Blick ins Buch

Liebesromane

Eine exklusive Liebe

3,7(23)
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Über das Buch

»Dieses Buch erzählt die Geschichte von Vera und István, die als ungarische Juden den Holocaust überlebten, 1956 während des Aufstands von Budapest nach Dänemark flohen und sich 1991 in Kopenhagen das Leben nahmen. Man fand sie Hand in Hand in ihrem Bett. Es ist die Geschichte einer ungewöhnlichen Liebe. Die Geschichte meiner Großeltern.« Johanna Adorján

Zwei Menschen, die miteinander alt geworden sind, beschließen, sich das Leben zu nehmen. Er ist schwer krank, sie will nicht ohne ihn sein. An einem Sonntag im Herbst 1991 setzen sie ihren Plan in die Tat um. Sie bringen den Hund weg, räumen die Wohnung auf, machen die Rosen winterfest, dann sind sie bereit. Hand in Hand gehen Vera und István in den Tod, es ist das konsequente Ende einer Liebe, die die ganze übrige Welt ausschloss, sogar die eigenen Kinder.

Diskret und liebevoll rekonstruiert Johanna Adorján den Tag des Selbstmordes ihrer Großeltern, die alles andere waren als ein gewöhnliches Paar. Sie siezten sich ihr ganzes Leben, rauchten Kette und sahen umwerfend aus. Und sie hatten eine Vergangenheit, über die sie nicht sprachen. Weil sie sich nicht daran erinnern wollten. Als ungarische Juden hatten sie den Holocaust überlebt, waren Kommunisten geworden und 1956 während des Budapester Aufstands außer Landes geflohen. In Dänemark fingen sie ein neues Leben an und blickten – scheinbar – nie mehr zurück.

Sechzehn Jahre nach dem Tod ihrer Großeltern hat sich Johanna Adorján über das Gebot ihrer Familie hinweggesetzt: »Davon sprechen wir nicht.« Sie hat sich auf die Suche nach den blinden Flecken im Leben ihrer Großeltern gemacht und dabei Dinge herausgefunden, die mehr mit ihr selbst zu tun haben, als sie geahnt hatte. Vor den Abgründen der europäischen Geschichte des 20. Jahrhunderts lässt sie Vera und István wieder auferstehen: ein faszinierendes Paar, verschroben elegant, unbequem, exzentrisch. Es ist die traurige und schöne Geschichte einer großen Liebe, zugleich die Suche nach der eigenen Geschichte, und dass Johanna Adorján dafür einen leichten, bisweilen sogar komischen Ton gefunden hat, ist ihre große Kunst.

Editionen (5)

ISBN9783641203375
VerlagLuchterhand
Erscheinungsdatum11.03.09
Seitenzahl192

Rezensionen & Bewertungen

23 Bewertungen

4 Rezensionen

3,7

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  • jojumars_welt
    jojumars_welt

    26 Follower

    5,0

    Was für ein großartiges, aber forderndes Buch. Vom Titel darf man sich nicht täuschen lassen. Jahreshighlight!

    1. Apr. 2023

  • sanihachidori
    sanihachidori

    11 Follower

    3,0

    Dieses Buch ist etwas speziell, da es keine verklärte und abgrundtief romantische Geschichte ist. Es ist vielmehr ein Bericht einer Enkelin über die außergewöhnliche Liebe ihrer Großeltern, die im Buch beide sehr exzentrisch erscheinen. Was mich an dem Buch besonders fasziniert hat, ist die wahre Geschichte hinter dem Buch. Das war aber am Ende auch der große Grund, warum man das Buch schlussendlich mag. Wäre es keine wahre Geschichte, hätte es mich wenig gefesselt. Das Buch brauchte seine Zeit, um mich zu beeindrucken. Fazit: Im Rückblick auf jeden Fall ein Buch, das man mal lesen kann. Etwas speziell, aber nett.

    31. Aug. 2022

  • katharinchennn
    katharinchennn

    16 Follower

    4,0

    Inhaltlich möchte ich das Buch nicht bewerten, denn die Autorin berichtet über das Leben und selbstgewählte Sterben ihrer Großeltern. Stilistisch ist es jedoch interessant geschrieben - ein Mix aus realen Zeitzeugenberichten und Fiktion über die eventuellen Gedanken der Protagonisten in den letzten Lebenswochen. Den Titel finde ich clever gewählt, denn er lässt das düstere Thema nicht vermuten.

    Inhaltlich möchte ich das Buch nicht bewerten, denn die Autorin berichtet über das Leben und selbstgewählte Sterben ihrer Großeltern. Stilistisch ist es jedoch interessant geschrieben - ein Mix aus realen Zeitzeugenberichten und Fiktion über die eventuellen Gedanken der Protagonisten in den letzten Lebenswochen. Den Titel finde ich clever gewählt, denn er lässt das düstere Thema nicht vermuten.

    12. Apr. 2025

3 von 4 Rezensionen

Autorin / Autor

Über Johanna Adorján

Johanna Adorján, 1971 in Stockholm geboren, studierte in München Theater- und Opernregie. Seit 1995 arbeitet sie als Journalistin, seit 2001 in der Feuilleton-Redaktion der »FAS«. Ihr erstes Buch, »Eine exklusive Liebe«, ist in sechzehn Sprachen übersetzt.

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