Blick ins Buch

Der Fluss und das Meer Erzählungen | Von der Autorin des Bestsellers "Sie kam aus Mariupol"

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Über das Buch

Meisterhaft und mit großer Dringlichkeit erzählt Natascha Wodin vom Fremdsein im eigenen Leben und schenkt ihren Figuren eine Heimat in der Literatur.

«Hat sie Muscheln am Strand gesammelt, den schreienden Möwen nachgeschaut und im Sand gelegen?» In der Titelgeschichte von Natascha Wodins neuem Buch zieht die Erzählerin eine Spur von Mariupol am Asowschen Meer, an dem ihre Mutter aufwuchs, bis hin zur Regnitz in Franken, dem Fluss, in dem diese sich das Leben nahm. In einer anderen Geschichte beobachtet sie ihre Nachbarin, die in ihrem baufälligen Haus buchstäblich verfault, und andernorts, auf Sri Lanka, begegnet sie extremem sozialen Elend und einer bedrohlichen, alles verschlingenden Natur. Zurück in Deutschland, geht es um das Schicksal eines Unbekannten, der als psychisch kranker Patient entmündigt in einer Klinik im Fichtelgebirge lebt. Dorthin, «in die dunkelsten deutschen Wälder», schickt die Erzählerin ihm eine Nachricht, und es entwickelt sich eine Brieffreundschaft, dann eine Liebe, deren Anker die verbindende, rettende Kraft der Musik ist.

Natascha Wodin führt uns auf die Nachtseite des Lebens, zu den Außenseitern, den Einsamen, den Verwundeten.«Ihr Schreiben ist ein Joint Venture aus gewaltigem Schmerz und ungeheurer Kraft, von Verletzung, Lebenswillen, Angst und Wut und Dazugehörigkeitsverlangen.» Arnold Stadler

«Natascha Wodins Bücher fragen, hinterfragen, suchen und entwickeln eine Erzählhaltung ganz eigener Art, deren Sog den Leser in den Glutkern politischer und menschlicher Abgründe führt.» Jury des Joseph-Breitbach-Preises

Editionen (3)

ISBN9783644017856
VerlagRowohlt E-Book
Erscheinungsdatum12.12.23
Seitenzahl17

Rezensionen & Bewertungen

19 Bewertungen

5 Rezensionen

4,0

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  • norinka
    norinka

    172 Follower

    5,0

    Natascha Wodin kann sooo gut schreiben! So poetisch, so schön.

    Es ist mein viertes Buch von Natascha Wodin. Und ich wollte es erst nicht lesen, weil ich kurz Geschichten nicht mag. Aber sie schreibt so unfassbar schön dass ich manche Setze mehrfach lesen musste, weil sie so schreibt wie sie schreibt. Ich hoffe auf noch ganz viele Bücher von ihr.

    11. Nov. 2024

  • _butterblume_
    _butterblume_

    594 Follower

    5,0

    "Als hätte ich meine Vergangenheit erfunden, als hätte es die schwermütige, heimwehkranke junge Ukrainerin nie gegeben, die ich für meine Mutter hielt und die eines Tages fortgegangen und nicht wiedergekommen war." "Ich liege da und warte auf den Moment, in dem meine Sehnsucht nach dem Meer die Angst übersteigen wird, ich warte selbst im Schlaf, in dem ein Licht in meinem Kopf brennt, ein kleines Nachtlicht am Rand des Schlafs, vielleicht eine Notbeleuchtung oder ein Wecklicht, damit ich den Augenblick nicht verpasse, in dem ich mich auf den Weg machen muss, den Weg zum Meer, das ich zum letzten Mal vor so langer Zeit in Les Sables-d'Olonne gesehen habe." In diesem autofiktionalen Buch mit fünf Erzählungen beschreibt Natascha Wodin verschiedene Lebensabschnitte an verschiedenen Orten zu unterschiedlichen Zeiten. Jede einzelne Lebensphase hat sie geprägt und geformt zu der Frau, die auf der Suche nach sich selbst ist, weil sie sich in ihrem eigenen Leben verloren hat. Sie erzählt von den Schattenseiten ihres Lebens, von Selbstzweifeln und dem Wunsch einfach nur dazu zugehören. Ein sprachgewaltiges, schonungslos ehrliches Buch in einer bildhaften Sprache, die mich sofort gefangen genommen hat. Von mir gibt es eine ganz klare Leseempfehlung ⭐

    16. Jan. 2025

  • ancla_books4life
    ancla_books4life

    214 Follower

    5,0

    Fremdsein im eigenen Leben, ein Unikat!

    **** Worum geht es? **** Eine Reise durch die Zeit, eine Reise durch das innere Fremdsein und eine Reise entlang außerordentlicher Orte und außerordentlicher Bekanntschaften. Eine Erzählerin, ein Leben, ein Ende: von Mariupol, über die Liebe zur Musik, dem Hunger in Sri Lanka, der Inneren Leere und Verdorbenheit bis zur Regnitz in Franken begleitet der Leser die Entwicklung dieses Fremdseins in einem selbst und die daraus resultierende Verzweiflung. **** Mein Eindruck **** Sachlich und verzweifelnd berichtet die Autorin in 5 Kurzgeschichten von den Schattenseiten des Lebens und hat mich mit der Erzählerin auf ganz eigene Weise mitfühlen lassen. Trotz Dramatik empfand ich kein Mitleid, sondern echtes Interesse an den Sichtweisen und Gefühlen, die mir selbst so fremd, doch auch teils so nah sind. Das sich innere Fremdsein bekommt hier eine Vielzahl an Schichten und eine besondere Stimme, dabei rede ich nicht von der Hörbuchsprecherin, die ebenfalls vom Stil und Klang sehr gut zum Inhalt passte. Unterschiedlich intensiv erlebte ich die 5 Geschichten, langweilig wurde es nie, auch wenn hier kein Spannungsbogen oder ähnliches aufgebaut wird. Das Erzählen des Erlebten, sowie die inneren Gefühle der Erzählerin, sowie ihr Handeln darauf stehen im Zentrum und bedürfen keiner Dramaturgie. Der Schreibstil und der Aufbau der einzelnen Geschichten ist in sich stringent und anspruchsvoll, der Situation angemessen, formuliert. Hier kann man viel über sein Inneres und die Zwischenmenschlichkeit lernen, die Erzählerin setzt hier ganz eigene Normen. **** Empfehlung? **** Eine Erzählung ganz besonderer Art, die aufgrund des Stils eher für die anspruchsvolle Leserschaft, Menschen mit ähnlichen Empfindungen oder Interessierten geeignet ist.

    1. Jan. 2024

3 von 5 Rezensionen

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