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Psychologie des foules

3,6(102)
Sprache
Französisch
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Über das Buch

Editionen (1)

ISBN9783655227442
VerlagMVB E-Books
Erscheinungsdatum31.12.10

Rezensionen & Bewertungen

102 Bewertungen

20 Rezensionen

3,6

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  • edik777
    edik777

    140 Follower

    4,0

    Verständlich erklärt, warum Menschen in der Menge anders handeln

    Psychologie der Massen“ von Gustav Le Bon hat mich überrascht es ist wie eine Art Blick hinter die Kulissen menschlicher Dynamik. Beim Lesen hatte ich oft das Gefühl, eine präzise Anleitung in der Hand zu halten, wie sich Menschen in der Gruppe beeinflussen lassen, beunruhigend klar und faszinierend. Besonders als jemand ohne tiefes Vorwissen oder besser gesagt als Psychologie Leihe, empfand ich die Gedanken erstaunlich verständlich und greifbar. Ich konnte mir gut vorstellen, wie gerade Staatsführer oder Machthaber diese Einsichten nutzen, um Massen gezielt zu lenken.

    Verständlich erklärt, warum Menschen in der Menge anders handeln

    19. Nov. 2025

  • wirr
    wirr

    152 Follower

    Ein sprödes Werk, dass unbedingt historisch einzuordnen ist

    Wie bewertet man so ein Buch? Einerseits sind die Aussagen und Thesen stark veraltet und müssen unbedingt im Kontext der Zeit des Erscheinens (1895) betrachtet werden. Viele Aussagen sind aus heutiger Sicht so dermaßen rassistisch und sexistisch, dass es nicht verwunderlich ist, dass Goebbels und Hitler so viel Begeisterung für dieses Werk aufbringen konnten. Dass sie es aber so wirkungsvoll für eine ganze Propagandamaschinerie nutzen konnten, zeigt - und hier folgt mein andererseits - dass viele der aufgestellten Thesen durchaus nicht von der Hand zu weisen sind, wenn es um die Psychologie der Massen geht. Le Bon war einer der Begründer dieses Forschungszweiges und sein Einfluss ist bis heute erkennbar, da sich einige seiner zentralen Thesen noch erstaunlicher Aktualität erfreuen. Dan Hancox, ein britischer Journalist, bezeichnete LeBon als „proto-fascist“ und ich denke, da kann ich mitgehen. Doch wie es bei historischen Werken (z.B. auch bei Werken von Kant, Rousseau usw.) eben häufig der Fall ist, bringt es wenig Erkenntnis ein Werk rundheraus abzulehnen oder zu verleumden, wenn zwischen all dem was getrost weg kann, weil es glücklicherweise veraltet ist, auch sinnvolles Wissen enthalten ist. Die (stark vereinfachte) Grundthese des Buches lautet, dass der Mensch sich in der Masse anders verhält und das Individuum sich eben dieser in vielen Aspekten unterordnet. Die Masse ist weitaus einfacher zu bewegen und zu manipulieren als der Einzelne. Die aktuelle politische Weltlage, der Erfolg, den populistische Rattenfänger verzeichnen und nicht zuletzt die Abkehr von Faktenwissen unterstreichen die Gültigkeit einiger von Le Bons Thesen. Das finde ich insofern besonders interessant, dass sich der grundlegende Mechanismus menschlichen Verhaltens in der Masse offensichtlich nicht besonders weiterentwickelt hat. Technologisch mag der Fortschritt immens sein, aber gesellschaftlich? Die Lesbarkeit des Buches habe ich als spröde empfunden. Dieser Text ist nichts für nebenbei und zwischendurch, sondern erfordert durchaus geistige Anwesenheit. Ich habe mich außerdem oft gefragt, inwieweit die hier aufgestellten Thesen empirisch untermauert waren. In neuen Veröffentlichungen zum Thema liest man immer wieder, dass Forschung im Bereich der Massenpsychologie sich als eher schwierig erweist. Ich habe einen Kommentar zum Buch gelesen, der es eher als historisches und nicht als wissenschaftliches Werk einordnet und ich denke, dem stimme ich vollumfänglich zu. Ich fand es sehr interessant, dieses Werk zu lesen und kann es daher unter Berücksichtigung der oben genannten Kritikpunkte empfehlen.

    2. Juli 2026

  • karandi
    karandi

    245 Follower

    5,0

    Sollte man gelesenen haben

    Meiner Meinung nach ist dieses Buch ein absolutes Pflichtwerk – eines, das gerne auch in Schulen behandelt werden sollte. Es zeigt eindrücklich, wie das Denken eines Individuums durch die Zugehörigkeit zu einer Masse beeinflusst werden kann. Jeder Mensch weiß, wie wichtig Gemeinschaft ist. Natürlich geht man im Leben auch manchmal eigene Wege – ich würde mich selbst teilweise dazu zählen. Dennoch kann ein Mensch ohne soziale Kontakte psychisch krank werden. Dieses Buch macht jedoch deutlich, was passieren kann, wenn man aufhört, sich über sich selbst zu definieren, und sich nur noch über die Gruppe identifiziert, der man angehört. Viele der bekanntesten und zugleich grausamsten Diktatoren der Geschichte haben sich mit solchen Mechanismen beschäftigt – auch wenn dieses Buch keineswegs als Anleitung gedacht ist, um Massen zu manipulieren. Im Gegenteil: Es zeigt, wie – wie schon der Titel andeutet – die Psychologie innerhalb einer Masse funktioniert. Anhand erschreckender Beispiele, unter anderem aus dem 19. Jahrhundert, wird deutlich, wie Menschen fernab von gesundem Menschenverstand bereit sind, Unschuldige hinrichten zu lassen – und dabei noch glauben, etwas Gutes zu tun. Sie schenken Aussagen Glauben, ohne sie zu hinterfragen, und wählen oft den einfacheren Weg, anstatt kritisch zu prüfen, ob das Geschehen überhaupt gerechtfertigt ist. Eine Passage werde ich nicht vergessen: Es wird beschrieben, wie Frauen Bänke zurechtrücken, um bei einer Hinrichtung besser sehen zu können. In solchen Momenten fehlt jegliches Schuldbewusstsein, weil die Menschen so stark indoktriniert sind, dass sie sich selbst für die „Guten“ halten. Man muss dabei auch an das antike Rom und das Kolosseum denken. Dort war es fast schon eine Familienaktivität, Kämpfe und Hinrichtungen zu beobachten – und danach gemeinsam essen zu gehen. Gleichzeitig sahen sich viele dieser Menschen selbst als moralisch gut. So sehr kann die Wahrnehmung eines Menschen verzerrt werden, wenn die richtigen Einflüsse wirken. Genau hier setzt dieses Buch an: Es regt dazu an, eigene Entscheidungen zu hinterfragen. Gemeinschaft ist wichtig – aber nicht um jeden Preis.

    3. Apr. 2026

3 von 20 Rezensionen

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