figur der Schriftstellerin Ingrid Klinga. Ihre Geschichte hat mich deutlich mehr gefesselt als die politischen Hintergründe. Wie sie sich zwischen Loyalitäten, Erwartungen und den beiden Männern in ihrem Leben behaupten muss, war eindrucksvoll und emotional erzählt. Etwas schwergetan habe ich mich dagegen mit dem starken Fokus auf das schwedische Atomprogramm, Geheimdienste und die politischen Verstrickungen der Nachkriegszeit. Das ist zweifellos sorgfältig recherchiert und clever aufgebaut, entspricht aber nicht ganz meinem bevorzugten Lesegeschmack. Dadurch wirkte die Handlung für mich stellenweise sehr komplex und fordernd. Trotzdem bleibt es ein hervorragend geschriebener Krimi, der seine Leserinnen und Leser fordert und immer wieder überrascht. Für mich nicht der stärkste Band der Reihe, aber dennoch ein spannendes und beeindruckend konstruiertes Leseerlebnis.

    18. Juni 2026

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