Blick ins Buch

Romane

Die Liebeshandlung

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Über das Buch

Amerika, Anfang der achtziger Jahre, ein College an der Ostküste. Madeleine Hanna, begeisterte Leserin von Roland Barthes, schreibt eine literaturwissenschaftliche Arbeit über die «Liebeshandlung» viktorianischer Romane. Während sie über den uralten Beweggründen des menschlichen Herzens brütet, bricht das wirkliche Leben in Gestalt zweier junger Männer über sie herein. Leonard Bankhead, charismatischer Einzelgänger mit scheinbar unerschöpflichem Elan, taucht Tabak kauend in einem Semiotik-Seminar auf, und schon bald verstrickt sich Madeleine in eine erotisch und intellektuell aufgeladene Beziehung. Zur selben Zeit lässt sich ihr alter Freund Mitchell Grammaticus wieder blicken, besessen von dem Gedanken, Madeleine sei für ihn bestimmt und er für sie. Wenig später, den Collegeabschluss in der Tasche, werden alle drei gezwungen, vieles in neuem Licht zu sehen. Leonard und Madeleine ziehen in die malerische Dünenlandschaft von Cape Cod; Mitchell, in Gedanken oft bei Madeleine, reist mit einem Rucksack voller Bücher über christliche Mystik bis nach Indien, stellt sich den Fragen nach dem Sinn des Lebens, der Existenz Gottes und dem, was Liebe ist. Gibt es die großen Liebesgeschichten des 19. Jahrhunderts nicht mehr, heute, in Zeiten von sexueller Freiheit, Eheverträgen, Scheidungen? Indem Jeffrey Eugenides eine totgeglaubte Tradition erneuert, meldet er sich als einer der bedeutendsten Autoren der amerikanischen Gegenwartsliteratur zurück.

Editionen (5)

ISBN9783644014916
VerlagROWOHLT E-Book
Erscheinungsdatum18.10.11
Seitenzahl624

Rezensionen & Bewertungen

34 Bewertungen

1 Rezensionen

3,6

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  • yesheisreading
    yesheisreading

    3 Follower

    3,0

    Gut - und auch wieder nicht

    Der Roman von Jeffrey Eugenides spielt Anfang der 80er im Milieu der amerikanischen Ostküsten-Colleges. Die Hauptfiguren sind die Literaturstudentin Madeleine, der Biologiestudent Lennart und Mitchell, der sich vor allem für Religionswissenschaften interessiert. Madeleine kommt aus sehr gutem Haus und verliebt sich in den bipolaren Lennart, macht mit ihm unterschiedliche Phasen der Krankheit durchb und heiratet ihn schließlich. Mitchell ist hoffnungslos in Madeleine verliebt und sucht sein Glück nach dem Collage in Europa und Indien. Alle drei suchen sich und ihren Weg durchs Leben. So weit, so gut. Es ist auch durchaus spannend, zu erfahren, wie die drei Schicksale zusammenkommen, wieder auseinandergehen, miteinander kämpfen und auch mit sich selbst. Interessant ist auch zu erfahren, wie das Leben an der Ostküste in den USA der Achtzigerjahre gewesen ist, man bekommt einen sehr guten Einblick in diese Zeit. Die Figuren selbst sind differenziert gezeichnet, trotzdem kommen sie mir manchmal sehr klischeehaft vor. Dass man als Leserin für die Hauptfiguren nicht nur Sympathie empfindet, ist ja durchaus erwünscht, aber die Darstellung von Beziehungen zwischen Männern und Frauen zu jener Zeit wirken aus heutiger Perspektive sehr unfeministisch, obwohl Madeleine so sehr an Frauenthemen interessiert ist; ich bin mir nicht sicher, ob der Autor sich dessen auch bewusst ist. In vielen Bereichen wirkt die Geschichte stark männlicher Perspektive erzählt , was mMn anders intendiert worden ist. Außerdem wird meine Irritation in Bezug auf US-AmerikanerInnen durch den Roman noch verstärkt. Aber das ist vermutlich meine eigene Projektion. Sprachlich ist das Buch auch gut, schöne Sätze, wirklich angemessene Wortwahl, viele Verweise auf die Größen der Literatur, Philosophie, Sprachwissenschaft und Religionswissenschaft. Für mich war es auch ein bisschen ein Eintauchen in die Geisteswissenschaften der Achtzigerjahre. Dieser Roman ist ein unterhaltsames Buch, gut zu lesen, leicht zu verstehen, aber wenig tiefgründig , stellenweise banal, eine gute Ferienlektüre. Bei mir wird dieser Roman keinen nachhaltigen Eindruck hinterlassen.

    2. Mai 2026

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