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Romane

Zugvögel wie wir

4,2(9)
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Über das Buch

Eine Frau auf dem Weg zu sich selbst

Evas Leben scheint immer kleiner und enger zu werden. Der Traum von einer Karriere als Musikerin zerbrach schon früh, ihre Ehe ist lange vorbei und von ihrer Tochter lebt sie entfremdet. Umso überraschter reagiert ihr Umfeld, als Eva im Schwedenurlaub einer spontanen Eingebung folgt: Sie wird dem Weg der Kraniche nach Frankreich folgen, ausgerüstet nur mit Fahrrad und Zelt! Der verrückte Plan wird zum Rettungsanker, die Begegnungen auf ihrer Reise – mit der Natur, mit fremden Menschen – lassen Eva die Welt mit anderen Augen sehen. Doch wird es ihr auch gelingen, sich selbst neu zu begegnen?

Einfühlsam und mitreißend erzählt Julia Dibbern über zweite Chancen und neue Möglichkeiten, die uns das Leben unverhofft schenkt.

Editionen (1)

ISBN9783641328290
VerlagLimes
Erscheinungsdatum11.03.26
Seitenzahl304

Rezensionen & Bewertungen

9 Bewertungen

6 Rezensionen

4,2

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  • 5,0

    "Über mir die Vögel und hier auf der Erde ich, die ich mit ihnen fliege." Eva ist an einem Punkt in ihrem Leben angekommen an dem sie nicht so recht weiter weiß. Ihre Ehe schon vor Jahren gescheitert und ihre Tochter hat sich von ihr zurückgezogen. Die Musikkarriere hat sie schon aufgegeben, als Sophie noch klein war. Einzig Luise, Evas beste Freundin seit Kindertagen, bietet Halt. Bei einem Besuch bei ihr in Schweden findet Eva einen jungen, verletzten Kranich und mit ihm beginnt eine aufregende Reise, nicht nur den Kranichen hinterher. Mit einem alten Dreigang-Fahrrad, einem Zelt und großer Unsicherheit im Gepäck macht sich Eva auf eine Roadtour durch verschiedene Länder, immer der kleinen Selma, dem Kranichmädchen hinterher. Doch was als Begleitung der Kraniche beginnt, wird schon bald zu einer Reise zu sich selbst. Durch Wind und Wetter, mit tollen Begegnungen, mal weinend, mal lachend, überdenkt sie Vergangenes. Besonders die Entfremdung zu ihrer Tochter erfüllt sie mit Trauer. Durch Rückblicke erfahren wir immer mehr darüber. Trost und Bereicherung findet sie in der Natur und im Schaffen zuvor Undenkbarem. 80 Kilometer am Tag fahren, Reifen reparieren, offen auf Menschen zugehen. Sie lädt sich eine App herunter um Vogelgezwitscher bestimmen zu können (ist das so ein Ding wenn man älter wird? Habe ich auch letzten Sommer gemacht). "Manchmal vergesse ich fast, warum ich diese Reise mache - das ich eigentlich einen jungen Kranich begleite." .... "Und ich bilde mir ein, sie alle sehen sofort was ich bin. Eine mittelalte Frau auf einem mittelalten Fahrrad, die sich etwas vorgenommen hat, dass sehr viel zu groß für sie ist." Mit jedem Kilometer wächst ihr Vertrauen in die Menschen und ihr Zutrauen in sich selbst. Und hätte ich nicht eine Freundin, die mehrmals im Jahr Fahrradtouren unternimmt und dabei die tollsten Menschen trifft und bewegende Begegnungen hat, ich hätte der Geschichte vielleicht nicht glauben können. Was bin ich froh, zwei Tage am Stück quasi durchweg lesen zu können und das Buch in einem Rutsch zu genießen, inklusive Tränen am Schluss. Sehr, sehr große Leseempfehlung 💙💙💙

    16. März 2026

  • joolte_hoert
    joolte_hoert

    160 Follower

    4,0

    Eine Geschichte, die ganz leise und gemächlich immer mehr Raum einnimmt... Eva ist Mitte Fünfzig, ist seit langer Zeit geschieden und ist mit ihrem Leben mehr als unzufrieden. Einer spontanen Eingebung folgend, peppelt sie einen jungen Kranich wieder auf, bindet ihm einen Sender um und folgt ihm mit dem Fahrrad nach Frankreich. Von Schweden aus ist das eine ganz schön lange Reise. Aber was hat sie schon zu verlieren? Evas Gedanken nehmen von Kapitel zu Kapitel immer mehr Raum ein. Das Verhältnis zu ihrer Tochter ist überaus schwierig. Der Kontakt war lange Zeit auf Eis gelegt und so fällt es ihr schwer, die richtigen Worte zu finden als sie sie über ihre Reise informieren will. Sie schreibt, und löscht. Sie schreibt, und löscht wieder. Mit der Zeit gibt es Rückblicke in deren Vergangenheit und es wird deutlich, weshalb das Verhältnis zu verfahren ist. Die Autorin schreibt dies sehr eindrücklich und echt. Ich habe mich an einigen Stellen wiedergefunden. Eva fährt mit dem Rad immer weiter, erlebt Dinge die sie nicht mehr für möglich gehalten hat. Ihr begegnen Menschen, die einfach ihr Ding machen und dabei ein so großes Herz haben. Es lässt Eva umdenken. Auch ihre Leidenschaft zur Musik wird deutlich. Das Lesen hatte etwas melancholisches, ruhiges, herzerwärmendes und entspanntes. Wo ich zu Beginn noch Schwierigkeiten hatte mich drauf einzulassen und in das Geschehen hineinzufinden, so war dies nach einem Drittel schon wieder vergessen. Mir hat "Zugvögel wie wir" sehr gut gefallen und ich empfehle es gerne weiter.

    31. März 2026

  • anja._liest
    anja._liest

    332 Follower

    5,0

    Evas Ehe ist gescheitert, zu ihrer Tochter hat sie kaum noch Kontakt, aus ihrem Traum Musikerin zu sein wurde auch nichts. Sie fühlt sich einsam und weiß nicht so richtig wohin mit sich. Bei einem Kurzbesuch bei ihrer Freundin Luise trifft sie eine spontane Entscheidung. Sie wird den Kranichen auf den Weg nach Frankreich mit dem Fahrrad folgen. Auf ihrer Reise trifft sie interessante Menschen und muss auch viel Zeit mit sich allein verbringen. Sie erlebt Einsamkeit, die Sehnsucht nach ihrer Tochter quält sie. Kann sie sich selbst aushalten? Und wie will sie zukünftig leben? Ein ruhiger, einfühlsamer Roman über das Leben. Sich leicht fühlen, entspannt, das wollen ja die meisten Menschen. Doch wem gelingt das schon richtig gut? Viel zu viele Sorgen und Probleme kreisen in unseren Köpfen. Unausgesprochene Erwartungen, hohe Ansprüche. Das macht es nicht leichter. Das Leben hat Spuren hinterlassen. Unsere Protagonistin entscheidet spontan aus dem Bauch raus. Möchte eigentlich nur den Kranichen folgen. Doch was sie erlebt, ist so viel mehr als das. Sie muss sich mit sich auseinandersetzen, sich hinterfragen. Durch Vertrauen ins Leben und viel Mut lernt sie ganz langsam und fast nebenbei einfach zu sein, die Wunder des Lebens zuzulassen. Der Schreibstil ist ganz leicht und flüssig, manchmal fast poetisch. Es liest sich richtig gut. Atmosphärisch schwanken wir hier zwischen tollen Naturbeschreibungen, Aufbruchstimmung aber auch Angst vor dem was kommt. Auch die Story hat mir richtig gut gefallen. Ob es jetzt realistisch ist, mit dem Fahrrad ungeübt so eine weite Strecke zu fahren, darüber lässt sich sicher streiten. Aber warum eigentlich nicht? Das Leben schreibt ja bekanntlich die schönsten Geschichten. Ein Roman, der Mut macht, wenn manchmal alles aussichtslos erscheint. Empfehle ich euch sehr gern weiter.

    13. März 2026

3 von 6 Rezensionen

Autorin / Autor

Über Julia Dibbern

Julia Dibbern, geboren 1971, bekam die Liebe zur Natur und zum Meer in die Wiege gelegt. Nach dem Architekturstudium und der Ausbildung zur Journalistin schrieb sie viele Jahre lang Sachbücher und leitete eine Erwachsenenbildungsakademie. Ihre Bücher wurden in verschiedene Sprachen übersetzt. Sie lebt mit ihrer Familie und einer wechselnden Anzahl von Tieren vor den Toren Hamburgs am Deich.

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