Die Welt hat blaue Haare
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Beschreibung
Coming-of-Age in Schweinfurt
Eine Gesellschaftssatire über Instagram-Feminismus und sexuelle Identität.
Zwei Welten prallen aufeinander: das kleinbürgerliche Grillfest auf der Terrasse einer Doppelhaushälfte in Schweinfurt und das unkonventionelle Liebesfest auf der Ladefläche eines LKW in einem fremden, fernen Land. In einer Welt geht Luisa zur Schule und träumt von Dunja, obwohl sie mit Benno zusammen ist. In der anderen schreibt sich Luisa in den Strudel einer Geschichte.
Darin ist Dunja die Welt, trägt einen weißen Leinenanzug und hat blaue Haare. Beide begeben sich auf eine Reise, die Luisa zu ihrer Sexualität und zu sich selbst führt. Als sich die beiden Mädchen in der Wirklichkeit näherkommen, finden immer mehr Umstände aus Dunjas Leben in der Geschichte Einzug und Luisas Erzähldrang wird immer gewaltvoller. Bis ihre Geschichte schließlich Opfer in der echten Welt fordert.
Humorvoll blickt der Roman auf das konservatives Milieu und hinterfragt alte Rollenzuschreibungen – eine Geschichte der Befreiung.
Buchinformationen
Autorenbeschreibung
Paula Steiner studierte Drehbuch an der Filmuniversität Babelsberg und lebt in Berlin. Sie erhielt ein Stipendium für die Autor*innenwerkstatt am LCB Berlin und studierte am Literaturinstitut Hildesheim sowie an der Angewandten Sprachkunst in Wien. Sie veröffentlichte in Magazinen und Anthologien. »Die Welt hat blaue Haare« ist ihr erster Roman.
Beiträge
An einem Tag wie heute in Schweinfurt: Es wird ein Grillfest im Garten gefeiert, die Stimmung ist heiter, doch nicht für alle Teilnehmenden. Die 17-jährige Luisa ist einfach nur angenervt von ihrem gewöhnlichen Leben und von der Beziehung mit Benno. Daher träumt sie sich immer wieder an einen fernen Ort, bringt ihre Gedanken zu Papier und liest diese schließlich auf dem Familienfest vor. Big surprise – die Inhalte ihrer Geschichte sprengen die Familienveranstaltung und haben auch im Nachgang noch verheerende Folgen! In knackig kurzen Kapiteln überschlagen sich die Ereignisse. Paula Steiner liefert mit »Die Welt hat blaue Haare« richtig ab. In diesem Buch verschmelzen Realität und Fantasie. Protagonistin Luisa versucht, durch das Schreiben einer Geschichte, aus dem spießbürgerlichen Leben in Schweinfurt auszubrechen. In Luisas Werk geht es um ein Abenteuer, welches sie mit ihrer Klassenkameradin Dunja erlebt. Eine zentrale Rolle spielt die Erkundung der Welt und das sogar in mehrfacher Hinsicht. Während die Erkundung der realen Welt langweilig und ereignislos scheint, wird Luisas Geschichte zum Abenteuerspielplatz ihrer Gedanken. Dabei geht es um (sexuelle) Selbstfindung und es kommt zu einigen spicy situations. Geschrieben ist das Buch aus verschiedenen Erzählperspektiven. Während Paula Steiner ihre Protagonistin Luisa als Ich-Erzählerin zu Wort kommen lässt, schreibt Luisa ihre Geschichte in der 3. Person. Luisas Familienmitglieder agieren in stereotypen Rollenbildern. Ihre Mutter und die Mutter der Mutter, Luisas Oma, trinken bei jeder Gelegenheit mindestens einen Sekt und werden mit steigendem Pegel exponentiell unausstehlicher. Luisas Onkel entpuppt sich schnell als misogyner Boomer, der natürlich nicht merkt, dass seine Stammtischparolen beim Familiengrillen total alltagsrassistisch sind, auch die Tante geizt nicht mit alltagsrassistischen Sprüchen. Nur Luisas Cousin, ist der einzige, der sie versteht. Er gibt ihr mehr als nur einmal Denkanstöße und zeigt Luisa neue »feministische« Perspektiven auf. All diese Charaktere an einem Ort bilden selbstverständlich eine explosive Mischung. Bei »Die Welt hat blaue Haare« musste ich mich erstmal warmlesen, das dauert um die 50 Seiten. Die Story nimmt dann an Tempo zu und ich fliege nur so durch die Seiten. Im letzten Drittel wäre es untertrieben, meine Euphorie für das Buch als ›warm‹ zu betiteln – ›heiß‹ trifft es viel besser! Ich fühle komplett mit Luisa und wollte stellenweise gar nicht umblättern, aus Angst, die Protagonistin erlebt auf der nächsten Seite eine Enttäuschung. Vor allem die Annäherung an ihr Inneres und die Mutter-Tochter-Beziehungen bewegten mich sehr. »»Und, Roman fertig?« fragte der Onkel […] »Habe was gestrichen«, sage ich. »Es soll ja auch mal eine Geschichte ohne Männer geben«« (S. 29). »Die Welt hat blaue Haare« kickt dem Patriarchat literarisch total in den Allerwertesten und ist daher ein famoses, feministisches Debüt. I like! CN: rassistische, orientalische und queerfeindliche Aussagen, Alkoholkonsum.

„Die Welt hat blaue Haare“ von Paula Steiner ist ein beeindruckendes Debüt, das seine Leser*innen in eine faszinierende und hochaktuelle Coming-of-Age-Geschichte entführt. Die Handlung dreht sich um die 17-jährige Luisa, die sich in ihrem eintönigen Alltag gefangen fühlt und durch das Schreiben einer eigenen Geschichte versucht, aus ihrem spießbürgerlichen Leben in Schweinfurt auszubrechen. Dabei vermischt die Autorin geschickt Realität und Fantasie, was der Erzählung eine besondere Note verleiht. Luisa, die Protagonistin, ist eine facettenreiche und sympathische Figur, deren innere Konflikte und Wünsche sehr authentisch dargestellt werden. Ihre literarische Flucht aus der Realität führt zu spannenden und auch pikanten Situationen, die das Buch nicht nur unterhaltsam, sondern auch emotional berührend machen. Besonders beeindruckend ist die Art und Weise, wie Steiner komplexe Themen wie sexuelle Selbstfindung, gesellschaftliche Normen und die Auseinandersetzung mit Privilegien und Vorurteilen in die Handlung integriert. Dies geschieht ohne erhobenen Zeigefinger, sondern mit einer angenehmen Leichtigkeit und einem feinen Gespür für Humor. Die Charaktere in Luisas Umgebung sind bewusst klischeebehaftet, was der gesellschaftskritischen Satire zusätzlichen Nachdruck verleiht. Ihre Mutter und Großmutter, die sich im Sektkonsum verlieren, und ihr Onkel, der mit rassistischen Stammtischparolen um sich wirft, stellen die starren und oft veralteten Wertevorstellungen der älteren Generation dar. Luisas Cousin hingegen bietet einen erfrischenden Gegenpol und unterstützt Luisa dabei, ihre feministische Perspektive zu erweitern. Besonders gut gefallen hat mir die Erzählstruktur. Durch den Wechsel zwischen Luisas Ich-Perspektive und der dritten Person in ihrer eigenen Geschichte wird die Erzählung dynamisch und abwechslungsreich. Die Kapitel sind kurz und prägnant, was das Tempo des Buches erhöht und die Spannung kontinuierlich aufrechterhält. Ab etwa der Hälfte des Buches nimmt die Handlung so richtig Fahrt auf, und es fällt schwer, das Buch aus der Hand zu legen. Paula Steiner gelingt es, mit „Die Welt hat blaue Haare“ ein feministisches Statement zu setzen, das sowohl unterhält als auch zum Nachdenken anregt. Ihr Roman ist nicht nur ein Plädoyer für mehr Selbstbestimmung und gesellschaftliche Reflexion, sondern auch eine warmherzige und humorvolle Geschichte über das Erwachsenwerden und das Suchen nach dem eigenen Weg. Ein kluges, witziges und tiefgründiges literarisches Vergnügen, das man nicht verpassen sollte!

Dieses Buch hat mich sehr überrascht. Es kann viel mehr, als ich zunächst dachte. Es beginnt als queere Coming-of-Age Geschichte in Schweinfurt. Luisa ist 17 und lebt mit Mutter und Großmutter ("Entenoma") zusammen. Das Verhältnis zwischen Mutter und Tochter ist angespannt, die Entenoma ist suchtkrank. Luisa hat gerade ihren Freund Benno verlassen, direkt nach ihrem ersten Mal auf der Schultoilette. Sie kann nur an Dunja denken, ihre Mitschülerin mit den blauen Haaren. Die Geschichte beginnt mit einem Grillfest auf der mütterlichen Terrasse. Nachbarinnen, Onkel, Tante und Cousin sind gekommen und Luisa liest aus "ihrer Geschichte" vor: Ein Text, an dem sie schreibt, und der von Dunja handelt, in einem "fernen Land" mit "Wüstensand". Es beginnt ein Roman im Roman, abwechselnd befinden wir uns in Luisas Geschichte und in Schweinfurt. "Die Welt hat blaue Haare" ist fast eine Groteske, satirisch, ohne zynisch zu sein und spielt mit den vielleicht manchmal vorschnell getroffenen Urteilen der Lesenden. Der Roman macht richtig viel Spaß und tut an den richtigen Stellen weh. +++Hier kommt jetzt ein bisschen Spoiler+++ Paula Steiner schafft es, die Figuren plastisch werden zu lassen, auch wenn ich den "woken" Cousin leider nicht ganz so gelungen, etwas holzschnittartig fand. Aber seine Funktion ist wichtig, um zur tieferen Bedeutung von "Die Welt hat blaue Haare" vorzudringen. Denn die Autorin konnte ja schlecht voraussetzen, dass sich die Leser*innen bereits mit Rassismus und Konzepten wie White Saviourism auseinandergesetzt haben - Leider!!! Denn ich glaube, ich hätte den Roman noch viel stärker gefunden, wenn ich nicht regelmäßig mit der Nase auf bestimmte Aspekte gestoßen worden wäre. Ich verstehe aber auch, dass Paula Steiner es nicht riskieren wollte.
Beschreibung
Coming-of-Age in Schweinfurt
Eine Gesellschaftssatire über Instagram-Feminismus und sexuelle Identität.
Zwei Welten prallen aufeinander: das kleinbürgerliche Grillfest auf der Terrasse einer Doppelhaushälfte in Schweinfurt und das unkonventionelle Liebesfest auf der Ladefläche eines LKW in einem fremden, fernen Land. In einer Welt geht Luisa zur Schule und träumt von Dunja, obwohl sie mit Benno zusammen ist. In der anderen schreibt sich Luisa in den Strudel einer Geschichte.
Darin ist Dunja die Welt, trägt einen weißen Leinenanzug und hat blaue Haare. Beide begeben sich auf eine Reise, die Luisa zu ihrer Sexualität und zu sich selbst führt. Als sich die beiden Mädchen in der Wirklichkeit näherkommen, finden immer mehr Umstände aus Dunjas Leben in der Geschichte Einzug und Luisas Erzähldrang wird immer gewaltvoller. Bis ihre Geschichte schließlich Opfer in der echten Welt fordert.
Humorvoll blickt der Roman auf das konservatives Milieu und hinterfragt alte Rollenzuschreibungen – eine Geschichte der Befreiung.
Buchinformationen
Autorenbeschreibung
Paula Steiner studierte Drehbuch an der Filmuniversität Babelsberg und lebt in Berlin. Sie erhielt ein Stipendium für die Autor*innenwerkstatt am LCB Berlin und studierte am Literaturinstitut Hildesheim sowie an der Angewandten Sprachkunst in Wien. Sie veröffentlichte in Magazinen und Anthologien. »Die Welt hat blaue Haare« ist ihr erster Roman.
Beiträge
An einem Tag wie heute in Schweinfurt: Es wird ein Grillfest im Garten gefeiert, die Stimmung ist heiter, doch nicht für alle Teilnehmenden. Die 17-jährige Luisa ist einfach nur angenervt von ihrem gewöhnlichen Leben und von der Beziehung mit Benno. Daher träumt sie sich immer wieder an einen fernen Ort, bringt ihre Gedanken zu Papier und liest diese schließlich auf dem Familienfest vor. Big surprise – die Inhalte ihrer Geschichte sprengen die Familienveranstaltung und haben auch im Nachgang noch verheerende Folgen! In knackig kurzen Kapiteln überschlagen sich die Ereignisse. Paula Steiner liefert mit »Die Welt hat blaue Haare« richtig ab. In diesem Buch verschmelzen Realität und Fantasie. Protagonistin Luisa versucht, durch das Schreiben einer Geschichte, aus dem spießbürgerlichen Leben in Schweinfurt auszubrechen. In Luisas Werk geht es um ein Abenteuer, welches sie mit ihrer Klassenkameradin Dunja erlebt. Eine zentrale Rolle spielt die Erkundung der Welt und das sogar in mehrfacher Hinsicht. Während die Erkundung der realen Welt langweilig und ereignislos scheint, wird Luisas Geschichte zum Abenteuerspielplatz ihrer Gedanken. Dabei geht es um (sexuelle) Selbstfindung und es kommt zu einigen spicy situations. Geschrieben ist das Buch aus verschiedenen Erzählperspektiven. Während Paula Steiner ihre Protagonistin Luisa als Ich-Erzählerin zu Wort kommen lässt, schreibt Luisa ihre Geschichte in der 3. Person. Luisas Familienmitglieder agieren in stereotypen Rollenbildern. Ihre Mutter und die Mutter der Mutter, Luisas Oma, trinken bei jeder Gelegenheit mindestens einen Sekt und werden mit steigendem Pegel exponentiell unausstehlicher. Luisas Onkel entpuppt sich schnell als misogyner Boomer, der natürlich nicht merkt, dass seine Stammtischparolen beim Familiengrillen total alltagsrassistisch sind, auch die Tante geizt nicht mit alltagsrassistischen Sprüchen. Nur Luisas Cousin, ist der einzige, der sie versteht. Er gibt ihr mehr als nur einmal Denkanstöße und zeigt Luisa neue »feministische« Perspektiven auf. All diese Charaktere an einem Ort bilden selbstverständlich eine explosive Mischung. Bei »Die Welt hat blaue Haare« musste ich mich erstmal warmlesen, das dauert um die 50 Seiten. Die Story nimmt dann an Tempo zu und ich fliege nur so durch die Seiten. Im letzten Drittel wäre es untertrieben, meine Euphorie für das Buch als ›warm‹ zu betiteln – ›heiß‹ trifft es viel besser! Ich fühle komplett mit Luisa und wollte stellenweise gar nicht umblättern, aus Angst, die Protagonistin erlebt auf der nächsten Seite eine Enttäuschung. Vor allem die Annäherung an ihr Inneres und die Mutter-Tochter-Beziehungen bewegten mich sehr. »»Und, Roman fertig?« fragte der Onkel […] »Habe was gestrichen«, sage ich. »Es soll ja auch mal eine Geschichte ohne Männer geben«« (S. 29). »Die Welt hat blaue Haare« kickt dem Patriarchat literarisch total in den Allerwertesten und ist daher ein famoses, feministisches Debüt. I like! CN: rassistische, orientalische und queerfeindliche Aussagen, Alkoholkonsum.

„Die Welt hat blaue Haare“ von Paula Steiner ist ein beeindruckendes Debüt, das seine Leser*innen in eine faszinierende und hochaktuelle Coming-of-Age-Geschichte entführt. Die Handlung dreht sich um die 17-jährige Luisa, die sich in ihrem eintönigen Alltag gefangen fühlt und durch das Schreiben einer eigenen Geschichte versucht, aus ihrem spießbürgerlichen Leben in Schweinfurt auszubrechen. Dabei vermischt die Autorin geschickt Realität und Fantasie, was der Erzählung eine besondere Note verleiht. Luisa, die Protagonistin, ist eine facettenreiche und sympathische Figur, deren innere Konflikte und Wünsche sehr authentisch dargestellt werden. Ihre literarische Flucht aus der Realität führt zu spannenden und auch pikanten Situationen, die das Buch nicht nur unterhaltsam, sondern auch emotional berührend machen. Besonders beeindruckend ist die Art und Weise, wie Steiner komplexe Themen wie sexuelle Selbstfindung, gesellschaftliche Normen und die Auseinandersetzung mit Privilegien und Vorurteilen in die Handlung integriert. Dies geschieht ohne erhobenen Zeigefinger, sondern mit einer angenehmen Leichtigkeit und einem feinen Gespür für Humor. Die Charaktere in Luisas Umgebung sind bewusst klischeebehaftet, was der gesellschaftskritischen Satire zusätzlichen Nachdruck verleiht. Ihre Mutter und Großmutter, die sich im Sektkonsum verlieren, und ihr Onkel, der mit rassistischen Stammtischparolen um sich wirft, stellen die starren und oft veralteten Wertevorstellungen der älteren Generation dar. Luisas Cousin hingegen bietet einen erfrischenden Gegenpol und unterstützt Luisa dabei, ihre feministische Perspektive zu erweitern. Besonders gut gefallen hat mir die Erzählstruktur. Durch den Wechsel zwischen Luisas Ich-Perspektive und der dritten Person in ihrer eigenen Geschichte wird die Erzählung dynamisch und abwechslungsreich. Die Kapitel sind kurz und prägnant, was das Tempo des Buches erhöht und die Spannung kontinuierlich aufrechterhält. Ab etwa der Hälfte des Buches nimmt die Handlung so richtig Fahrt auf, und es fällt schwer, das Buch aus der Hand zu legen. Paula Steiner gelingt es, mit „Die Welt hat blaue Haare“ ein feministisches Statement zu setzen, das sowohl unterhält als auch zum Nachdenken anregt. Ihr Roman ist nicht nur ein Plädoyer für mehr Selbstbestimmung und gesellschaftliche Reflexion, sondern auch eine warmherzige und humorvolle Geschichte über das Erwachsenwerden und das Suchen nach dem eigenen Weg. Ein kluges, witziges und tiefgründiges literarisches Vergnügen, das man nicht verpassen sollte!

Dieses Buch hat mich sehr überrascht. Es kann viel mehr, als ich zunächst dachte. Es beginnt als queere Coming-of-Age Geschichte in Schweinfurt. Luisa ist 17 und lebt mit Mutter und Großmutter ("Entenoma") zusammen. Das Verhältnis zwischen Mutter und Tochter ist angespannt, die Entenoma ist suchtkrank. Luisa hat gerade ihren Freund Benno verlassen, direkt nach ihrem ersten Mal auf der Schultoilette. Sie kann nur an Dunja denken, ihre Mitschülerin mit den blauen Haaren. Die Geschichte beginnt mit einem Grillfest auf der mütterlichen Terrasse. Nachbarinnen, Onkel, Tante und Cousin sind gekommen und Luisa liest aus "ihrer Geschichte" vor: Ein Text, an dem sie schreibt, und der von Dunja handelt, in einem "fernen Land" mit "Wüstensand". Es beginnt ein Roman im Roman, abwechselnd befinden wir uns in Luisas Geschichte und in Schweinfurt. "Die Welt hat blaue Haare" ist fast eine Groteske, satirisch, ohne zynisch zu sein und spielt mit den vielleicht manchmal vorschnell getroffenen Urteilen der Lesenden. Der Roman macht richtig viel Spaß und tut an den richtigen Stellen weh. +++Hier kommt jetzt ein bisschen Spoiler+++ Paula Steiner schafft es, die Figuren plastisch werden zu lassen, auch wenn ich den "woken" Cousin leider nicht ganz so gelungen, etwas holzschnittartig fand. Aber seine Funktion ist wichtig, um zur tieferen Bedeutung von "Die Welt hat blaue Haare" vorzudringen. Denn die Autorin konnte ja schlecht voraussetzen, dass sich die Leser*innen bereits mit Rassismus und Konzepten wie White Saviourism auseinandergesetzt haben - Leider!!! Denn ich glaube, ich hätte den Roman noch viel stärker gefunden, wenn ich nicht regelmäßig mit der Nase auf bestimmte Aspekte gestoßen worden wäre. Ich verstehe aber auch, dass Paula Steiner es nicht riskieren wollte.






