Blick ins Buch

Romane

Niemand ist bei den Kälbern

3,4(17)
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Über das Buch

Der Spiegel-Bestseller von Alina Herbing – das Taschenbuch zum Kino-Ereignis.
Hochsommer in Schattin, einem Dorf im Norden Mecklenburg-Vorpommerns. Christin ist Mitte zwanzig und vor Kurzem auf den Milchviehbetrieb ihres Freundes Jan gezogen. Dem Geruch der Tiere, den Schwielen an den Händen und den dreckigen Gummistiefeln kann sie allerdings nichts abgewinnen, sie träumt von der Großstadt und einem Job im Büro. Doch daraus ist bis jetzt nichts geworden. Wo soll Christin auch hin ohne Ausbildung und ohne eigenes Geld? Unerschrocken und mit großer Wucht zeichnet Alina Herbing eine ehrliche und unromantische Milieustudie über das Landleben und eine vernachlässigte Nachwendegeneration.

Editionen (3)

ISBN9783716040416
VerlagArche Literatur Verlag AG
Erscheinungsdatum12.01.22
Seitenzahl272

Rezensionen & Bewertungen

17 Bewertungen

6 Rezensionen

3,4

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  • i_heart_books
    i_heart_books

    124 Follower

    3,5

    Christin wohnt und arbeitet auf dem Bauernhof ihres Freundes Jan in Mecklenburg-Vorpommern, ist jedoch alles andere als zufrieden mit ihrem Leben. Ihr gefällt die Arbeit auf dem Hof nicht, und sie würde lieber ganz woanders wohnen. Als sie zufällig den Windkrafttechniker Klaus trifft, fängt sie eine Affäre mit ihm an, die jedoch auch nur von kurzer Dauer ist. Ich bin etwas unentschlossen, was meine Meinung zu diesem Buch angeht. Es war meines Erachtens nicht wirklich schlecht, aber ich habe das Buch auch etwas unzufrieden beendet. Die Protagonistin ist vermutlich bewusst eher unsympathisch angelegt, und auch die ganzen Zustände auf dem Dorf wirken sehr trist. Nun sorgen natürlich triste Zustände und unschöne Situation allein nicht dafür, dass ein Buch schlecht ist, aber so richtig warm wurde ich mit dem Buch nicht.

    23. Dez. 2024

  • kath26
    kath26

    80 Follower

    4,5

    Krasser Scheiss! Ich weiß noch nicht ob ich das Buch feiern oder verdammen soll. Ich bin SO SAUER auf die Protagonistin, gleichzeitig empfinde ich aber auch echt die ganze Zeit Mitgefühl mit ihr. Mega gut geschrieben, Sogwirkung pur.

    4,5 Sterne Was für ein „krasser Scheiß“ ist denn bitte „Niemand ist bei den Kälbern“ von Alina Herbing??? Und „krasser Scheiß“ ist hier keinesfalls komplett negativ gemeint. Vermutlich muss man das Buch gelesen haben, um nachvollziehen zu können, wie ich das meine. Aber würde ich das Buch uneingeschränkt empfehlen? Eher nicht. Und wenn ich es doch empfehlen würde, wem würde ich da denken? Mir fallen vielen Lesefreundinnen ein, denen ich es auf keinen Fall empfehlen würde. Aber gibt es überhaupt jemanden, dem ich es jetzt mit meinem Wissen empfehlen würde. Ich weiß es nach wie vor nicht. Auf jeden Fall darf man nicht zartbesaitet sein oder sich von körperlicher Gewalt und (unötiger) Grausamkeit (u.a. auch gegenüber Tieren) triggern lassen. Ich weiß auch knapp ein halbes Jahr nachdem ich das Buch beendet habe immer noch nicht, ob ich es feiern oder verdammen soll. Ich bin nach wie vor SO SAUER auf die Protagonistin und eigentlich hätte ich das Buch nach einer bestimmten Szene (ca. 30 Seiten vor Schluss) abbrechen MÜSSEN, denn was sie da tut, ist absolut NICHT AKZEPTABEL oder gar verständlich. Trotzdem habe ich das komplette Buch über ein gewissen Maß an Mitleid mit ihr empfunden– ob sie das verdient hat, wohl eher nicht. Denn auch die Protagonistin hätte ein anderes Leben führen können, wenn sie sich die wenigen Gehirnzellen nicht kaputt gesoffen und ein klitzekleines bisschen Selbstwertgefühl gehabt hätte. Auf jeden Fall ist das Buch grandios gut geschrieben auch wenn die Sprache keineswegs extrem literarisch „hochwertig“ oder schön war. Viel eher war sie knallhart und echt. Und dieses Buch war definitiv nicht das, was ich gebraucht habe, als ich die Buchhändlerin meines Vertrauens nach einem „Wohlfühlbuch mit Tiefgang“ oder aber nach einem Buch wie „Mühlensommer“ von Martina Bogdahn gefragt habe. Meine Buchhändlerin hat mich zwar vorgewarnt, dass das Buch zwar auf dem Land in Mecklenburg Vorpommern spielt, aber sie hat auch gesagt, dass dieses Buch „anders“ ist, als alles was man bislang in Sachen Dorf-Roman gelesen hat. Hier bekommt man definitiv keine Dorfidylle und schon gar keine Wohlfühlmomente, aber die Sogwirkung war dennoch von Anfang an da. Das Buch weckt nach wie vor extreme Gefühle in mir, sowie daran denke und das ist ein Zeichen für mich, dass die Autorin hier echt so gut wie alles verdammt gut gemacht hat. Sie geht nicht an die Grenzen, sie geht über Grenzen hinaus und das muss man auch als Leser*in aushalten können. Ob ich das Buch gelesen hätte, wenn ich gewusst hätte, was genau passiert? Sicherlich nicht. Das war ein Buch so komplett aus meiner Comfort-Zone heraus und bei dem ich extremen Gesprächsbedarf hatte während des Lesens und immer noch habe. Krasser, extrem unbequemer aber ganz besonderer „Scheiß!“ Ein großes Dankeschön an meine Buchhändlerin, ohne die ich dieses Buch vermutlich nie entdeckt, diese besondere Leseerfahrung nie gemacht hätte.

    16. Juni 2025

  • 4,0

    Ich hatte ein bisschen was anderes erwartet, vor allem keine so unsympathische und unintelligente Hauptdarstellerin. Das Leben auf einem Bauernhof hat im wahren Leben wenig mit Idylle und dem streicheln von Tieren zu tun. Wie hart und kompromisslos es in Wirklichkeit zugeht erfahren wir bereits auf den ersten Seiten. Genau hierüber mehr zu erfahren hatte ich mir erhofft und gewünscht. Es ging jedoch die meiste Zeit um die noch junge Christin und ihrer Hoffnung ohne eigenes Zutun ein besseres Leben zu bekommen wie ihre Eltern. Der Vater Alkoholiker, die Mutter auf und davon und niemand weiß wohin. Doch Christin trinkt selber über die Maßen , ist, in meinen Augen, dumm und auch grausam. Das mir das Buch trotzdem gut gefallen hat liegt daran, dass die Autorin richtig gut schreiben kann und es geschafft hat mich neugierig zu halten, immer in der Hoffnung das die Protagonistin aufwacht und ihr Leben in die Hand nimmt.

    10. Aug. 2024

3 von 6 Rezensionen

Autorin / Autor

Über Alina Herbing

Alina Herbing, geboren 1984 in Lübeck, wuchs in Mecklenburg auf und lebt heute in Berlin. Sie studierte in Greifswald, Berlin und Hildesheim. 2017 erschien im Arche Literatur Verlag ihr vielbeachtetes Romandebüt Niemand ist bei den Kälbern, das unter anderem mit dem ›Friedrich-Hölderlin-Förderpreis der Stadt Bad Homburg‹ ausgezeichnet wurde. Der Roman kam 2022 verfilmt von Sabrina Sarabi in die Kinos. Ihr zweiter Roman Tiere, vor denen man Angst haben muss erschien 2024.

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