Blick ins Buch

Biografien

Albrecht Weinberg - »Damit die Erinnerung nicht verblasst wie die Nummer auf meinem Arm«

4,9(100)
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Über das Buch

Die wahre Geschichte von einem Versprechen, das stärker ist, als der Hass und das Vergessen

116927: Die Nummer, die Albrecht Weinberg noch immer auf seinem Unterarm trägt, mit 99 Jahren, ist mit den Jahrzehnten verblasst. Glasklar dagegen sind seine Erinnerungen. An seine Jugend, das Aufkommen der Nazis, an Freunde, die plötzlich keine mehr waren, daran, wie er seine Familie verlor. Und an Friedel. Seine Schwester, mit der er sich das Versprechen gab, sie würden für immer aufeinander achtgeben.

Gemeinsam entkommen sie dem Holocaust und emigrieren in die USA. Jahrzehnte später, als es Friedel schlechter geht, reisen die beiden wieder zurück nach Deutschland. Dort begleitet Albrecht seine Schwester bis zu ihrem Tod und lernt dabei deren Pflegerin Gerda kennen. Erst vor ihr öffnet sich Albrecht und beginnt, Gerda von seinem Leben zu berichten. Er erzählt von seiner Geschichte. Von seinem Glauben an das Gute, trotz allem. Und von dem Versprechen zu überleben. Damit die Erinnerung weiterlebt.

Der Journalist Nicolas Büchse lernte den damals 97-Jährigen Albrecht Weinberg auf seiner letzten großen Reise nach Israel kennen, entwicklete eine tiefe Freundschaft zu ihm und hat seine berührende Lebensgeschichte aufgeschrieben. Albrecht Weinberg verstarb am 12.05.2026 im Alter von 101 Jahren.

Mit Bildteil.

Editionen (1)

ISBN9783641316181
VerlagPenguin
Erscheinungsdatum14.02.24
Seitenzahl288

Rezensionen & Bewertungen

100 Bewertungen

33 Rezensionen

4,9

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  • 5,0

    Jüdisches Leben vor, während und nach dem Holocaust

    Ich finde solche Bücher immer wieder gut, um sich für gesellschaftliche Diskurse und Verschiebungen zu resensibilisieren. Es darf nicht in Vergessenheit geraten, was passiert, wenn man Menschen nach ihrer Identität in mehr oder weniger wert und würdevoll einteilt. Auch damals geschah das nicht von heute auf morgen, sondern sukzessive. Albrecht Weinberg hat sein Bundesverdienstkreuz zurückgegeben, nachdem es diese Abstimmung im Bundestag von CDU, FDP und AfD gab. Er war und ist den größten Teil seines Lebens damit vertraut, was es im schlimmsten Fall bedeutet, wenn wir Menschenwürde nicht achten. Lassen wir es uns eine Mahnung sein. Lassen wir das nicht weiter einreißen!

    21. Aug. 2025

  • 4,0

    Ein höchst emotionaler Einblick in das Leben eines Holocaust-Überlebenden

    𝗥𝗲𝘇𝗲𝗻𝘀𝗶𝗼𝗻: ⭐️⭐️⭐️⭐️ - »Du kannst beinahe hundert Jahre alt werden und du bekommst Auschwitz nicht aus dem Kopf. Es wird dich nie verlassen, in deinen Albträumen, in deinen Tagträumen, an jedem Tag in deinem Leben danach«. - Ich habe eine Schwäche für solche Bücher, denn sie zeigen mir immer wieder aufs Neue, was ich für ein Glück habe, ein so tolles, privilegiertes und friedliches Leben führen zu dürfen. Solche Biografien von Zeitzeugen erinnern mich daran, wie lebenswert mein Leben ist. Wie dankbar ich für meine Familie sein kann. Wie es nicht selbstverständlich ist, ein Dach über meinen Kopf als mein Zuhause bezeichnen zu können. Wie nebensächliche Dinge, wie z.B. Internet, Fernsehen, Social Media etc., einfach nicht lebensnotwendig sind. Und wie leicht es heutzutage eigentlich sein kann, ein unbeschwertes und glückliches Leben zu führen. Das Leben von Albrecht Weinberg, was in diesem Buch beschrieben wird, war nichts davon. Es war schwer, es war mühselig, es war verstörend und es war sehr berührend. Das Buch hat zwar „nur“ 288 Seiten, doch es ist kein leichter Inhalt, den man einfach nur so nebenbei lesen kann. Es hat mich zutiefst berührt und mich wortlos zurückgelassen. Ich finde es wichtig, solchen Leben eine Stimme zu geben, damit sie nicht in Vergessenheit geraten. Alles in allem ein super emotionales Buch. Als kleinen Kritikpunkt kann ich lediglich den Schreibstil benennen. Dieser ist etwas schwerfällig zu lesen, durch viele Wort-Wiederholungen sowie den stetigen Wechsel zwischen Gegenwart und Vergangenheit. Diese sind etwas irreführend.

    Ein höchst emotionaler Einblick in das Leben eines Holocaust-Überlebenden

    24. März 2026

  • susesbuecherregal
    susesbuecherregal

    148 Follower

    5,0

    Keine Sterne da Erfahrungsbericht

    Ich habe schon unzählige Erfahrungsberichte aus dieser Zeit gelesen und immer wieder berührt es mich zu tiefst und ich bin traurig und schockiert. Dieses Buch jedoch besticht nochmal durch seinen sehr emotionalen Erzählton. Man merkt in jeder Zeile die Emotionen und Gefühle. . Ein Leben wie das des Autors ist unbeschreiblich und wirft wieder die Frage auf „was kann ein Mensch alles ertragen?“ Für mich sind diese Erfahrungsberichte so wichtig, es darf einfach nie vergessen werden. . Die tiefe Bindung der Geschwister schwingt hier in jeder Zeile mit. Die Erzählungen sind so bildhaft das man das Lager riechen und hören kann. Das man mit auf den Todesmärschen ist, das man die Grausamkeiten erlebt und das man auch alle Emotionen spürt. Ich weine selten bei Büchern, hier jedoch war ich tief bewegt. Das Buch rüttelt einen auf und auch das Vorwort ist wichtig und sehr nachdenklich machend. . Was also kann ein Mensch ertragen? Der Autor hat so viel Leid gesehen, hat seine Familie fast komplett verloren, hat gehungert und war ständig vom Tod umgeben und dennoch hat er so viel Wärme im Herzen. Er erzählt uns seine Geschichte, die fast unglaublich ist. Die Liebe zu seiner Schwester und den Kampf zurück ins Leben. Was er geopfert hat, was er gefühlt hat. Kaum ein Buch wird so lange nachhallen wie dieses. . Das Buch sollte Pflichtlektüre werden. Und ich finde es ist auch für Jugendliche geeignet. Durch den Schreibstil leicht zu verstehen und dennoch so voller Emotionen. Ich bewunder den Autor für seine Kraft, das Erlebte so zu erzählen. Nochmal abzutauchen in die dunkelste Zeit seines Lebens. Danke dafür und eine große Empfehlung für dieses Buch.

    Keine Sterne da Erfahrungsbericht

    28. Nov. 2024

3 von 33 Rezensionen

Autorin / Autor

Über Nicolas Büchse

Nicolas Büchse, geboren 1979, studierte in Göttingen und Straßburg Geschichte, Politik und Jura. Er absolvierte die Henri-Nannen-Journalistenschule in Hamburg und arbeitete anschließend für das Geschichtsmagazin GEO Epoche und als Redakteur beim Nachrichtenmagazin Der Spiegel. Seit 2010 ist er als Reporter für den stern unterwegs, von 2017 bis 2021 leitete er das New Yorker Büro des Magazins, für das er heute als Autor tätig ist. Für seine Reportagen wurde er mehrfach ausgezeichnet. Er lebt mit seiner Familie in Hamburg. Im Jahr 2022 begleitete er den damals 97-Jährigen Albrecht Weinberg auf dessen letzter großen Reise nach Israel. Seitdem waren die beiden bis zu Weinbergs Tod 2026 miteinander befreundet.

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