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"Wabi Sabi", murmelte Haruka. "Das gehört zur japanischen Kultur. Es ist die Bewunderung für Dinge, die nicht perfekt oder fertig sind, und das genau ist ihr Zauber. Man akzeptiert den Wert von Dingen - von einem alten Topf, einem alten Menschen - und versteht, dass diese Dinge und diese Menschen ihre eigene Weisheit besitzen, weil sie vieles gesehen haben. Sie haben einen Wert." (S. 136)
Wenn man dieses Buch zur richtigen Zeit liest (so wie ich jetzt, passend zur Kirschblütenzeit) entfaltet es eine ganz wunderbare Magie. Die Atmosphäre ist Julie Caplin wirklich hervorragend gelungen. Es hat unglaublich viel Spaß gemacht, tiefer in die japanische Kultur einzutauchen; ich habe beim Lesen tatsächlich noch einiges gelernt. Für alle, die Fernweh nach Japan haben oder einfach eine "Cosy Time"-ähnliche Wohlfühlatmosphäre suchen , ist das Setting eine glatte Eins mit Sternchen. Leider konnte die Liebesgeschichte für mich nicht ganz mit dem Setting mithalten. Am Anfang hat es zwischen den Protagonisten ziemlich "gehackt". Das Grundproblem für mich war das Lehrer-Schüler-Verhältnis. Auch wenn sie sich Jahre später als Erwachsene wiederbegegnen, blieb diese Dynamik im Hinterkopf immer präsent und etwas schwierig zu greifen. Zwar fand ich Gabes Reaktion auf die Vergangenheit anfangs noch sehr gut und nachvollziehbar, aber im weiteren Verlauf haben mich einige Punkte gestört... Gabe wurde für meinen Geschmack viel zu sehr glorifiziert und auf ein Podest gestellt. Egal was passierte, er wirkte fast unantastbar. Während er verherrlicht wurde, kam Fiona als Hauptcharakterin oft nicht so gut weg. Ich hätte mir hier deutlich mehr "Female Empowerment" gewünscht. Es ist schade, wenn die weibliche Hauptfigur neben einem so dominant (und fast schon zu perfekt) beschriebenen Mann blass wirkt oder schlechter geschrieben ist. Der kleine Teeladen in Japan ist ein Buch, das man definitiv lesen kann – besonders, wenn man Lust auf eine Reise nach Japan hat. Die kulturellen Einblicke und die jahreszeitliche Stimmung sind perfekt, um sich wegzuträumen. Wer allerdings Wert auf eine ausgewogene, moderne Liebesdynamik auf Augenhöhe legt, könnte hier (wie ich) an seine Grenzen stoßen. Ein netter Schmöker für zwischendurch, dem ein bisschen mehr Fokus auf eine starke Protagonistin gutgetan hätte.

6. Apr. 2026
"Wabi Sabi", murmelte Haruka. "Das gehört zur japanischen Kultur. Es ist die Bewunderung für Dinge, die nicht perfekt oder fertig sind, und das genau ist ihr Zauber. Man akzeptiert den Wert von Dingen - von einem alten Topf, einem alten Menschen - und versteht, dass diese Dinge und diese Menschen ihre eigene Weisheit besitzen, weil sie vieles gesehen haben. Sie haben einen Wert." (S. 136)
Wenn man dieses Buch zur richtigen Zeit liest (so wie ich jetzt, passend zur Kirschblütenzeit) entfaltet es eine ganz wunderbare Magie. Die Atmosphäre ist Julie Caplin wirklich hervorragend gelungen. Es hat unglaublich viel Spaß gemacht, tiefer in die japanische Kultur einzutauchen; ich habe beim Lesen tatsächlich noch einiges gelernt. Für alle, die Fernweh nach Japan haben oder einfach eine "Cosy Time"-ähnliche Wohlfühlatmosphäre suchen , ist das Setting eine glatte Eins mit Sternchen. Leider konnte die Liebesgeschichte für mich nicht ganz mit dem Setting mithalten. Am Anfang hat es zwischen den Protagonisten ziemlich "gehackt". Das Grundproblem für mich war das Lehrer-Schüler-Verhältnis. Auch wenn sie sich Jahre später als Erwachsene wiederbegegnen, blieb diese Dynamik im Hinterkopf immer präsent und etwas schwierig zu greifen. Zwar fand ich Gabes Reaktion auf die Vergangenheit anfangs noch sehr gut und nachvollziehbar, aber im weiteren Verlauf haben mich einige Punkte gestört... Gabe wurde für meinen Geschmack viel zu sehr glorifiziert und auf ein Podest gestellt. Egal was passierte, er wirkte fast unantastbar. Während er verherrlicht wurde, kam Fiona als Hauptcharakterin oft nicht so gut weg. Ich hätte mir hier deutlich mehr "Female Empowerment" gewünscht. Es ist schade, wenn die weibliche Hauptfigur neben einem so dominant (und fast schon zu perfekt) beschriebenen Mann blass wirkt oder schlechter geschrieben ist. Der kleine Teeladen in Japan ist ein Buch, das man definitiv lesen kann – besonders, wenn man Lust auf eine Reise nach Japan hat. Die kulturellen Einblicke und die jahreszeitliche Stimmung sind perfekt, um sich wegzuträumen. Wer allerdings Wert auf eine ausgewogene, moderne Liebesdynamik auf Augenhöhe legt, könnte hier (wie ich) an seine Grenzen stoßen. Ein netter Schmöker für zwischendurch, dem ein bisschen mehr Fokus auf eine starke Protagonistin gutgetan hätte.
6. Apr. 2026







