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»Manchmal kam er sich vor wie ein Mann mit einer Gabel in einer Welt voller Suppe.« ___ Ein Ehepaar, unterwegs auf einer verlassenen Wüstenstraße. Eine Autopanne. Und ein Scharfschütze, der auf sie anlegt ... Im November habe ich »No Exit« von Taylor Adams innerhalb kürzester Zeit verschlungen und für sehr gut befunden. Dass »No Mercy« dieses »Sehr gut« noch toppen kann, damit habe ich erstmal nicht gerechnet. Erwartet habe ich eine spannende, wenn auch brutale Story, die sich – wie in »No Exit« – nahezu in Echtzeit und mit begrenztem Personal abspielt. Und genau das bekommt man auch. Allerdings ist die räumliche Nähe, die in »No Exit« durch den Schneesturm, der die handelnden Figuren von der Außenwelt abschneidet, hier weiter gefasst: Der Scharfschütze, der auf unser gestrandetes Ehepaar anlegt, befindet sich in über einer Meile Entfernung. Nun könnte man meinen, dass durch diese Distanz weniger Spannung aufkommt, da es (zunächst) keinen Kontakt zwischen dem Täter und seinen Opfern gibt, doch weit gefehlt: Durch das Zielfernrohr wird die Bedrohung noch unmittelbarer und weniger subtil. Ich mochte die handelnden Figuren und ausnahmsweise sogar mal die Kapitel aus Sicht des Täters, obwohl auch dieser (wie in »No Exit«) geradezu comichaft böse ist. Aber es gelingt Adams, trockenen Humor einzuflechten, ohne dadurch das Spannungslevel zu senken. Auch die Beziehung zwischen den Ehepartnern James und Elle fand ich herrlich zu lesen. Man spürt deutlich, dass sie eine gemeinsame Vergangenheit und ihre Probleme haben, aber auch die tiefe Verbundenheit der beiden, u. a. durch Insiderwitze und gegenseitige Neckereien, aber auch durch die tiefe Sorge um den anderen. In vielen Thrillern wird uns von einer solchen Bindung lediglich erzählt, hier wird sie jedoch tatsächlich gezeigt. James und Elle sind Figuren auf Augenhöhe, niemand muss ständig von anderen gerettet werden. Sie retten einander. Die Auflösung hatte ich zum Teil erwartet, wurde andererseits aber überrascht – perfekt! Wer auf der Suche nach Hochspannung und einem tollen Protagonistenpärchen ist, wird hier defintiv fündig.
5. März 2026
»Manchmal kam er sich vor wie ein Mann mit einer Gabel in einer Welt voller Suppe.« ___ Ein Ehepaar, unterwegs auf einer verlassenen Wüstenstraße. Eine Autopanne. Und ein Scharfschütze, der auf sie anlegt ... Im November habe ich »No Exit« von Taylor Adams innerhalb kürzester Zeit verschlungen und für sehr gut befunden. Dass »No Mercy« dieses »Sehr gut« noch toppen kann, damit habe ich erstmal nicht gerechnet. Erwartet habe ich eine spannende, wenn auch brutale Story, die sich – wie in »No Exit« – nahezu in Echtzeit und mit begrenztem Personal abspielt. Und genau das bekommt man auch. Allerdings ist die räumliche Nähe, die in »No Exit« durch den Schneesturm, der die handelnden Figuren von der Außenwelt abschneidet, hier weiter gefasst: Der Scharfschütze, der auf unser gestrandetes Ehepaar anlegt, befindet sich in über einer Meile Entfernung. Nun könnte man meinen, dass durch diese Distanz weniger Spannung aufkommt, da es (zunächst) keinen Kontakt zwischen dem Täter und seinen Opfern gibt, doch weit gefehlt: Durch das Zielfernrohr wird die Bedrohung noch unmittelbarer und weniger subtil. Ich mochte die handelnden Figuren und ausnahmsweise sogar mal die Kapitel aus Sicht des Täters, obwohl auch dieser (wie in »No Exit«) geradezu comichaft böse ist. Aber es gelingt Adams, trockenen Humor einzuflechten, ohne dadurch das Spannungslevel zu senken. Auch die Beziehung zwischen den Ehepartnern James und Elle fand ich herrlich zu lesen. Man spürt deutlich, dass sie eine gemeinsame Vergangenheit und ihre Probleme haben, aber auch die tiefe Verbundenheit der beiden, u. a. durch Insiderwitze und gegenseitige Neckereien, aber auch durch die tiefe Sorge um den anderen. In vielen Thrillern wird uns von einer solchen Bindung lediglich erzählt, hier wird sie jedoch tatsächlich gezeigt. James und Elle sind Figuren auf Augenhöhe, niemand muss ständig von anderen gerettet werden. Sie retten einander. Die Auflösung hatte ich zum Teil erwartet, wurde andererseits aber überrascht – perfekt! Wer auf der Suche nach Hochspannung und einem tollen Protagonistenpärchen ist, wird hier defintiv fündig.
5. März 2026








