
433 Follower
Der historische Krimi um das Verschwinden des Verfassungsschutzpräsidenten Otto John bietet solide Recherche zur Adenauer-Ära, leidet jedoch unter vorhersehbarer Handlung und schwacher Charakterentwicklung.
“Ein Präsident verschwindet” ist der zweite Band der Reihe um Kommissar Philipp Gerber. Als Fortsetzung des ersten Teils knüpft die Geschichte an bereits bekannte Charaktere an, was für Kontinuität sorgt. Der Roman hat mich anfangs durchaus neugierig gemacht. Die Idee, einen realen historischen Fall - das mysteriöse Verschwinden eines Verfassungsschutzpräsidenten - als Grundlage für einen Krimi zu nehmen, fand ich vielversprechend. Doch leider konnte der Autor das Potenzial nicht voll ausschöpfen. Was mich störte, waren häufige Entscheidungen der Hauptfigur Philipp Gerber , die für mich als Leser nicht nachvollziehbar sind. Warum er beispielsweise bestimmten Personen blind vertraut und andere ohne erkennbaren Grund verdächtigt, bleibt oft im Dunkeln. Auch die Liebesgeschichte wirkt aufgesetzt und trägt wenig zur Handlung bei. Was mir beim Lesen gut gefallen hat war die Atmosphäre der 1950er Jahre. Diese ist gut eingefangen. Man spürt die Spannungen der Nachkriegszeit, die Unsicherheit der Menschen und die politischen Machtkämpfe. Diese historische Kulisse ist definitiv einer der Pluspunkte des Buchs. Für mich eignet sich das Buch, gut für eine entspannte Urlaubslektüre oder für Lesestunden am Wochenende. Es ist solide geschrieben und unterhält durchaus, erreicht aber nie die Qualität eines wirklich packenden Thrillers. Wer seine Erwartungen nicht zu hoch schraubt, wird mit “Ein Präsident verschwindet” ein paar angenehme Lesestunden verbringen können. Als Fazit vergebe ich drei Sterne - ein durchschnittlicher historischer Krimi, der weder besonders positiv noch negativ aus der Masse heraussticht.
5. Nov. 2024
Der historische Krimi um das Verschwinden des Verfassungsschutzpräsidenten Otto John bietet solide Recherche zur Adenauer-Ära, leidet jedoch unter vorhersehbarer Handlung und schwacher Charakterentwicklung.
“Ein Präsident verschwindet” ist der zweite Band der Reihe um Kommissar Philipp Gerber. Als Fortsetzung des ersten Teils knüpft die Geschichte an bereits bekannte Charaktere an, was für Kontinuität sorgt. Der Roman hat mich anfangs durchaus neugierig gemacht. Die Idee, einen realen historischen Fall - das mysteriöse Verschwinden eines Verfassungsschutzpräsidenten - als Grundlage für einen Krimi zu nehmen, fand ich vielversprechend. Doch leider konnte der Autor das Potenzial nicht voll ausschöpfen. Was mich störte, waren häufige Entscheidungen der Hauptfigur Philipp Gerber , die für mich als Leser nicht nachvollziehbar sind. Warum er beispielsweise bestimmten Personen blind vertraut und andere ohne erkennbaren Grund verdächtigt, bleibt oft im Dunkeln. Auch die Liebesgeschichte wirkt aufgesetzt und trägt wenig zur Handlung bei. Was mir beim Lesen gut gefallen hat war die Atmosphäre der 1950er Jahre. Diese ist gut eingefangen. Man spürt die Spannungen der Nachkriegszeit, die Unsicherheit der Menschen und die politischen Machtkämpfe. Diese historische Kulisse ist definitiv einer der Pluspunkte des Buchs. Für mich eignet sich das Buch, gut für eine entspannte Urlaubslektüre oder für Lesestunden am Wochenende. Es ist solide geschrieben und unterhält durchaus, erreicht aber nie die Qualität eines wirklich packenden Thrillers. Wer seine Erwartungen nicht zu hoch schraubt, wird mit “Ein Präsident verschwindet” ein paar angenehme Lesestunden verbringen können. Als Fazit vergebe ich drei Sterne - ein durchschnittlicher historischer Krimi, der weder besonders positiv noch negativ aus der Masse heraussticht.
5. Nov. 2024






